Arzeneien , Wie grausam ist des Edlen Schicksal ! Der nichts , der ach ! nichts nachzutrinken hat ! So duldet er sein Schicksal , bis Der Atem ( wehe , wehe dem Verräter ! ) Heimtückisch , wie ein Seufzer , ihn verläßt ; Nun liegt er da , die edle schöne Seele , Wir beben alle , wir verstummen ! Da erscheinest du , der Leichen Muse , Entwindest dich des Totengräbers Armen , Hüllst den Verstorbenen freundlich In deinen dichten Schleier , Und bringst den Schlummernden Der dunkeln Erde in die Arme - Da ruht der Jüngling , bis dem Mutterschoße In neuen Formen die Geburt entsteigt , Lebend in Blüten oder Liedern Den Vater grüßt ! VII Von A. W - nn Du hattest schon , o Freund ! den Weg gefunden , Vertrauend bald der heilgen neuen Lehre ! Du hattest schon die heilge Drei verbunden , Bis dir die Viere deutlich worden wäre , Ließ dich der Blick ins Centrum schon gesunden ! Ein tapfrer Krieger für der Gottheit Lehre , Ein Phönix , wirst du dich der Liebe weihen , Die junge Brust in ewger Lust erfreuen ! VIII ( Mel . Der Vogelfänger usw. ) Maria liegt nun schlafend da , Lustig , mein Mädchen , Hopsasa ! Der Tod ist Schlaf , der Schlaf ist Tod Zwischen dem Morgen- und Abendrot . Maria liegt nun schlafend da , Lustig , mein Mädchen , Hopsasa ! Kann der Begriff die Liebe fassen , Kann der Kaptain das Fluchen lassen . Maria liegt nun schlafend da , Lustig , mein Mädchen , Hopsasa ! Wär ich schon tot , ich kehrte mich um , Ohne das Salz ist die Erde dumm ! Maria liegt nun schlafend da , Lustig , mein Mädchen , Hopsasa ! Sieht doch der Kaiser den Sonnenbrand ! Kirschen , o Kirschen ! lustiger Tand ! Maria liegt nun schlafend da , Lustig , mein Mädchen , Hopsasa ! Ackerleute des lustigen Weins , Liebe ! du Tausend und immer Eins ! IX Von K.R. Heil dir , der du der Dichtung magern Rappen , Gespornet frisch , wie Ritter Donquixote , Entrissen kühniglich aus Glück und Note Hast du dich aus dem Streit poetscher Knappen . Wozu nach Abenteur und Reimen tappen ? Dich traf der Weltlauf mit gar harter Pfote , Dann kam des Tods entschuldigender Bote Und nahm dem Leben seine Schellenkappen . Nun sind zu Ende alle die Geschichten , Dich hat ein Gott der Littratur entzogen , Du badest dich allein in blauen Wogen . Wozu noch länger reimen , dichten , richten , Du hast verlassen unsre Katakomben Und freuest dich der Götter Hekatomben . An Clemens Brentano Dir so teuer wie mir war diese freundliche Jugend , Die sich , in heiliger Glut sterbend , in Liebe gelöst ! Weinend wendest du dich - wir scheiden mit ewigen Tränen , Daß diese Liebe verstummt , welche so zart uns vermählt ! Sieh noch einmal zurück auf die schöne heilige Ahndung , Über der Schlummernden gieb mir zu dem Bunde die Hand . Ist es uns nicht geworden , zu rächen die Wünsche der Jugend ? Blieb ein Vermächtnis nicht dir , was sie so glühend erstrebt , Dir , dem die Götter die reiche Fülle der freundlichen Dichtung , Dem sie die Sprache verliehn und ihre bildende Kraft ? Schon ergreifst du die Leier , zu rächen , zu retten die Liebe , Und ein neues Geschlecht dankt dir den freien Genuß . Wie du hinunter jetzt steigst in das Dunkel des irrenden Lebens , In die Tiefe der Brust kehrst du begeistert zurück , Dort die verlorne Jugend umringt von Schatten zu finden , Kühn bezwingend den Tod führst du die Dichtung zurück . Also zum Orkus hinab stieg einst der thrazische Orpheus , Suchte , die er geliebt , fand sie dem Tode vertraut , Aber die göttliche Leier bezwang des Tartarus Mächte , Seinem Gesange vermählt kehrt die Geliebte zurück . Ja , schon lächelt das Licht , doch an der Schwelle des Lebens Faßt ihn des Zweifels Gewalt , raubt ihm den schönen Besitz . Unglückseliger Mann ! sie war dem Vertrauen gegeben , Was dir der Glaube gewährt , kann es der Zweifelnde sehn ? Doch was fürchtetest du , dir nahe tötend der Zweifel Und dir mißlänge dein Werk , kühn zu gestalten den Schmerz ? Dir bewahret die Liebe der Guten das schöne Vertrauen Und der kindliche Sinn schützt dir das kindliche Glück . Heilige Jugend erscheint in deinen fröhlichen Werken Uns dann auf ewig erneut , dir dann auf ewig vermählt ! Fußnoten 1 Soll doch wohl nicht eine Anzüglichkeit auf den französischen Schriftsteller La Fontaine sein ? Anmerk des irritierten Setzers . 2 Siehe den ersten Band , pag . [ siehe hier ] , wo Molly von dieser Kordelia schreibt . 3 Ich besitze durch die Güte des Herrn Godwi jetzt diese Papiere , die nichts anders als das selbstgeschriebene Tagebuch dieses höchst interessanten Menschen enthalten . Er lebte in dem funfzehnten Jahrhunderte , und ich bin willens , sobald ich Muße habe , dem Publikum dieses interessante Manuskript mitzuteilen . Maria 4 Ich konnte das schöne Tonspiel des Italiänischen von amare und amaro nicht anders geben . 5 Der Vater des unsrigen . 6 Siehe erster Band . 7 Bei Bacharach steht dieser Felsen , Lore Lay genannt ; alle vorbeifahrende Schiffer rufen ihn an , und freuen sich des vielfachen Echos .