ernst geworden - hat Dich Mariens Zustand - ? « - ? « Mrs. Dayton schüttelte leicht mit dem Kopf und sagte seufzend : » Weiß ich ' s denn selbst , was mich drückt ? Seit gestern , ja seit wir von Livelys zurückritten , ist mir das Herz so beklemmt , daß ich in einem fort weinen möchte und doch nicht sagen kann warum . « » Jener Vorfall dort hat Dich so angegriffen , « beruhigte sie die Freundin , » liegt mir ' s doch selber seit der Zeit ordentlich in den Gliedern . Es war recht häßlich , daß wir auch gerade draußen sein mußten . « » Ach nein - das ist es nicht allein , « erwiderte Mrs. Dayton unruhig - » auch hier - das ganze Verhältniß in Helena wird mir von Tag zu Tag drückender . Dayton lebt jetzt mehr außer dem Hause als bei uns , und ist seit kurzer Zeit total verändert . « » Ja , das sei Gott geklagt , « betheuerte Adele , » sonst war er froh und heiter , oft sogar selbst ausgelassen lustig - weißt Du noch , wie Du über mich lachtest , als ich mich deshalb vor ihm gefürchtet hatte - und jetzt ist er ernst wie ein Methodist , spricht wenig , raucht viel , und fährt vom Stuhl auf , wenn nur irgend Jemand unten vorbeigeht . « » Er hat davon gesprochen , daß wir Helena verlassen wollen , « sagte Mrs. Dayton - » wollte Gott , das könnte heute geschehen . - Helena wird mir mit jedem Tag verhaßter , je mehr die Einwohner wilder und roher zu werden scheinen . « » Das sind die Einwohner nicht , « entgegnete Adele , » die verhalten sich ziemlich ruhig , nur die vielen fremden Bootsleute , welche hier fortwährend kommen und gehen , werden die Ursache des ewigen Haders und Unfriedens ; ach , ich wollte ja auch froh sein , wenn ich Helena verlassen könnte . Ist denn Mr. Dayton die Nacht noch nach Hause gekommen ? Ich hörte die Thür öffnen . « » Ja , er kehrte etwas nach zwei Uhr und todtmatt zurück - das ewige Reiten , und noch dazu in Nacht und Nebel und in der feuchten Sumpfluft , muß ihn ja endlich aufreiben . - Aber es wird bald Zeit , daß ich ihn wecken lasse , er wollte um acht Uhr aufstehen . « » Wer war denn der fremde Neger , dem ich heute Morgen hier unten im Hause begegnete ? « frug jetzt Adele - » er schaute ganz entsetzlich wild und verstört drein - ich erschrak ordentlich , als er mich ansah . « » Den hat Dayton , wie er mir nur flüchtig sagte , gestern von durchziehenden Auswanderern billig gekauft - er ist wohl unterwegs krank geworden . Morgen oder übermorgen will er ihn auf eine Plantage nach Mississippi hinüberschicken . Aber wie geht es denn Marie ? « » Hoffentlich besser - ich sah heute Morgen einen Augenblick in ihre Kammer hinein , und sie schlief sanft und süß ; Nancy soll mich rufen , wenn sie erwacht . Vorher werde ich auch noch auf einen Augenblick nach Mrs. Smart hinübergehen müssen ; sie hat mich darum gebeten , ihr Nachricht von dem Befinden der Kranken zu geben . « » Dann leg ' Dich aber auch nachher selbst ein wenig nieder , « sagte Mrs. Dayton , » Ruhe wird Dir gut thun , Du hast ja fast die ganze Nacht kein Auge geschlossen . « » Ich bin nicht ermüdet , « entgegnete Adele wehmüthig - » ach wie gern wollte ich Nacht für Nacht an der Unglücklichen Bett sitzen , wenn ich nur dadurch ihren Zustand um das Mindeste lindern könnte . Wo aber Mr. Hawes sein mag ? Wie Mrs. Lively Cäsar draußen gesagt hat , ist er schon gestern Nachmittag hierherzu aufgebrochen . Es ist doch kaum wahrscheinlich , daß er gleich übergefahren wäre , ohne noch einmal hier erst vorzusprechen . « » Sollte er vielleicht von dem Zustand seiner Frau Kunde erlangt haben und , ihren Aufenthalt nicht kennend , nach Hause gesprengt sein ? - Aber wahrhaftig - da kommt er die Straße herab und zwar im vollen Carrière gerade auf unser Haus zu . - Der arme - arme Mann ! « » Das ist Mr. Hawes nicht ! « rief Adele , die sich rasch nach ihm umwandte und den Blick hinabwarf , » das ist der Mann , dessen Kleider er gestern trug - Mr. Cook - was mag der wollen ? « Der Reiter zügelte in diesem Moment , und zwar dicht vor ihrem eigenen Hause , sein schnaubendes Pferd scharf ein , sprang aus dem Sattel und gab sich nicht einmal die Mühe , das schäumende Thier anzuhängen . Ruhig ließ er ihm den Zügel auf dem Sattelknopf liegen und trat rasch in die Thür , während sein Pony erst den schlanken , schöngeformten Hals schüttelte und den Kopf auf- und niederhob , daß der weiße Schaum rings um es her flog , und dann mit dem rechten Vorderhuf den Grund vor sich zerscharrte und stampfte , als ob es nur ungeduldig hier des Herrn warte und die Hetze so schnell als möglich fortzusetzen wünsche . Im nächsten Augenblick wurde Cook ' s rascher Schritt auf der Treppe gehört und seine Stimme frug nach Squire Dayton . Mrs. Dayton übernahm aber hierauf die Antwort ; sie öffnete die Thür und bat den jungen Farmer einzutreten . Dieser leistete allerdings der Einladung augenblicklich Folge , entschuldigte sich aber auch zugleich mit der dringenden Nothwendigkeit der Sache , daß er so ungebeten und in so wildem Aufzug vor ihnen erschiene . » Ich muß den Squire sprechen , Ladies , und möchte Sie bitten , mich sobald als möglich zu ihm zu führen . - Es betrifft Sachen von dringendster Wichtigkeit