und ihren blauen Schatten , mit den Nebelwolken , die am Berg hinziehen , mit dem Vögelgeräusch im Wald , mit den Wassern , die zwischen Gestein plätschern , mit dem Wind , der dem Sonnenlicht die belaubten Äste zuwiegt ; mit diesem vergleich ich Dich gern , da ist ' s , als wenn Deine Laune hervorbräche ! - Das Summen der Bienen , das Schwärmen der Käfer trägt mir Deine Nähe zu , ja selbst das ferne Gebell der Hunde im Nachtwind weckt mir Ahnungen von Dir ; wenn die Wolken mit dem Mond spielen , wenn sie im Licht schwimmen , verklärt : da ist alles Geist , und er ist deutlich aus Deiner Brust gehaucht ; da ist ' s , als wendest Du Geist Dich mir entgegen und wärst zufrieden , von dem Atem der Liebe wie auf Wellen getragen zu sein . Sieh ! So lieb ich die Natur , weil ich Dich liebe , so ruh ich gern in ihr aus und versenk mich in sie , weil ich gern in Dein Andenken mich versenke . Ach , da Du nirgends bist und doch da bist , weil ich Dich mehr empfinde als alles andere , so bist Du gewiß in diesem tausendfachen Echo meines Gefühls . * * * Ich weiß einen ! Wie mit Kindeslächeln hat er sich mit der Weisheit , mit der Wissenschaft befreundet . Das Leben der Natur ist ihm Tempel und Religion ; alles in ihr ist ihm Geisterblick , Weissagung , ein jeder Gegenstand in ihr ward ihm zum eigentümlichen Du , in seinen Liedern klingt die göttliche Lust , sich in allem zu empfinden , alle Geheimnisse in sich aufzunehmen , sich in ihnen verständlich zu werden . * * * Wenn der Same in die Erde kommt , wird er lebendig , und dies Leben strebt in ein neues Reich , in die Luft . Wenn der Same nicht schon Leben in sich hätte , könnte es nicht in ihm erweckt werden , es ist Leben , was ins Leben übergeht . - Wenn der Mensch nicht schon Seligkeit in sich hätte , könnte er nicht selig werden . Der Keim zum Himmel liegt in der Brust wie der Keim zur Blüte im verschloßnen Samen liegt . - Die Seligkeit ist so gut ein Erblühen in einem höheren Element wie jene Pflanze , die aus dem Samen durch die Erde in ein höheres Element , in die Luft geboren wird . Alles Leben wird durch ein höheres Element genährt , und wo es ihm entzogen ist , da stirbt es ab . Erkenntnis , Offenbarung ist Samen eines höheren Lebens , das irdische Leben ist der Boden , in dem er eingestreut ist , im Sterben bricht die ganze Saat ans Licht . Wachsen , blühen , Früchte tragen von dem Samen , den der Geist hier in uns gelegt hat , das ist das Leben nach dem Tod . Du bist der Äther meiner Gedanken , sie schweben durch Dich hin und werden von Dir im Flug getragen wie die Vögel in der Luft . An Dich denken , im Bewußtsein von Dir verweilen , das ist ein Ausruhen vom Flug , wie der Vogel ausruht im Nest . Geist im Geist ist unendlich , aber Geist in den Sinnen , im Gefühl ist Unendliches im Endlichen erfaßt . Meine Gedanken umschwärmen Dich wie die Bienen den blühenden Baum . Sie berühren tausend Blüten und verlassen eine , um die andre zu besuchen , jede ist ihnen neu ; so wiederholt sich auch die Liebe , und jede Wiederholung ist ihr neu . * * * Liebe ist immerdar erstgeboren , sie ist ewig ein einziger Moment , Zeit ist ihr nichts , sie ist nicht in der Zeit , da sie ewig ist ; sie ist kurz , die Liebe . Ewigkeit ist eine himmlische Kürze . Nichts Himmlisches geht vorüber , aber das Zeitliche geht vorüber am Himmlischen . * * * Hier auf dem Tisch liegen Trauben im Duft und Pfirsich im Pelz und buntgemalte Nelken ; die Rose liegt vorne und fängt den einzigen Sonnenstrahl auf , der durch die verschlossenen Fensterladen dringt . Wie glüht die Rose ! Psyche nenne ich sie ; - wie lockt das glühende Rot den Strahl in den innersten Kelch ! Wie duftet sie ; - hier lobt das Werk den Meister . Rose , wie lobst du das Licht ! - Wie Psyche den Eros lobt . - Unendlich schön ist Eros , und seine Schönheit durchleuchtet Psyche wie das Licht die Rose . - Und ich , die da wähnt , von Deiner Schönheit ebenso durchleuchtet zu sein , trete vor den Spiegel , ob es mich auch wie sie verschönt . Der Strahl ist dem Abend gewichen , die Rose liegt im Schatten , ich durchstreife Wald und Flur , und auf einsamen Wegen denk ich an Dich , daß Du auch wie Licht mich durchdringst . * * * Sehnsucht und Ahnung liegen ineinander , eins treibt das andre hervor . Der Geist will sich vermählen mit dem Begriff : ich will geliebt oder ich will begriffen sein , das ist eins . Darum tut der Geist wohl , weil wir fühlen , wie aus dem irdischen Leben das geistige ins himmlische übergeht und unsterblich wird . Die Liebe ist das geistige Auge , sie erkennt das Himmlische , es sind Ahnungen höherer Wahrheiten , die uns der Liebe begehren machen . In Dir seh ich tausend Keime , die der Unsterblichkeit aufblühen , ich mein , ich müsse sie alle anhauchen . - Wenn Geister einander berühren , das ist göttliche Elektrizität . Alles ist Offenbarung ; sie gibt den Geist , und dann den Geist des Geistes . Wir haben den Geist der Liebe , und dessen Geist ist der Liebe Kunst . Alles ist nichtig , nur der Wille reicht drüber hinaus , nur der Wille