Felsenriff , Den ich für eine sichre Küste hielt ; Mit vollen Segeln lief darauf mein Schiff . Ich glaubte sie von hohem Geist umspült ; Ich reichte ihr im Tanze meine Hand Und blieb so Hand in Hand , bis uns das Licht Den Rücken hatte zögernd zugewandt . Das gute Kind zu mir kein Wörtchen spricht . Ich war begeistert wie von jungem Wein Und sprach zu ihr in manchem lust ' gen Wort ; Sie fuhr nach Haus , ich stieg da hinterdrein , Wo sonst nur der Bedienten schlechter Ort . Mir war ' s ein Thron , ich sprang am Haus herab ; Sie sah mich an und lächelte so dumm ; Sie stieg heraus , ich diente ihr als Stab . Statt alles Danks blieb sie noch immer stumm ; Ich trat mit ihr ins Haus , ich wußt nicht wie , Und eine Frau begrüßt uns nah am Tor ; Ach , warum beugt ich nicht vor ihr die Knie , Ich war ein Tor , daß ich den Tag verlor . Wie jene , hochgeschmückt , mit braunem Haar , War diese fein und zierlich , blond gelockt ; Ich wußte nicht , ob ich im Himmel war , So hat mein Herz bei ihrem Blick gestockt . Der Blick war blau , so wie Vergißmeinnicht , Und ihre Worte wie ein Perlenkranz , Doch war ich treu dem vollen Angesicht ; Es wogte noch in mir der Rausch vom Tanz . Du bist ein gutes Kind , ich sag ' s dir hier , Ich war , bei Gott , dir vierzehn Tage treu , Studierte mich fast tot , was ich nur sagte dir ; Du sagtest nur ein Ja , ein Nein dabei . Die blonde Frau hob alles sorgsam auf , Was meinem frohen Mund mit Lust entfiel , Und gab ihm Federkraft zum raschen Lauf , Es traf ihr Witz stets alle neun im Spiel . Allmählich ward ' s mir lieb , wenn sie allein , Ich setzte mich zu ihr , ich ließ dich stehn , Ich brachte dir den großen Hund , der mein , Und ließ ihn dir , damit du mich ließt gehn . Du warst vergnügt und ich war voller Glut , Wie ein Kamin voll hellem Flammenschein ; So trieb die Schwägerin herum mein Blut , Ich saß so gern bei ihr - sie war nicht mein ; Die Lieb , die ich mit Sange angeregt , Die wandte sie zum Mann , kam er nach Haus , Und hat sich froh mit ihm zu Bett gelegt ; Ich grämte mich und blieb dann doch nicht aus . Zum guten Glück kam eine Sängerin Mit kaiserlichem Hofe durch die Stadt , Die alle Welt bezaubert hat ; Ich war beim ersten Tone hin , Ich schmiegte mich in ihres Liedes Falten ; Die göttlichen Gestalten Der alten Helden , die sie schön besungen , Die hätt ich gerne dargestellt , Und wie Merkur bin ich gesprungen Ganz einsam unterm Himmelszelt , Und wie Apollo hohen Blicks , Hab ich gewartet meines Glücks . Du wolltest aber immer essen , Ich hatt es oft vergessen ; Du wolltest süßen Trank , Wenn schier mein Aug in Wehmut sank ; Du wolltest Schmuck , Ich hatt an dem Gesang genug , Der in den Ohren ewig tönte ; Da war ich oftmals der Verhöhnte Und lief davon , Eh ' mich beschien die Morgensonn ; Eh ' noch die Schuldner konnten klopfen , Da saß ich schon , die Schuh voll Tauestropfen Bei einem schönen Pachtergut Und sah den großen gelben Hut Auf einer festlichen Gestalt ; Ich schlich mich näher zu der Schönen ; Es war die Allgewalt Von allem , was mich konnt verhöhnen Und mich beglücken konnte , Als sie ihr Antlitz zu mir sonnte Und lauschte , ob ein Hase in dem Kraute , Und mich zuletzt mit großen Augen schaute . Sie hob die Hände auf , Als wollte sie in meine Arme fallen , Und mitten in dem Lauf Sah sie so stolz auf mich , wie Herrscher auf Vasallen ; Ich ward ihr Knecht , Und hab gelebt so arm und schlecht , Früh auf , spät nieder , Schmale Kost , viele Lieder ; So hat sie mich zu prüfen gemeint , Ich hab gelacht , geweint . Nichts weiß ich mehr von der Zeit , Mit mir , mit ihr ein ew ' ger Streit ; Mir war ' s , als hätt ich einen Schatz gefunden , Der mir zu schwer ; Ich hätt ihn gerne aufgewunden , Doch als das Werk bald fertig Und ich des Danks gewärtig , Da war die Grube voll und leer . Wieder lieb ich , da ich dein gedenke , Wieder leid ich , daß ich dich muß missen , Nicht zu mir die toten Augen lenke , Deine bleichen Wangen möcht ich küssen . Wieder wähn ich , daß ich dich verkannte , Wieder glaub ich , daß ich dich noch habe , Ach ich war ' s , den dir die Liebe sandte , Doch der Zweifel sandte dich zum Grabe . Güldenkamm hatte sich durch die Erinnerung rühren lassen ; es war ohne seine Absicht , daß sich sein Lied zum Ernst hin wandte ; es liegt das aber meist in der Art einer Tändelei bei einem bewegten Gemüte . Susanna fand sich durch seine Ausdrücke , durch das Gefühlvolle in ihm ergriffen , und sie wußte nicht wozu ; es gab nichts zu tun , sie wußte nichts , als ein paar Tränen auf seinen Wangen abzutrocknen und ihn zu streicheln . Anton hatten die Wanzen nicht lange schlafen lassen , denen sein glatter , saftiger Stamm ein besonderer Leckerbissen zu sein schien ; ganz zerstochen sprang er an die Luft und sah die beiden so vertraulich beisammen sitzen . Er konnte es sich nicht sagen , welches Gefühl ihn durchwallte