Welt ziehe . Es wurde dunkler ; da kamen die jungen Leute , trotz der Hungersnot , so vertraulich Paar und Paar gezogen ; mancher sang , viele lachten ; da war kein Rückhalt in allem , was sie meinten , und doch war es ein anderes Wesen , als in dem Frauenhause , ein anderes Wesen , als bei den Bürgerfrauen in München ; sie schienen so gut wie diese und so schlecht wie jene zu gleicher Zeit zu sein . Güldenkamm , mit seiner gewohnten Träumerei erfüllt , ging unter den Mädchen umher , wie von den rechten Weingegenden erzählt wird , daß durchwandernde Fremde so viel davon essen dürfen , als ihnen gefällt , ohne dafür zu zahlen , aber nichts nach Hause mitnehmen dürfen ; jedes Mädchen war ihm eine Traube , die er gern sogleich genossen hätte , aber die Hast , mit der er gewöhnlich zu Werke ging , zerdrückte sie meist früher , und er blieb ohne Genuß . Ohne daß ihm Susanna ein Zeichen ihrer Zuneigung gegeben hatte , glaubte er sich derselben schon versichert ; er bildete sich dieses Verhältnis aus ; stumm neben ihr sitzend und spielend mit einem Bande ihres Wamses , dachte er der letzten Zeiten in den steten Unruhen , wo er oft mit herzlicher Sehnsucht nach einem Mädchen sich umgesehen hatte , mit der er nur ein vertrauliches Wort wechseln könne ; und jetzt saß ein recht wunderbares Mädchen neben ihm und schwatzte von aller Welt Himmels und der Erden so unnachahmlich neu , und ihn beschäftigten jetzt andere größere Anforderungen an sie ; er verachtete seine Unbefriedigung , fühlte plötzlich den glücklichen Abend und sang zu ihr in freien Bewegungen mit leichter Begleitung der Zither : Seliger war ich noch nie als heute , Nach Tages Müh , an Liebchens Seite ; Spielend an Ufers Rand Durch ihre Hand , Mit ihrem Band , Umzieht mich ihr süßes Geschwätz Wie ein Netz ; Darum nenn ich sie Fischerin , Weil sie mit klugem Sinn Mich im eignen Element erhält , Nachdem sie mir Reusen gestellt , In die mich der Fluß Immer tiefer treibt im Genuß . Ich weiß es und setze die Flossen nicht entgegen , Möcht sie viel lieber ganz dicht an mich legen ; Lasse mich still von dem Strome bewegen , Es kühlet darin ein heimlicher Segen . Konnte sonst so listig und mutig , Und oft mit einem Herzen so blutig , Mich entreißen der Weiber Gewalt Und Wohlgestalt ; Und wie ein Kramsvogel aus den Dohnen Ließ ich zwar Federn ohne Schonen , Aber ich entriß mich der Schlinge , Sang fröhlich und guter Dinge . Eine Reihe Schönen , die meiner spotten Und mit mir zanken , Mich fragend , ob ich nun bald gesotten , Ohne glänzende Schuppen , Als ein Märtyrer gerieben zur Suppen , Würde büßen , Daß ich so fälschlich konnte küssen und grüßen ; Herzinniglich weiden , Stolz dann zu scheiden . Ei seht doch , nun bin ich ' s wohl gar , Der falsch und untreu und unbestimmt war : Hab euch alle geliebt , Ihr habt mich alle betrübt ; Die Kleine dort , weil ich nicht bei ihr blieb , Die Gute hier , weil sie mir nicht die Zeit vertrieb , Die Feine daneben , weil sie einem andern gehört , Die vierte Selbstüberlebte , weil ich sie nicht immer gehört Die immer hätte singen sollen , Ich bin ihr wie ein Lied verschollen . Eine aber , die tat mir weh , Die meinte , ich sei zu flüchtig zur Eh ' . Sie starb darüber am Fieber Und zieht vorüber so mild , so licht , Und streicht mir die Haare aus dem Gesicht . Es tut mir vieles leid , Doch bin ich unschuldig bis heut ; Ich sag ' s euch derb und trocken , Ihr schüttelt mit den Locken , Ich hab euch nie versucht , Die Gelegenheit hat mich aufgesucht . Liebliche Kleine in fürstlicher Krone , Die mein schlummerndes Herz erweckt , Gabst du mir nicht einen Schlag zum Hohne Auf die Backen , daß Glut sie bedeckt , Um mit dem Kusse ihn dann zu vergüten ? Lieblichste , mußtest du also wüten ? Mußte das Glück auf jeglichen Wegen Uns zusammenführen mit List ? In den Bäumen , ach , welches Erregen , Wie geschmückt zu dem heiligen Christ ; Wenn du hinter den Stämmen verborgen , Betest den fröhlichsten guten Morgen ! Doch die Verwirrung des Sinns zu entflammen Wußten die fürstlichen Brüder mit Lust , Warfen uns Abends auf Blumen zusammen , Und du ruhtest an meiner Brust ; Doch da sagte der böse Hofmeister : » Nehm Er nun Abschied , denn morgen , da reist Er . « Du ruhst , wo Gold und Silber ruht , In den Tiefen , - Viele Tage und Jahre verliefen , Schnell wie zum Tanze beschuht ; Ich ward Student Und dachte nur dein liebliches Gesicht , Und achtete der andern Mädchen nicht , Und wie ein Berg unübersteiglich uns getrennt , Die hohe Felsenwand Von Rang und Stand ; Verzweifelnd warf ich mich auf meine Bücher , Und ward , wenn nicht gelehrt , doch siecher ; Der trüben Lampe Licht Entfärbte mein Gesicht , Wie in dem Schacht die weißen Moose sprossen , Und sind doch auch des Lebens Mitgenossen . Da regte sich der erste Frühlingstanz Vor unsrer Stadt auf erstem Grün ; Der zarten Blumen erstgeborner Glanz Verschien , als eine Jungfrau drin erschien ; Ihr Leib war schlank gestreckt , doch voll und rund . Es öffnete sich leicht ihr roter Mund , Daß ihre Lippe zeigt der Zähne Bund . Und dieser Bund stand gleich dem Kriegesheer Der Tempelherren weiß und gleich im Feld , Das rings von süßem Blut ein wogend Meer ; Da stand es fest , als hätt es Gott gestellt . Und dieser Zähne Glanz ward jetzt der