den Grooms die kleinen Proportionen überhaupt . Ich meinerseits verhalte mich ablehnend gegen beide , ganz besonders aber gegen die chinesisch eingeschnürten Füßchen , und bin umgekehrt froh , in einem bequemen Pantoffel zu stecken . Führen , schwingen werd ich ihn nie ; das überlaß ich meiner teuren Lisette . Tu es mit der Milde , die Dir eigen ist . Empfiehl mich Deinem teuren Manne , der nur den einen Fehler hat , Dich mir entführt zu haben . Mama grüßt und küßt ihren Liebling , ich aber lege Dir den Wunsch ans Herz , vergiß in der Fülle des Glücks , die Dir zuteil wurde , nicht ganz Deine , wie Du weißt , auf ein bloßes Pflichtteil des Glückes gesetzte Victoire . Sechstes Kapitel Bei Prinz Louis An demselben Abend , an dem Victoire von Carayon ihren Brief an Lisette von Perbandt schrieb , empfing Schach in seiner in der Wilhelmstraße gelegenen Wohnung ein Einladungsbillet von der Hand des Prinzen Louis . Es lautete : » Lieber Schach . Ich bin erst seit drei Tagen hier im Moabiter Land und dürste bereits nach Besuch und Gespräch . Eine Viertelmeile von der Hauptstadt hat man schon die Hauptstadt nicht mehr und verlangt nach ihr . Darf ich für morgen auf Sie rechnen ? Bülow und sein verlegerischer Anhang haben zugesagt , auch Massenbach und Phull . Also lauter Opposition , die mich erquickt , auch wenn ich sie bekämpfe . Von Ihrem Regiment werden Sie noch Nostitz und Alvensleben treffen . Im Interimsrock und um fünf Uhr . Ihr Louis , Prinz von Pr . « Um die festgesetzte Stunde fuhr Schach , nachdem er Alvensleben und Nostitz abgeholt hatte , vor der prinzlichen Villa vor . Diese lag am rechten Flußufer , umgeben von Wiesen und Werftweiden , und hatte die Front , über die Spree fort , auf die Westlisière des Tiergartens . Anfahrt und Aufgang waren von der Rückseite her . Eine breite , mit Teppich belegte Treppe führte bis auf ein Podium und von diesem auf einen Vorflur , auf dem die Gäste vom Prinzen empfangen wurden . Bülow und Sander waren bereits da , Massenbach und Phull dagegen hatten sich entschuldigen lassen . Schach war es zufrieden , fand schon Bülow mehr als genug und trug kein Verlangen , die Zahl der Genialitätsleute verstärkt zu sehen . Es war heller Tag noch , aber in dem Speisesaal , in den sie von dem Vestibül aus eintraten , brannten bereits die Lichter und waren ( übrigens bei offenstehenden Fenstern ) die Jalousien geschlossen . Zu diesem künstlich hergestellten Licht , in das sich von außen her ein Tagesschimmer mischte , stimmte das Feuer in dem in der Mitte des Saales befindlichen Kamine . Vor eben diesem , ihm den Rücken zukehrend , saß der Prinz und sah , zwischen den offenstehenden Jalousiebrettchen hindurch , auf die Bäume des Tiergartens . » Ich bitte fürliebzunehmen « , begann er , als die Tafelrunde sich arrangiert hatte . » Wir sind hier auf dem Lande ; das muß als Entschuldigung dienen , für alles , was fehlt . › A la guerre , comme à la guerre . ‹ Massenbach , unser Gourmet , muß übrigens etwas der Art geahnt , respektive gefürchtet haben . Was mich auch nicht überraschen würde . Heißt es doch , lieber Sander , Ihr guter Tisch habe mehr noch als Ihr guter Verlag die Freundschaft zwischen Ihnen besiegelt . « » Ein Satz , dem ich kaum zu widersprechen wage , Königliche Hoheit . « » Und doch müßten Sie ' s eigentlich . Ihr ganzer Verlag hat keine Spur von jenem › laisser passer ‹ , das das Vorrecht , ja , die Pflicht aller gesättigten Leute ist . Ihre Genies ( Pardon , Bülow ) schreiben alle wie Hungrige . Meinetwegen . Unsre Paradeleute geb ich Ihnen preis , aber daß Sie mir auch die Österreicher so schlecht behandeln , das mißfällt mir . « » Bin ich es , Königliche Hoheit ? Ich , für meine Person , habe nicht die Prätension höherer Strategie . Nebenher freilich möcht ich , sozusagen aus meinem Verlage heraus , die Frage stellen dürfen : › War Ulm etwas Kluges ? ‹ « » Ach , mein lieber Sander , was ist klug ? Wir Preußen bilden uns beständig ein , es zu sein : und wissen Sie , was Napoleon über unsre vorjährige thüringische Aufstellung gesagt hat ? Nostitz , wiederholen Sie ' s ... ! Er will nicht . Nun , so muß ich es selber tun . › Ah , ces Prussiens ‹ , hieß es , › ils sont encore plus stupides , que les Autrichiens . ‹ Da haben Sie Kritik über unsere vielgepriesene Klugheit , noch dazu Kritik von einer allerberufensten Seite her . Und hätt er ' s damit getroffen , so müßten wir uns schließlich zu dem Frieden noch beglückwünschen , den uns Haugwitz erschachert hat . Ja , erschachert . Erschachert , indem er für ein Mitbringsel unsre Ehre preisgab . Was sollen wir mit Hannover ? Es ist der Brocken , an dem der preußische Adler ersticken wird . « » Ich habe zu der Schluck- und Verdauungskraft unsres preußischen Adlers ein besseres Vertrauen « , erwiderte Bülow . » Gerade das kann er und versteht er von alten Zeiten her . Indessen darüber mag sich streiten lassen ; worüber sich aber nicht streiten läßt , das ist der Friede , den uns Haugwitz gebracht hat . Wir brauchen ihn wie das tägliche Brot und mußten ihn haben , so lieb uns unser Leben ist . Königliche Hoheit haben freilich einen Haß gegen den armen Haugwitz , der mich insoweit überrascht , als dieser Lombard , der doch die Seele des Ganzen ist , von jeher Gnade vor Eurer Königlichen Hoheit Augen gefunden hat . « » Ah , Lombard ! Den Lombard nehm ich nicht ernsthaft und stell ihm