Lesabéndio sagte , daß er allein sein möchte . Er sprang draußen im Südkrater in den einen Ring der nächsten Magnetbahn und fuhr davon . Aber lange hielt ers nicht allein aus . Und da besuchte er wieder den Biba , der ihn sehr freudig in seiner Höhle draußen auf der Außenseite des Sterns begrüßte . Biba sprach gleich sehr heftig Folgendes : » Das freut mich , daß Du kommst . Mir kommt es so vor , als hätte ich die Hauptlinie in unserm Sternsystem entdeckt . Es erscheint mir nicht zufällig , daß sich so viele Sterne um einen größeren Stern - um unsre Sonne - drehen und bewegen . Diese Verehrung , die alle Planeten dem Größeren , unsrer Sonne , entgegenbringen , hat für mich etwas Vorbildliches - für alle unsre Verhältnisse ; auch die Pallasianer sollen so ein Größeres immer verehren - sich ebenso wie die Planeten an ein Größeres anschmiegen . Wo wir dieses Größere zu suchen haben - das ist eine zweite Frage , die Du , glaube ich , sehr schnell beantworten wirst . « Biba schwieg und rauchte sein Blasenkraut und ließ dabei unzählige kleine Blasen zwischen seinen gespitzten Lippen durchfliegen , daß sie , bald sich vergrößernd , leuchtend in der Höhle herumwirbelten . Lesabéndio sagte darauf : » Natürlich haben wir dieses Größere hoch über unserm Nordtrichter hinter der Spinngewebewolke zu suchen . « » Diese Antwort « , versetzte der Biba , » habe ich natürlich erwartet . Und deswegen freute ich mich , als Du kamst . An diese Erkenntnis von der Bedeutung des Größeren knüpft sich aber noch viel mehr . Was wir sonst als Konzentration zu bezeichnen pflegen , das läuft auch immer nur auf eine Verehrung des Größeren hinaus ; wir müssen uns an das Größere anschmiegen , wir müssen uns ganz dem Größeren ergeben , wenn wir in unserm Innern beruhigt werden wollen . Und als ein Letztes erscheint mir immer das endgültige Aufgehen in diesem Größeren . Ich glaube , daß diese Zuneigung zum Größeren durch alle unsre Planeten geht . Nur so bringen wir einen Sinn in das ständige Umkreisen unsrer großen Sonne . Nun versteht es sich ja von selbst , daß wir das Größere an verschiedenen Stellen finden können ; Du findest es über unsrer Nordtrichterwolke , ich finds in unsrer großen Sonne , und diese findets in einer größeren Sonne . Die Asteroïden sind in vielen Fällen so gebaut , daß sie ein Doppelsystem bilden , in dem immer der eine Teil das Größere ist ; man kann dieses Größere auch als eine Art Kopfsystem auffassen . Jedenfalls sehe ich überall ein Sichunterordnen dem Größeren gegenüber , und in diesem Sichunterordnen sollten wir alle unser Heil suchen , denn es macht uns wirklich innerlich ruhig ; nehmen wir uns selbst als Gipfelpunkt , so sind wir immer an einem Ende angelangt , das wir in unsrer unendlichen Welt nicht als etwas Herrliches begreifen werden . Um immer weiter zu kommen , muß man sich immer wieder unterordnen - ja , man muß seine besten Gedanken auch immer wieder einem größeren , noch nicht gleich verständlichen Gedanken unterordnen ; tut man das nicht , so ermüdet man , wird schläfrig und schlaff . So ergehts ja vielen Pallasianern , die nur daran denken , in ihrer Art ihren Stern Pallas weiter auszubauen , ohne ihre Ausbaugedanken einem höheren Sterngedanken unterzuordnen . Und deswegen finde ich , daß es uns allen prächtig bekommen wird , wenn sich die Pallasianer von jetzt ab um Deinen großen Nordtrichterrand konzentrieren . Bist Du zufrieden mit dieser Erklärung ? « Lesabéndio war selig . » Wie « , sagte er leise , » sollte ich etwas hören , das meinem Ohrsystem angenehmer klingen könnte ! Alle Sofanti-Musik im Centrum ist einfach garnichts dagegen . Jawohl , ich glaube schon , daß dieses Sichunterordnen einem Größeren gegenüber das allertiefste Geheimnis unsres Sternsystems umfaßt . Mir ist es auch immer so gegangen , daß ich mich recht unselig empfand , solange ich nur mit mir selber zusammenhing - daß ich aber ganz ruhig innerlich wurde , sobald ich mich in Gedanken an den großen Unbekannten anschmiegte , der mehr von unserm Geschick weiß als wir - und der uns lenkt , wenn wir ihn auch nicht erkennen können , dorthin , wohin wir hingelangen sollen . Es ist dieses Sichanschmiegen an den Größeren so ganz mir zur zweiten Natur geworden , daß ich garnicht mehr anders kann . Mir ist so , als wenn der Große immer unsichtbar neben mir ist . Und ich glaube , daß ich ihn noch mehr erkennen werde , wenn wir oben durch die Spinngewebewolken durchgekommen sind . Konzentration ist zweifellos nur Unterordnung unter einen größeren Plan oder Gedanken . Und deshalb denke ich jetzt an nichts Anderes als an meinen großen Turm ; Dex , Labu und Manesi sind auf meiner Seite , und nun sind wir mit Dir zusammen fünf . « » Es haben « , erwiderte nun der Biba , » unzählige Weise auch auf andern Sternen immer wieder nur den einen Gedanken gehabt , daß grade nur die Ergebenheit uns mit unserm ganzen Leben versöhnen kann . Auf einzelnen Sternen sterben Millionen von Lebewesen in jeder Sekunde - dieses große Sterben ist nur dazu da , damit die Überlebenden die großartigen Schauer der Ergebenheit kennen lernen . Man nennt das zuweilen auf andern Sternen auch Religion . Und es ist ja auch so klar , daß wir eigentlich stets etwas vor uns haben müssen , das größer ist als wir ; nur so bekommen wir immer wieder einen Begriff von der kolossalen Großartigkeit der Welt . Würde es uns so leicht sein , höher zu steigen , so würden wir die Welt nicht so als Größeres und Ganzgroßes empfinden ; wir müssen immer wieder zurückgedrückt und ein wenig erdrückt werden , damit wir merken , wie groß das Große der großen Welt ist - wie wir