, weil er den Tretter , der ihn hatte fangen wollen , so schön an der Angel hielt . Auf seinen Vorschlag kehrten sie in jedem Wirtshaus unterwegs ein , und er freute sich an dem schönen Eheglück , das ihm der eifervolle Schmuser ausmalte , und auch daran , daß sich dieser Mensch so ganz umsonst plagte . Eine halbe Stunde vor Kollbach und an einem Kreuzwege mußte er Abschied nehmen von ihm , und er tat ihm auch da den Schmerz nicht an , seine wahre Meinung zu sagen , sondern ließ alles im Ungewissen und Aussichtsreichen . » Also , Schormoar , « sagte der Tretter , indem er mit gläsernen Augen seinen Weggenossen anschaute , » also , es bleibt dabei : mir gengan no amal umi auf Weichs . « » Dös hoaßt , bal i ... « » Nix da ! Mir gengan umi , und du packst de Kaltnerin z ' samm , sag i dir ! Herrgottsaggerament ! « » Is scho recht . Und du gehst jetzt hoam und schlafst dein Rausch aus ! « » Wos Rausch ? I hon koan Rausch ! Und dös muaß sei Richtigkeit hamm , daß mir auf Nikolo ... öha ! Jetzt hätt ' s mi bald g ' riss ' n ... also daß du und de Kaltnerin ... vastehst ? Daß de Kaltnerin und du ... gel ? Alta Spezi ! Und ... und ... woaßt , i bi dei Freund , und i moan da ' s guat , laß da sag ' n ... öha ! und auf deina Hozet ... da muaß i no tanz ' n , und grad luschti muaß wer ' n , gel ? Da hau hera ! « Der Tretter spuckte saftig in die Hand und hielt sie zum Treugelöbnis hin , aber der Schormayer war schon weitergegangen und in der Dunkelheit seinen Blicken beinahe entschwunden . Da schrie er ihm mit heiserer Stimme nach : » Schormoar ! Paß auf ! Auf Nikolo gilt ' s scho ! Mir gengan umi ! Herrgottsaggerament ... « Er schlug den Weg nach Pettenbach ein und schlug einen Haken nach rechts , wenn er links zu nahe an den Graben gekommen war . Einmal blieb er noch stehen und horchte , denn es war ihm , als hätte ihm der Freund gerufen ; und indem er die Hände vor den Mund hielt , schrie er in die Nacht hinein : » Wos willst ? Hoscht d ' was g ' sagt ? « Es kam keine Antwort , und der Tretter ging weiter . Der Schormayer hatte nichts mehr von ihm gewollt , aber er hatte laut gelacht und mit sich selber geredet . » Schaugt ' s no grad den b ' suffan ' Spitzbuam o ! Hätt er schmusen mög ' n ! Ha ... ha ... und mit dera Beißzanga ! « Und indem er im Gehen nach dem lärmenden Tretter hinhorchte , schickte er ihm die allerfreundlichste Einladung nach . Sechstes Kapitel Ganz nüchtern war der Schormayer selbst nicht mehr , wie er nun am Waldrande dahinging und mit dem Stecken fröhlich an die Baumstämme schlug . Alles , was er an diesem Tage erlebt hatte , war ihm ein rechtes Gaudium gewesen , und seine Fröhlichkeit war nicht trocken gelegt . Wie das schieche Weibsbild einmal grantig und einmal zutulich gewesen war , und sich gleich gar schon ausrechnete , was sie mit ihren Kindern tun werde ! » Für den Fall , daß ' s eppas wurd ' mit ins zwoa . « Freilich . Her und am Baum nauf ! Das hätte er sich ja so gedacht ! Ein zuwideres Frauenzimmer aus dem Hause hinaus , und noch das grimmigere dafür herein , und schlechte Tage , einen für den anderen , bis zum letzten . Was sie dem Tretter versprochen haben mußte , daß der gar so bärig auf die Heirat wurde ? Und wie schnell sich die verstanden hatten ! Han ? Ein paar Minuten war er draußen geblieben , und da waren sie schon einig . Die Limmerischen auch . Für die hätte wohl auch geschwind was abfallen sollen ; und der Zahler wäre er , der Schormayer , gewesen . Jetzt hockten sie gewiß noch beieinander und rechneten dem schiechen Weibsbild vor , was es für ein Glück machen könne auf dem größten Hof von Kollbach mit gutding hundert Tagwerk Grund , sechs Roß und an die vierzig Stück Vieh . Da könnte die Kaltnerin den Hintern gar stolz drehen , wenn sie als Bäuerin in dem allerschönsten Sach herumginge und alles kommandierte und ihre scharfe Stimme ertönen ließe . Was die sich bloß einbilden ! Braucht gar nix , als nur gerade wollen , und das Weibsbild hockte sich mit seinen fünfzehntausend Mark - oder nein , bloß mit der Hälfte ! - als Schormayerin nach Kollbach hinein . Aber das war hernach lustig gewesen , wie er sie alle miteinander zwei Stunden lang an der Nase herumgeführt hatte , und den ganz gescheiten Tretter erst recht . » Du muaßt it glaab ' n , daß i was davo hab ! Vo mir aus derfst du gnua ledi bleib ' n , und zweg ' n dem bin i um koan Pfenning net ärmer . « Hat sie dir nichts versprochen hinter der Tür , und meinst du , andere Leute sind dümmer wie du ? Du Tröpferl ! - Hopp auf ! Ein vorspringender Ast streifte dem Schormayer den Hut vom Kopfe , und da war er auch schon am Walde vorbei und stand auf der Höhe oberhalb Kollbach . Er strengte die Augen an und schaute nach der Richtung , wo sein Haus lag . Kein Licht schimmerte darin . War die Ursula noch nicht daheim , oder lag sie schon im Bett ? Und wenn sie daheim war und nicht ihn und nicht die Zollbrechtin gefunden hatte , dann mußt