Kochen und Gärtnen , das Nähen und Flicken versteht , und unentgeltlich die Bauerntöchter unterrichtet . Das würde viel Geld und Wohlstand im Dorfe behalten , und viele frohe , glückselige Ehen machen . Elsbeth , geh ' , verdiene dir einen großen Gotteslohn . « So sprach Oswald . Und alsbald ließ Elsbeth freudig ihre zwei Freundinnen kommen , und zeigte ihnen alle Tage in einer Feierabendstunde die Kunst , beim Nähen des Weißzeuges feine , gleichmäßige Stiche zu machen , abgeriebene oder schadhafte Stellen der Kleider , oder Risse in denselben so säuberlich zu vernähen , daß man den Schaden kaum sah . Sie lehrte sie , Hemden für Männer , Weiber und Kinder zuschneiden , mit möglichster Benutzung der Länge und Breite der Leinwand , daß es nicht viel Abfall gab ; eben so Strümpfe aus Wolle und Baumwolle stricken , mit zierlichen Zwickeln , oder die Löcher darin unsichtbar machen . Sie führte sie im Haus umher ; da war beständig aufgeräumt , denn Alles hatte seinen Platz , und wer etwas gebrauchte , legte es sogleich wieder an den Platz , wohin es gehörte . Und sie führte sie in den Stall und Keller ; da war es reinlich und trocken , und weil man immer gern säuberte , war nie darin auf einmal viel zu thun . Und sie führte sie in den Garten , und lehrte sie allerlei Küchenkräuter säen und setzen , und wenn sie reif waren , wie man sie bewahren und benutzen könne zu schmackhafter Nahrung . Und sie führte sie in die Küche , und lehrte sie die Speisen sauber und reinlich bereiten , und kochen mit wenigem Fett und einfacher Zuthat , daß dennoch alles sehr angenehm , nahrhaft und gesund ward . Zuweilen wurde sogar ein Braten gemacht und kostete wenig . Elsbeth hatte von der Mutter gelernt , in der Geschwindigkeit allerlei Suppen zuzubereiten und das Fleisch auf allerlei Weise zuzurichten , und für den Winter Bohnen , Sauerkraut , Kohl , Gurken und anderes Gewächs einzumachen . Die beiden Mädchen wunderten sich sehr , denn sie hatten dergleichen bei ihren Müttern nie gesehen , und freuten sich , wenn sie Hochzeit gehabt hätten , wie sie ihren Männern gütlich thun wollten , ohne daß es mehr kostete , als sonst . Da sie nun andern Mädchen sagten , was sie bei der Schulmeisterin alles erfuhren und lernten , und wie sie ganz wie die Elsbeth werden wollten , kam von den andern Mädchen eins um das andere zur Elsbeth und bat , ebenfalls ein wenig unterrichtet zu werden . Zuletzt ward es bei der Elsbeth wie eine wahre Schule . Denn weil Elsbeth allen jungen Männern gefiel , wollten alle Mädchen wie Elsbeth werden . Oswalds Frau hatte wohl Anfangs etwas Mühe , hintennach aber befand sie sich gar wohl dabei . Denn nun hatte sie viel Hülfe im Garten und im Stall , und Andere mußten für sie zuweilen kochen , und Andere für sie feines Zeug nähen , wenn es sonst nichts zu thun gab . Und man sah es schon folgendes Jahr vielen Gärten bei den Häusern im Dorfe an , daß da neue Ordnung hineingekommen sei . Und eine Nachbarin schaute der andern über den Hag , und sah , was sie pflanze oder säe , und wie sie es mache , und bettelte um Setzlinge oder Samen . Danach , wie der Sommer und Herbst kam , trugen viele Bauernweiber vom Ueberfluß ihres schönen Gemüses zum Verkauf in die Stadt , und brachten schönes Geld wieder nach Hause . Das machte allen große Freude , nur denen nicht , die es nicht so hatten . Die gingen dann auch zur Elsbeth und fragten um dies und das . Und Elsbeth gab guten Rath , und Alles , was sie wußte und , seitdem sie unterrichtete , noch selber gelernt hatte . Sie that das sehr gern , denn sie war herzgut , und Worte sind ja nicht kostbar , zumal jungen Weibern . Das erwarb der Schulmeistern viele Liebe und angenehmen Ruf , und Jedermann lebte ihr zu Gefallen . Und alle Welt im Dorfe hatte rechtes Mitleiden mit der hübschen guten Frau , daß sie den Oswald zum Manne habe , weil er doch in die Hölle müsse . Denn man wußte wohl , er sei ein Hexenmeister , der böse Künste treibe und mit Leib und Seele verloren gehe . 12. Wie der Löwenwirth auf die Nase fällt , und was sich weiter begeben hat . Oswald mochte es anstellen , wie er wollte , man legte ihm alles übel aus . Wenn er die Kinder lehrte , daß es keine Gespenster gäbe , sondern daß das nur Einbildung furchtsamer und abergläubiger Leute wäre : so sagte man im Dorfe , er glaube weder einen Gott noch einen Teufel . Oder wenn er den Kindern in der Schule die giftigen Pflanzen in den Feldern und Wäldern zeigte , damit sie solche kennen und sich vor dem Genuß der Beeren und Wurzeln hüten lernten : so sagte man im Dorfe , er wolle die Kinder Giftmischerei lehren . Besonders lauerte ihm der Löwenwirth Brenzel auf , und sammelte sorgfältig alle bösen Reden über Oswald . Als er endlich genug wußte , sprach er : » Ich weiß genug , um ihm den Hals zu brechen . Er muß vor Gericht , und seine eigene Schwiegermutter , die Müllerin , soll wider ihn zeugen und vor Gericht bekennen , was sie von ihm weiß . Als Vorsteher ist es meine Pflicht , zu reden . Ich kann das nicht länger dulden , ohne verantwortlich zu werden . « Also machte er sich eines Sonntags auf und legte seine Staatskleider an , setzte den dreieckigen Hut recht majestätisch auf , nahm das spanische Rohr mit dem silbernen Knopf , und ging mit breiten Schritten zum Dorf hinaus nach der Stadt . Er sagte aber keinem Menschen ein Wort davon , daß