eines Helden Ehre zu zweifeln . Cethegus ist ein Held . « » Er ist ein Römer . Gute Nacht ! « sagte Teja , das Schwert einsteckend . Und er ging mit seinen Goten andren Weges . Cethegus aber warf sich diese Nacht unwillig aufs Lager . Er war uneins in sich . Er grollte mit Julius . Er grollte bitter mit Witichis , bittrer noch mit Teja . Am bittersten mit sich selbst . * * * Am folgenden Tage versammelte Witichis noch einmal Volk , Senat und Klerus der Stadt bei den Thermen des Titus . Von der höchsten Stufe der Marmortreppe des stolzen Gebäudes herab , die von den Großen des Heeres besetzt war , hielt der König eine schlichte Ansprache an die Römer . Er erklärte , daß er auf kurze Zeit die Stadt räumen und zurückweichen werde . Bald aber werde er wiederkehren . Er erinnerte sie der Milde der gotischen Herrschaft , der Wohltaten Theoderichs und Amalaswinthens , und forderte sie auf , Belisar , falls er heranrücke , mutig zu widerstehen , bis die Goten zum Entsatz wieder heranrückten : der Römer wieder an die Waffen gewöhnte Legionare und ihre starken Mauern machten langen Widerstand möglich . Zuletzt forderte er den Eid der Treue und ließ sie nochmals feierlich schwören , daß sie ihre Stadt auf Leben und Tod gegen Belisar verteidigen wollten . Die Römer zögerten : denn ihre Gedanken waren jetzt schon im Lager Belisars und sie scheuten den Meineid . Da scholl dumpfer feierlicher Gesang von der Sacra Via her : und an dem slavischen Amphitheater vorbei zog eine große Prozession von Priestern mit Psalmengesang und Weihrauchschwang heran . In der Nacht war Papst Agapet gestorben und in aller Eile hatte man Silverius , den Archidiakon , zu seinem Nachfolger gewählt . Langsam und feierlich wogte das Heer von Priestern heran : die Insignien der Bischofswürde von Rom wurden vorausgetragen : silberstimmige Knaben sangen in süßen und doch weihevollen Weisen . Endlich nahte die Sänfte des Papstes : offen , breit , reichvergoldet , einem Schiffe nachgebildet . Die Träger gingen langsam , Schritt für Schritt , nach dem Takt der Musik , von ringsum drängendem Volk umwogt , das nach dem Segen seines neuen Bischofs verlangte . Silverius spendete unablässig denselben , mit seinem klugen Haupte rechts und links hin nickend . Eine große Zahl von Priestern und ein Zug von speertragenden Söldnern schloß die Prozession . Sie hielt inne , als sie in die Mitte des Platzes gelangt war . Schweigend , mit trotzigen Augen , sahen die arianischen , gotischen Krieger , die alle Mündungen des Platzes besetzt hielten , den stolzen , prachtentfaltenden Aufzug der ihnen feindlichen Kirche , indes die Römer die Ankunft ihres Seelenhirten um so freudiger begrüßten , als seine Stimme ihre Gewissenszweifel wegen des zu leistenden Eides lösen sollte . Eben wollte Silverius seine Ansprache an das versammelte Volk beginnen , als der Arm eines turmlangen Goten , über die Brüstung der Sänfte hereinlangend , ihn an dem goldbrokatnen Mantel zupfte . Unwillig ob der wenig ehrerbietigen Störung wandte Silverius das strenge Gesicht , aber uneingeschüchtert sprach der Gote , den Ruck wiederholend : » Komm , Priester , du sollst hinauf zum König . « Silverius hätte es angemessener gefunden , wenn der König zu ihm heruntergekommen wäre , und Hildebad schien etwas dergleichen in seinen Mienen zu lesen . Denn er rief : » ' s ist nicht anders ! duck ' dich , Pfäfflein ! « Und damit drückte er einen der die Sänfte tragenden Priester an der Schulter nieder : die Träger ließen sich nun auf die Kniee herab , und seufzend stieg Silverius heraus , Hildebad auf die Treppe folgend . Als er vor Witichis angelangt war , ergriff dieser seine Hand , trat mit ihm vor , an den Rand der Treppe , und sprach : » Ihr Männer von Rom , diesen hier haben eure Priester zu eurem Bischof bezeichnet . Ich genehmige die Wahl : er sei Papst , sobald er mir Gehorsam geschworen und euch den Eid der Treue für mich abgenommen hat . Schwöre , Priester ! « Nur einen Augenblick war Silverius betroffen . Aber sogleich wieder gefaßt , wandte er sich mit salbungsvollem Lächeln zu dem Volk , dann zum König . » Du befiehlst ? « sprach er . » Schwöre , « rief Witichis , » daß du in unsrer Abwesenheit alles aufbieten wirst , diese Stadt Rom in Treue zu den Goten zu erhalten , denen sie soviel verdankt ; in allen Stücken uns zu fördern , unsre Feinde aber zu schädigen . Schwöre Treue den Goten . « » Ich schwöre , « sagte Silverius , sich zu dem Volke wendend . » Und so fordre ich , der ich die Macht habe , die Seelen zu binden und zu lösen , euch , ihr Römer , umstarret rings von gotischen Waffen , auf , im gleichen Sinne zu schwören , wie ich geschworen habe . « Die Priester und einige der Vornehmen schienen verstanden zu haben und erhoben unbedenklich die Finger zum Schwur . Da besann sich auch die Menge nicht länger , und der Platz erscholl von dem lauten Ruf : » Wir schwören Treue den Goten . « » Es ist gut , Bischof von Rom , « sprach der König . » Wir bauen auf euren Schwur . Lebt wohl , ihr Römer ! Bald werden wir uns wiedersehen . « Und er schritt die breiten Stufen nieder . Teja und Hildebad folgten ihm . » Jetzt bin ich nur begierig ... « - sagte Teja . » Ob sie es halten ? « meinte Hildebad . » Nein . Gar nicht . Aber wie sie ' s brechen . Nun , der Priester wird ' s schon finden . « Und mit fliegenden Fahnen zogen die Goten ab zur Porta Flaminia hinaus , die Stadt ihrem Papst und dem Präfekten