Gestalten auf den Pfad an dem Waldsaume dahin , und gingen auf dem Pfade gegen das Haus Heinrichs . Als sie gegen die Tiefe kamen , wo die zwei Wege sich vereinigen , sah Witiko den Mann Wolf noch immer auf dem Steine in der Schlucht neben dem Gebüsche sitzen . Da Wolf die Wandler erblickte , sprang er von dem Steine , und eilte in großen Sprüngen durch die Schlucht gegen das Haus . Witiko und Bertha aber gingen an dem Bache dem Hause zu , von dem Witiko vor kurzem allein herauf gegangen war . Als sie das Haus erreicht hatten , gingen sie durch die nämliche Tür in dasselbe , durch welche Bertha Witiko herein geführt hatte , da er das erste Mal hieher gekommen war . Sie traten in den Vorsaal , und von demselben in den Saal . Er war leer . Hier löste Bertha ihren Arm von dem Witikos , und eilte in die ferneren Gemächer . Witiko aber ging zu den Seinigen . Der Mann in dem braunen Gewande schlief noch immer auf dem Bette , und Raimund war wieder nicht in der Herbergwohnung . Witiko ging auch wieder von den Stuben fort , und ging gegen die Ställe . An der Tür zu den fremden Pferden standen die Knechte Hando und Raimund , und sprachen . » Hando « , sagte Witiko , » gehe zu deinem Herrn , und frage ihn von mir , ob ich zu dieser Frist zu ihm kommen , und mit ihm reden dürfe . « » Ich werde es tun « , sagte Hando . Er ging in das Haus . Witiko sprach zu Raimund : » In unsern Kammern stehen Speisen und Getränke . Wenn du essen und trinken willst , so gehe hin , und nimm , was du bedarfst . Ich esse jetzt nicht . Der andere schläft , und lasse ihn schlafen . « » Ich werde etwas von den Speisen nehmen « , sagte Raimund . Der Knecht Hando kam zurück , und sagte : » Ich soll Euch zu dem Herrn führen . « » So führe mich « , antwortete Witiko . Der Knecht ging voran , Witiko folgte ihm . Aus dem Gange des Vorsaales hinter der eisenbeschlagenen Eingangstür führte der Knecht Witiko in ein Gemach , in welchem Heinrich an einem Tische saß . Er stand auf , da Witiko eingetreten war . Da der Knecht sich entfernt hatte , sagte Witiko : » Wenn es Euch genehm ist , mich zu hören , so hätte ich Euch etwas mitzuteilen , das Euch und mich betrifft . « » Sprecht , Witiko « , sagte Heinrich , » das Gemach ist zu meinem Gebrauche . « Er wies auf einen Stuhl , und als sich Witiko darauf niedergelassen hatte , setzte er sich auf einen andern . Witiko sprach : » Ich bin vor vier Jahren auf einem Ritte von Passau nach Böhmen in Euern Wald gekommen . Weil des andern Tages ein Sonntag war , ließ ich mein Pferd bei den Köhlern an der Mihel stehen , und ging in den Wald , um zu beten . Ich sah nach dem Gebete an dem Waldrande ein Mädchen stehen , das noch sehr jung war . Das Mädchen trug rote Waldrosen in einem Kranze um das Haupt . Ich sprach mit dem Mädchen , wir setzten uns auf Steine , und redeten Dinge , wie sie Kinder zu reden pflegen . Das Mädchen war Eure Tochter Bertha , und führte mich in Euer Haus . Ich habe das Kind nicht vergessen , und trug es in dem Sinne . Dann dachte ich , wenn ich etwas getan habe , daß ich zu den guten Männern unseres Landes gezählt werde , wolle ich kommen , und fragen , ob Bertha mein Weib werden könne . Die Zeit zu dieser Frage war noch nicht gekommen , weil ich noch nichts zu tun vermocht habe . Ich bin heute zu Euch geritten , Eure Gastfreundschaft für eine Nacht zu erbitten . Ihr gewährtet sie . Dann ging ich zu Eurer Gemahlin , um ihr den Ankunftsgruß zu bringen . Sie sprach mit Güte zu mir . Hierauf ging ich in den Wald . Es war mein Wille , Bertha zu suchen . Ich fand sie , und da kam vorzeitig aus dem Munde , was später hätte gesprochen werden sollen . Ich sagte , daß ich nie ein anderes Weib zu meiner Gattin nehmen werde als Bertha , und Bertha sagte , daß sie nie einen andern Mann zum Gatten nehmen werde als mich , und ich küßte Eure Tochter auf den Mund . Wenn Ihr ein Mann seid , der meint , daß durch diese Handlung die Gastlichkeit verletzt worden ist , so werde ich Euch die Genugtuung leisten , die Ihr gerecht fordern könnet . Morgen muß ich fortreisen . Bestimmt nach vier Tagen einen Tag , ich werde kommen . Was ich zu Bertha gesprochen habe , ist wie eine Handfeste , die gilt . Bertha tue , wie sie muß . « Witiko schwieg . Heinrich aber sprach nach einer Weile : » Witiko , jetzt höret mich an . Von dem alten Randshofe , dem Eigen der Pipine und der Söhne Karls , sieht man über die Brunnenau und den Innstrom wasserabwärts einen Fels , darauf die Burg Jugelbach steht . Die Burg ist das Haus unseres Geschlechtes . Ich bin Heinrich von Jugelbach . Man nennt mich Fahrirre , weil ich die Eigen vieler Herren gesehen habe , und über Land und Meer gefahren bin . Ihr seht aber an meinem Waldhause , daß ich auch stille lebe . Mein Vater ist Werinhart von Jugelbach , meine Mutter ist Benedicta von Aschach . Mein Bruder ist Gebhart von Jugelbach , der älteste Bruder Werinhart ist gestorben . Meine Gattin ist Wiulfhilt von Dornberg . Bertha ist unser einziges Kind . Der edle Mann ,