Herzen tun , was noch auf demselben ist . « » E Muetter , öppe das nit , es wird sicher bessere , wollt Ihr nicht einen Augenblick schlafen ? « sagte Resli . » Es ist jetzt nicht Zeit zum Schlafen « , sagte Änneli , » meine Zeit ist aus , ich fühle es , es git de bald e länge Schlaf zum Leue . Los , schwyg u gib mr dHand , es ist ja Gottes Wille , daß die Einen gehen , die Andern kommen . Aber eben das ist jetzt mein großer Kummer und das Einzige , wo ich auf dem Herzen habe , daß die noch nicht da ist , die nach mir hier sein wird , daß ich mein Tagewerk niemand abgeben , Mann und Kinder niemere anempfehle kann . Das drückt mich . Fragen habe ich dich nicht wollen , wie es dir sei im Herzen , ich habe gesehen , daß du viel zu verwerchen hast und das lieber alleine machst . Aber jetzt möchte ich deinen Sinn doch wissen ; liebst das Meitschi , oder sinnest an ein anderes ? Denn eine Hausfrau mußt du haben , Annelisi folgt dem Mann , ich dem Vater droben , da muß jemand anders herbei . « » Nein wäger , Mutter , an kein ander Meitschi habe ich gesinnet , wie wollte ich auch ! « » So liebst das andere noch ? « fragte Änneli . » Mutter , ich sollte nicht , aber aus dem Sinn bringen kann ichs nicht , und wenn ich schon etwas anderes denken will , es ist immer wieder da und steht mir vor den Augen . « » Los , Kind , das freut mich , du nimmst es also , wenn ich nicht mehr bin ? « » Was denkt Ihr , Mutter « , antwortete Resli , » da wärs ja , als hätte ich auf Euern Tod gewartet und Ihr wäret mir jetzt aus dem Weg gegangen . Nein , Mutter , das soll niemand glauben . Auch kann ichs nicht vergessen , wie es mir Augen gemacht hat , so zornige , Mutter , sie haben fry zündet , und kein gutes Wort hat es mir geben wollen , dr tusig Gottswille habe ich darum bete , wie ih no kei Mönsch bete ha , un keis Wörtli hets mr gseit , u so hets mih la gah . U so könnt ih niemere la gah , u wärs my ärgst Find . U da soll ih ga anekneue u ga säge : Gottlob , dMuetter ist jetz tot ! U für was für es Meitschi ? Wo mr keis guets Wort het welle gä . Muetter , wenns als Frau so tät , so wüest un lätz , ih wär dr unglücklichst Tropf uf dr Welt u müeßt mih ja schäme vor alle Lüte , vor Knechte u Mägde . « » Kind , du mußt das nicht so nehmen « , sagte Änneli . » Daß du nicht auf meinen Tod gewartet , das weiß öppe , wer uns kennt , und die Andern machen uns nichts . Und wegem Meitschi mußt du nicht so sein und das sövli höch ihm näh . So wege einem einzigen Augenblick es zu verstoßen aus deinem Herzen , und ds Meitschi hanget a dr , denk doch , wenn unser Herrgott auch so sein wollte ! « » Nein , Mutter , wenns mich lieb hätte , so hätte es nit so ta ; es ha scho hie son es gspässigs Gsicht gmacht , ih ha nit gwüßt , was ih drus mache söll , es het mr himmelangst gmacht « , antwortete Resli . » Ich habe der Sach auch nachgedacht , Kind , und anfangs hets mih duret ; ich habe geglaubt , es gefalle ihm hier nicht , man warte nicht gut genug auf und erweise ihm nicht genug Ehre , und bin fast mißtreus worde . Da ists mir aufgegangen auf einmal , es ha mih düecht , sein Mänteli sei ein Fenster , und was dahinter sei , könne ich sehen , so deutlich , wie wenn es mir vor Augen wäre , und doch ist der Spiegel eigentlich in meinem Herzen gewesen , und was ich in dem des Meitschis erkannte , las ich eigentlich ab in mir . O Kind , glaub , wenn man sich zurückbesinnt , wie es einem gewesen und was man gedacht und erfahren , so ist das gerade , als ob man lesen könnte eine unbekannte Gschrift , wo die meisten Menschen nicht einmal die Buchstaben sehen , geschweige dann sie verstehen . So ists mir gegangen . Von meinem Vater habe ich nie viel gesagt , aber betet für ihn viel . Er hat viel wüst getan , daheim und in den Wirtshäusern , es ha mih mängist düecht , ih möcht i Bode schlüfe , un wenn Lüt drby gsi sy , su han ih nit viel gseit , aber es Gsicht gmacht akkurat wie dys Meitschi , u ha so weni as mügli vorufgluegt , damit ih dr Vater nit gsäch u nit , was dLüt für Auge mache , un es guets Wort hätte ich keinem Mönsche chönne gä , und hätts ds Lebe golte ; es het mih düecht , ih möcht entweder pläre oder täubele , daß es kei Gattig hätt . Und mein Vater wäre mir doch noch lieber gewesen als der Andere , e so wüest mit Märte un uf e Gyt hi Jeste ist er doch de nit gsi . Das hat das Mädchen drückt , hier hats ihm gefallen , und viel ist ihm ungewohnts gewesen ; ich habe mich dann wohl geachtet , wie es dies und jenes gschauet het und wie es ihm fremd gewesen , und daheim wars grusam gerne fort , bsungerbar wenns so e Wüeste hürate sött , und grusam angst ists ihm worde