, der so schmeichelt , und so dieser auf ihn zurück , daß beide ineinander aufblühen , und das nennen wir begeisternde Schönheit . Mein Freund , das ist das Flüstern der Liebe , wenn Liebende einander sagen , daß sie schön sind . * * * Wo ist denn der Ruhesitz der Seele ? Wo fühlt sie sich beschwichtigt genug , um zu atmen und sich zu besinnen ? - Im engen Raum ist ' s , im Busen des Freundes ; - in Dir heimatlich sein , das führt zur Besinnung . Ach , wie wohl ist mir , wenn ich ganz wie ein Kind in Deiner Gegenwart spielen darf ; wenn alles , was ich beginne , von dem Gefühl Deiner Nähe geheiligt ist ; und daß ich mich ergehen kann in Deiner Natur , die keiner kennt , keiner ahnet . - Wie schön ist ' s , daß ich allein mit Dir bin , dort , wo die Sterne sich spiegeln in der klaren Tiefe Deiner Seele . Gönne es mir , daß ich so meine Welt in Dir eingerichtet habe ; vernichte nicht mit Deinem Willen , was Willkür nie erzeugen könnte . Ich küsse Deiner Füße Spuren und will mich nicht hereindrängen in Deine Sinnenwelt , aber sei mit mir in meiner Gedankenwelt ; lege freundlich die Hand auf das Haupt , das sich beugt , weil es der Liebe geweiht ist . Der Wind rasselt am Fenster ; welche Länder hat er schon durchstreift ? Wo kommt er her ? Wie schnell hat er die Strecke von Dir zu mir durchflogen ? Hat er keinen Atemzug , in seinem Rasen und Toben , keinen Hauch von Dir mit fortgerissen ? Ich habe den Glauben an eine Offenbarung des Geistes ; sie liegt nicht im Gefühl , im Schauen oder im Vernehmen ; sie bricht hervor aus der Gesamtheit der auffassenden Organe ; wenn die alle der Liebe dienen , dann offenbaren sie das Geliebte ; sie sind der Spiegel der inneren Welt . Ein Dasein im Geliebten haben ohne einen Standpunkt sinnlichen Bewußtseins , was kann mächtiger uns von unserer geistigen Macht und Unendlichkeit überzeugen ? - * * * Sollte ich Dir heute nichts zu sagen haben ? - Was stört mich denn heute am frühen Morgen ? Vielleicht , daß die Sperlinge die Schwalben hier aus dem Nest unter meinem Fenster vertrieben haben ? - Die Schwalben sind geschwätzig , aber sie sind freundlich und friedlich ; die Sperlinge argumentieren , sie behaupten und lassen sich ihren Witz nicht nehmen . Wenn die Schwalbe heimkehrt von den Kreisflügen um ihre Heimat , dann ergießt sich die Kehle in lauter liebkosende Mitteilung , ihr gegenseitiges Gezwitscher ist das Element ihrer Liebeslust , wie der Äther das Element ihrer Weltanschauung ist . Der Sperling fliegt da und dorthin , er hat sein Teil Eigensucht , er lebt nicht wie die Schwalbe im Busen des Freundes . Und nun ist die Schwalbe fort , und der Sperling hat ihren Wohnsitz , wo süße Geheimnisse und Träume ihre Rollen spielten . Ach ! - Du ! Meine schlüpfrige Feder hätte schier Deinen Namen geschrieben , während ich im Zorn bin , daß die Schwalbe vom Sperling verjagt ist . Ich bin die Schwalbe , wer der Sperling ist , das magst Du wissen , aber ich bin wahrhaftig die Schwalbe . * * * Um Mitternacht Gesang unter meinem Fenster ; sie sitzen auf der Bank an der Haustür ; der Mond , wie er mit den Wolken spielt , hat sie wohl zum Singen gebracht , oder auch die Langeweile der Ruhe ; die Stimmen verbreiten sich durch die Einsamkeit der Nacht , da hört man nichts als nur das Plätschern der Wellen am Ufer , die die langen gehaltenen Intervalle dieses Gesangs ausfüllen . Was ist dieser Gesang für mich ? Warum bin ich in seine Gewalt gegeben , daß ich mich der Tränen kaum enthalte ? - Es ist ein Ruf in die Ferne ; wärst Du jenseits , wo seine letzten Töne verhallen , und empfändest den Ausdruck der herzlichen Sehnsucht , den er in mir aufgeregt hat , und wüßtest , daß in Dir das Glück der Befriedigung läge ! Ach schlafen ! Nicht mehr dem Gesang zuhören , da ich doch aus der Ferne nicht das Echo des Gleichgestimmten vernehme ! Es ist wenig , was ich Dir hier mitteile : eintöniger Gesang , Mondesglanz , tiefe Schatten , geistermäßige Stille , Lauschen in die Ferne , das ist alles , und doch - es gibt nichts , was ein volles Herz Dir mehr zu bieten vermöchte ! * * * Freund ! Morgendämmerung weckt mich schon , und ich habe doch gestern tief in die Nacht hinein gewacht . Freund ! Süßer ! Geliebter ! Es war eine kurze Zeit des Schlafs , denn ich hab von Dir geträumt ; im Wachen oder im Traum , mit Dir , da eilen die Rosse unbändig . Drum pocht das Herz und Wange und Schläfe erhitzt , weil die Zeit so rücksichtslos auf die seligen Minuten vorüberjagt . Wenn die Angst um die Flucht des Besitzes nicht wär , wie wär da Lieb und Lust ein tiefer Friede , ein Schlaf , ein Behagen der Ruhe ! Wenn wir an Gräbern vorübergehen und uns besinnen , wie sie da verdeckt liegen und beschwichtigt , die pochenden Herzen , dann befällt uns feierliche Rührung ; wenn aber die Liebe sich einsenken könnte zu zweien , wie sie es bedarf , so tief abgeschieden wie im Grab , und wenn auch die Weltgeschichte über die Stätte hintanzte , - was ging sie uns an ? - Ja , das kann ich wohl fragen , aber Du nicht . Was ich träumte ? Wir standen aneinander gelehnt im nächtlichen Dämmerlicht , das Sternenlicht spiegelte sich in Deinen Augen . Traumlicht , Sternenlicht , Augenlicht spiegelten ineinander . - Dies Auge , das