bekannt machen . Einige Nachrichten von den Lebensumständen des verstorbenen Maria Mitgeteilt von einem Zurückgebliebenen Der Leser , der in den vorhergehenden Blättern bald mehr bald weniger gerührt und angesprochen wurde , wird nicht ohne Interesse diesen Erinnerungen an den verstorbenen Verfasser begegnen . Sein ganzes Leben war so geheimnisvoll , daß ich , statt einer vollständigen Entwicklung seines Gemüts und seiner Jugend , nur mitteilen kann , wie ich ihn kennen gelernt , wie er mir und unsern Freunden erschienen ist und wie wir noch jetzt um ihn weinen . Der Kummer findet in jeder Klage Trost - und an verlorne Hoffnungen denken wir leichter , wenn wir auch andere dafür interessiert wissen . Seine äußere Erscheinung bizarr oder angenehm , aber immer anziehend - seine Unterhaltung schnell , sehr lebhaft , immer witzig - vielen fremd , einigen sehr lieb - in seinem ganzen Dasein ein gewaltsames Ringen seines Gemüts und der äußern Welt - so sah ich Maria zuerst in J. und fühlte mich schnell zu ihm hingezogen . Keiner , der in J. war , nennt diesen Abschnitt seines Lebens ohne Dankbarkeit und angenehme Erinnerung ! Elise ! - Dieser Sommer , in dem ich Maria kennen lernte , und das Jahr , das wir miteinander verlebten , sind mir unvergeßlich . Wie es überhaupt Ton in J. war , mit allen bekannt , mit wenigen vertraut zu sein , denn eine anständige Freiheit schuf eine glückliche Geselligkeit , in der jeder leicht den fand , den er suchte - so fanden auch wir , Maria und ich , uns bald in einem fröhlichen Kreise gleichgesinnter Freunde . Ihr guten Jünglinge , du vor allen treuer Wr . , wo ihr auch seid , entfernt , zerstreut - Maria hat euch nie vergessen - ihr begegnetet den letzten Blicken , die er zurückwarf - neben seinem Schatten reicht mir die Hand , nicht wahr ? wir lieben uns noch und vergessen ihn nicht ? - Darf ich nennen , was uns alle verband ? Ein Dichter hatte uns alle geweckt ; der Geist seiner Werke war der Mittelpunkt geworden , in dem wir uns selbst und einander wiederfanden ; mannigfach voneinander unterschieden waren wir , wie unsre Zeitgenossen , ohne Religion und Vaterland ; wer die Liebe kannte , fühlte sie zerstörend - ohne diese Dichtungen wäre der lebendige Keim des bessern Daseins in uns zerstört , wie in so vielen . Im Genusse dieser Werke wurden wir Freunde , in Erkenntnis seiner Vortrefflichkeit gebildet , mit dem Leben einig , zu allen Unternehmungen mutig , zu einzelnen Versuchen geschickt . Deutschland hätte unser Studium Goethens kennen gelernt , wenn mehrere von uns Marias poetisches Talent gehabt . Sein Gemüt war früher von einem andern Dichter berührt und seine dunkle verstimmte Jugend konnte sich lange dem heitern Genius nicht vertrauen ; aber bald verdankte er ihm , daß sein Schmerz Klage , sein Unglück Kraft , seine Trauer um Liebe Streben nach Kunst wurde . Alle Erinnerungen seiner Kindheit verloren sich in den Schmerz , keine Eltern zu haben , alle Hoffnungen seiner Jugend brach die Verzweiflung der Liebe . Wie sein Leben bedeckte auch diese Leidenschaft ein Schleier . Daß er ein edles Weib , getrennt durch Verhältnisse , unglücklich liebe , war keinem von uns verborgen , denn es war der Inhalt seines ganzen Daseins . Das Geheimnis selbst schläft in deiner Brust , Clemens Brentano ! Du hattest Marias ganzes Vertrauen , und weil du weißt , was er litt , darum hast du am tiefsten gefühlt , wie wert ihm die Ruhe ! Er gestand uns gern , wie er sich erheitre in unserm Umgange ; er fing an , sich und seinen Talenten zu vertrauen - mehrere Aufsätze , die noch nicht gedruckt wurden , sind in dieser Zeit geschrieben - sein Godwi entworfen , hin und wieder ausgeführt . In keinem glücklichern Momente hätte er das angenehmste Verhältnis finden können , das er jemals hatte - deine Bekanntschaft , T. , und den Umgang mit dir , Fr . S. , und deiner edlen Freundin . Freundlicher T. , führt dir ein Zufall diese Blätter in die Hände , siehst du sie lächelnd durch , wie du pflegst , darf ich dich anreden , darf ich dir sagen , wie wir alle dich liebten , wie du uns im Leben begegnetest wie in der Dichtung , einfach , gütig , der Gottheit und der Vorzeit empfänglich , reich an treffendem Witz , reicher an Gefühl , Dichter und Künstler , wie es wenige sind ? Von uns allen hatten deine Werke Maria am meisten gerührt , er pries sich glücklich , je mehr er dich sahe , er ward fleißig , von dir zu lernen , noch auf seinem Krankenlager erquickten ihn deine Erfindungen . T. ' s Umgang war ihm ermunternd - S. ' s Nähe bildender . Wenige haben sich dir , gute fromme Seele , mit diesem Vertrauen genähert - deinen Verstand , deinen Blick , deine tiefe gefühlte Würde , F.S. , achtete Maria , - deinen verhüllten Enthusiasmus erkannte er . Sein Schicksal war ein ewiger Irrtum - so hat er euch verloren . Daß ich unter seinen Freunden noch die auszeichne , die am meisten auf ihn gewirkt haben . Die Wissenschaft mag R. ' s Genie , den erfindsamen Fleiß , den tiefen Geist und die heilige Ahndung seiner Untersuchungen dankbar bewundern - Maria liebte die Heiterkeit , mit der er ein großes Leben begann und den kühnen Witz seiner Unterhaltung . Von einer andern Seite berührte ihn die seltene Erhabenheit in Kl . ' s Gemüte . Trefflicher Spiegel deines Zeitalters ! Dich weckte schon in früher Jugend der Genius , mit verstecken Erfindungen dem Irrtume zu begegnen - was du geschrieben , ist eine stille Persiflage der herrschenden Schwäche - mit kluger Mäßigung verhüllst du dein Vorhaben und deine Originalität - viele sind dir begegnet , ohne dich zu erkennen -