schon beim Schluß des vorigen Heftes geahnet , ja vermutet , das gute Wesen sei entdeckt worden . Die Beschreibung der schroffen Gebirgsgegend habe ihn zuerst in jene Zustände versetzt , besonders aber sei er durch die Ahnung Lenardos in jener Mondennacht , so auch durch die Wiederholung der Worte seines Briefes auf die Spur geleitet worden . Friedrich , dem er das alles umständlich vortrug , ließ sich es auch ganz wohl gefallen . Hier aber wird die Pflicht des Mitteilens , Darstellens , Ausführens und Zusammenziehens immer schwieriger . Wer fühlt nicht , daß wir uns diesmal dem Ende nähern , wo die Furcht , in Umständlichkeiten zu verweilen , mit dem Wunsche , nichts völlig unerörtert zu lassen , uns in Zwiespalt versetzt . Durch die eben angekommene Depesche wurden wir zwar von manchem unterrichtet , die Briefe jedoch und die vielfachen Beilagen enthielten verschiedene Dinge , gerade nicht von allgemeinem Interesse . Wir sind also gesonnen , dasjenige , was wir damals gewußt und erfahren , ferner auch das , was später zu unserer Kenntnis kam , zusammenzufassen und in diesem Sinne das übernommene ernste Geschäft eines treuen Referenten getrost abzuschließen . Vor allen Dingen haben wir daher zu berichten , daß Lothario mit Theresen , seiner Gemahlin , und Natalien , die ihren Bruder nicht von sich lassen wollte , in Begleitung des Abbés schon wirklich zur See gegangen sind . Unter günstigen Vorbedeutungen reisten sie ab , und hoffentlich bläht ein fördernder Wind ihre Segel . Die einzige unangenehme Empfindung , eine wahre sittliche Trauer , nehmen sie mit : daß sie Makarien vorher nicht ihren Besuch abstatten konnten . Der Umweg war zu groß , das Unternehmen zu bedeutend ; schon warf man sich einige Zögerung vor und mußte selbst eine heilige Pflicht der Notwendigkeit aufopfern . Wir aber , von unserer erzählenden und darstellenden Seite , sollten diese teuren Personen , die uns früher so viele Neigung abgewonnen , nicht in so weite Entfernung ziehen lassen , ohne von ihrem bisherigen Vornehmen und Tun nähere Nachricht erteilt zu haben , besonders da wir so lange nichts Ausführliches von ihnen vernommen . Gleichwohl unterlassen wir dieses , weil ihr bisheriges Geschäft sich nur vorbereitend auf das große Unternehmen bezog , auf welches wir sie lossteuern sehen . Wir leben jedoch in der Hoffnung , sie dereinst in voller geregelter Tätigkeit , den wahren Wert ihrer verschiedenen Charaktere offenbarend , vergnüglich wiederzufinden . Juliette , die Sinnige-Gute , deren wir uns wohl noch erinnern , hatte geheiratet , einen Mann nach dem Herzen des Oheims , durchaus in seinem Sinne mit- und fortwirkend . Juliette war in der letzten Zeit viel um die Tante , wo manche derjenigen zusammentrafen , auf die sie wohltätigen Einfluß gehabt ; nicht nur solche , die dem festen Lande gewidmet bleiben , auch solche , die über See zu gehen gedenken . Lenardo hingegen hatte schon früher mit Friedrichen Abschied genommen ; die Mitteilung durch Boten war unter diesen desto lebhafter . Vermißte man also in dem Verzeichnisse der Gäste jene edlen Obengenannten , so waren doch manche bedeutende , uns schon näher bekannte Personen darauf zu finden . Hilarie kam mit ihrem Gatten , der nun als Hauptmann und entschieden reicher Gutsbesitzer auftrat . Sie in ihrer großen Anmut und Liebenswürdigkeit gewann sich hier wie überall gar gern Verzeihung einer allzu großen Leichtigkeit , von Interesse zu Interesse übergehend zu wechseln , deren wir sie im Lauf der Erzählung schuldig gefunden . Besonders die Männer rechneten es ihr nicht hoch an . Einen dergleichen Fehler , wenn es einer ist , finden sie nicht anstößig , weil ein jeder wünschen und hoffen mag , auch an die Reihe zu kommen . Flavio , ihr Gemahl , rüstig , munter und liebenswürdig genug , schien vollkommen ihre Neigung zu fesseln ; sie mochte sich das Vergangene selbst verziehen haben ; auch fand Makarie keinen Anlaß , dessen zu erwähnen . Er , der immer leidenschaftliche Dichter , bat sich aus , beim Abschiede ein Gedicht vorlesen zu dürfen , welches er zu Ehren ihrer und ihrer Umgebung in den wenigen Tagen seines Hierseins verfaßte . Man sah ihn oft im Freien auf und ab gehen , nach einigem Stillstand mit bewegter Gebärde wieder vorwärts schreitend in die Schreibtafel schreiben , sinnen und wieder schreiben . Nun aber schien er es für vollendet zu halten , als er durch Angela jenen Wunsch zu erkennen gab . Die gute Dame , obgleich ungern , verstand sich hiezu , und es ließ sich allenfalls anhören , ob man gleich dadurch weiter nichts erfuhr , als was man schon wußte , nichts fühlte , als was man schon gefühlt hatte . Indessen war denn doch der Vortrag leicht und gefällig , Wendung und Reim mitunter neu , wenn man es auch hätte im ganzen etwas kürzer wünschen mögen . Zuletzt übergab er dasselbe , auf gerändertes Papier sehr schön geschrieben , und man schied mit vollkommener wechselseitiger Zufriedenheit . Dieses Paar war von einer bedeutenden , wohlgenutzten Reise nach dem Süden zurückgekommen , um den Vater , den Major , von Hause abzulösen , der mit jener Unwiderstehlichen , die nun seine Gemahlin geworden , auch etwas von der paradiesischen Luft zu einiger Erquickung einatmen wollte . Diese beiden kamen denn auch , im Wechsel , und so wie überall hatte bei Makarien die Merkwürdige auch vorzügliche Gunst , welche sich besonders darin erwies , daß die Dame in den innern Zimmern und allein empfangen wurde , welche Geneigtheit auch nachher dem Major zuteil ward . Dieser empfahl sich darauf sogleich als gebildeter Militär , guter Haus- und Landwirt , Literaturfreund , sogar als Lehrdichter beifallswürdig und fand bei dem Astronomen und sonstigen Hausgenossen guten Eingang . Auch von unserm alten Herrn , dem würdigen Oheim , ward er besonders ausgezeichnet , welcher , in mäßiger Ferne wohnend , diesmal mehr , als er sonst pflegte , obgleich nur für Stunden ,