antreten : - ich will sie nie ! Ich gehe , daß sich dein Bild nicht noch mehr vor mir verdunkle . Aber ich flehe dich um Eins : wann der Tag kommt ( und er wird kommen ) , da dich ekelt all ' des Blutes und des frevlen Trachtens und des Zieles selbst , das solche Taten fordert , - - dann rufe mir : ich will herbeieilen , wo immer ich sei , und will dich losringen und loskaufen von den dämonischen Mächten und sei ' s um den Preis meines Lebens . « Leichter Spott zuckte zuerst um des Präfekten Lippe , aber er dachte : » Er liebt mich noch immer . Gut , ich werde ihn rufen , wenn das Werk vollendet : laß sehen , ob er ihm dann widerstehen kann , ob er den Thron des Erdkreises ausschlägt . « - » Wohl , « sagte er , » ich werde dich rufen , wenn ich dein bedarf . Leb ' wohl . « Und mit kalter Handbewegung entließ er den Heißbewegten . Aber als die Türe hinter ihm zugefallen , nahm der eisige Präfekt ein kleines Relief von getriebenem Erz aus einer Kapsel und betrachtete es lang . Dann wollte er es küssen . Aber plötzlich flog der höhnische Zug wieder um seine Lippen . » Schäme dich vor Cäsar , Cethegus , « sagte er , und legte das Medaillon wieder in die Kapsel . Es war ein Frauenkopf und Julius sehr ähnlich . Achtes Kapitel . Inzwischen war es dunkler Abend geworden . Der Sklave brachte die zierliche Bronzelampe , korinthische Arbeit : ein Adler , der im Schnabel den Sonnenball trägt , gefüllt mit persischem Duftöl . » Ein gotischer Krieger steht draußen , Herr , er will dich allein sprechen . Er sieht sehr unscheinbar aus . Soll er die Waffen ablegen ? « » Nein , « sagte Cethegus , » wir fürchten die Barbaren nicht . Laß ihn kommen . « Der Sklave ging und Cethegus legte die Rechte an den Dolch im Busen seiner Tunika . Ein stattlicher Gote trat ein , die Mantelkapuze über den Kopf geschlagen : er warf sie jetzt zurück . Cethegus trat erstaunt einen Schritt näher . » Was führt den König der Goten zu mir ? « » Leise ! « sprach Witichis . » Es braucht niemand zu wissen , was wir beide verhandeln . Du weißt : seit gestern und heute ist mein Heer von Regeta in Rom eingezogen . Du weißt noch nicht , daß wir Rom morgen wieder räumen werden . « Cethegus horchte hoch auf . » Das befremdet dich ? « - » Die Stadt ist fest , « sagte Cethegus ruhig . » Ja , aber nicht die Treue der Römer . Benevent ist schon abgefallen zu Belisar . Ich habe nicht Lust , mich zwischen Belisar und euch erdrücken zu lassen . « Vorsichtig schwieg Cethegus , er wußte nicht , wo das hinaus sollte . » Weshalb bist du gekommen , König der Goten ? « - » Nicht um dich zu fragen , wie weit man den Römern trauen kann . Auch nicht , um zu klagen , daß wir ihnen so wenig trauen können , die doch Theoderich und seine Tochter mit Wohltaten überhäuft ; sondern um grad und ehrlich ein paar Dinge mit dir zu schlichten , zu eurem wie zu unsrem Frommen . « Cethegus staunte . In der stolzen Offenheit dieses Mannes lag etwas , das er beneidete . Er hätte es gern verachtet . » Wir werden Rom verlassen : und alsbald werden die Römer Belisar aufnehmen . Das wird so kommen . Ich kann ' s nicht hindern . Man hat mir geraten , die Häupter des Adels als Geiseln mit hinwegzuführen . « Cethegus erschrak und hatte Mühe , das zu verbergen . » Dich vor allen , den Princeps Senatus . « - » Mich ! « lächelte Cethegus . - » Ich werde dich hier lassen . Ich weiß es wohl : du bist die Seele von Rom . « Cethegus schlug die Augen nieder . » Ich nehme das Orakel an , « dachte er . » Aber eben deshalb laß ich dich hier . Hunderte , die sich Römer nennen , wollen die Byzantiner zu ihren Herren , - du , du willst das nicht . « Cethegus sah ihn fragend an . » Täusche mich nicht ! Wolle mich nicht täuschen . Ich bin der Mann verschlagner Künste nicht . Aber mein Auge sieht der Menschen Art. Du bist zu stolz , um Justinian zu dienen . Ich weiß , du hassest uns . Aber du liebst auch diese Griechen nicht und wirst sie nicht länger hier dulden als du mußt . Deshalb laß ich dich hier : vertritt du Rom gegen die Tyrannen : ich weiß , du liebst die Stadt . « Es war etwas an diesem Mann , das Cethegus zum Staunen zwang . » König der Goten , « sagte er , » du sprichst klar und groß wie ein König , ich danke dir . Man soll nicht sagen von Cethegus , daß er die Sprache der Größe nicht versteht . Es ist , wie du sagst : ich werde mein Rom nach Kräften römisch erhalten . « » Gut , « sagte Witichis , » sieh , man hat mich gewarnt vor deiner Tücke : ich weiß viel von deinen schlauen Plänen : ich ahne noch mehr : und ich weiß , daß ich gegen Falschheit keine Waffe habe . Aber du bist kein Lügner . Ich wußte , ein männlich Wort ist unwiderstehlich bei dir : und Vertrauen entwaffnet einen Feind , der ein Mann . « » Du ehrst mich , König der Goten . « » Ich will dich warnen : weißt du , wer die wärmsten Freunde Belisars ? « - » Ich weiß es :