das heißt Vergoldung und Stuckatur , eingelegte Arbeiten in Gold und Azur , Marmorbecken , Bäder und Springbrunnen , die unbesorgt auch im ersten Stockwerk angebracht sind , noch vorhanden ist . Die Eintretenden schienen erwartet zu sein , denn zwei Kapidschi ' s traten alsbald zu ihnen und gingen vor ihnen her bis zu einer zweiten , in die Gebäude sich öffnenden Thür , an der wieder zwei Schwarze die Wache hielten . Hier übernahm ein harrender Eunuch , in bunte schreiende Farben gekleidet , ihre Führung und geleitete sie durch einen kleinen Hof und verschiedene gewundene Gänge , in deren Richtung Welland ganz irre wurde , zu einem hell erleuchteten Divan-Hane , in der an den Wänden mehrere schwarze Sclaven standen , der Sprache und der Mannheit beraubte Geschöpfe , willenlose Werkzeuge der Willkür ihrer Gebieter . Hier mußte Welland auf einen Wink seines Begleiters sich niederlassen , während dieser durch einen Vorhang in das anstoßende Gemach verschwand . Alles war Schweigen um ihn her , - ein unheimliches Schweigen schon während des ganzen Ganges durch das weitläufige Gebäude . Das dauerte auch hier lange Zeit , bis er endlich eine leise flehende Stimme in einiger Entfernung zu vernehmen glaubte - schaudernd , denn er fühlte , seine Aufgabe begann jetzt . Er lauschte , - doch nur einzelne Laute drangen zu ihm herüber , dazwischen klang es zuweilen wie eine scharfe , kräftige Frauenstimme , zuweilen auch glaubte er die seines Begleiters in einzelnen Worten zu vernehmen . Dann war wieder Alles still , - die menschlichen Bildsäulen um ihn her rührten sich nicht . Plötzlich wurde der Vorhang gehoben und der Minister trat heraus , sein schönes Gesicht war bleich , das Auge funkelte zornig und der Mund war wie in festem Entschluß zusammengekniffen . Ohne Laut winkte er dem Arzt , ihm zu folgen . Welland betrat ein zweites großes Gemach , - fensterlos , nur von einer Lampe düster erhellt - aber leer - kein Bewohner zu sehen . Im Hintergrunde öffneten sich durch schwere Vorhänge geschlossen zwei Thüren . Zu der rechts führte ihn der Effendi und hob den Vorhang ; das Gemach war dunkel , nur aus Spaltenöffnungen der einen Seitenwand schienen einzelne helle Lichtstrahlen hervorzubrechen . Als sein Auge sich an das Dunkel gewöhnt , sah er , daß sie durch die Oeffnungen eines Vorhanges kamen , der in dicken schweren Falten einen Eingang zum Nebengemach schloß . Nach dieser Seite geleitete ihn der Moslem und deutete ihm an , sich auf den Divan niederzulassen . Dann hob er ein Tuch von einem Gegenstand , der unter den Falten des doppelten Vorhanges hervor auf den Divan gestreckt war , und bedeutete ihn , denselben zu fassen . Der Arzt legte die Finger darauf - es war eine warme Menschenhand , - die Weiche der Haut , die zarte , volle Form zeigte ihm eine Frauenhand , die in der seinen zuckte , offenbar jenseits des Vorhanges durch eine Einzwängung des Armes in dieser Lage festgehalten . » Lassen Sie mich fort , Herr , das ist ein Weib , um keinen Preis der Welt mag ich Theilnehmer der Handlung sein , die sich hier vorbereitet . « Der Minister drückte ihn zurück auf den Sitz . » Schweigen Sie , und thun Sie Ihre Pflicht , « sagte er mit verhaltener dumpfer Stimme , » oder Sie sind selbst das Opfer . Die Personen hinter jenem Vorhang sind nicht gewohnt , mit sich spielen zu lassen . Weib ober Mann , das Verbrechen ist dasselbe , eben so die Strafe . Hier ist die Klingel , mit der Sie ein Zeichen zu geben haben , wenn die äußerste Gefahr eintritt , - doch nur dann ! - Sie wissen , was allein hier Rettung bringen kann . « Ehe Welland sich fassen , ehe er antworten konnte , war sein Führer verschwunden , er hörte das Gemach von Außen durch einen Riegel verschließen . Wieder trat einige Augenblicke tiefe Stille ein , dann erklang durch die Falten des Vorhanges ein tiefer stöhnender Seufzer . Er hatte die Hand der Unglücklichen gefaßt , sie war weich und sanft und mußte einem noch jungen , vielleicht so schönen Wesen angehören . Er drückte sie leise zum Zeichen , daß eine theilnehmende Seele in ihrer Nähe sei . Der Seufzer schien ein Echo zu wecken ; ihm war , als vernähme er ihn wiederhallen in dem dunklen Gemach , in dem er selbst sich befand , dicht neben sich . Aber er hatte keine Zeit , darauf zu achten ! Ein leichter Kohlenrauch schien durch die Spalten des Vorhanges zu dringen und gleich darauf zuckte die Hand scharf in der seinen - - - Die Marter hatte begonnen ! Ein brandiger Geruch wie von verkohlendem Fleisch zog durch die Luft , rascher und krampfhafter wurde das Zucken der Hand . Er hörte im Nebengemach das Flüstern mehrerer Stimmen , dann eine lautere Frage , ein Stöhnen zur Antwort - er entnahm daraus , daß der Unglücklichen ein Knebel den Mund verschloß . Sie mußte durch ein Zeichen verweigert haben , Antwort zu geben , denn der Brandgeruch dauerte fort und verstärkte sich . Kalter Schweiß perlte über die Stirn des Arztes , - zehn Mal wohl griff die Hand nach der Schelle , um das Halt gebietende Zeichen erschallen zu lassen , aber die Vernunft sagte ihm , daß es der Dulderin nur einen kurzen unnützen Verzug bringen werde . Er ließ die Hand los und begrub das Gesicht in die seinen . Da störte ihn ein heiseres tückisches Lachen , und ein tiefes jammerndes Wimmern folgte - dem wiederum jenes seltsame Echo neben ihm zu antworten schien . Er faßte rasch nach der Hand , sie war krampfhaft geschlossen - er fühlte , daß die Leidende in heroischem Trotz gegen die Martern kämpfte . Sein Finger suchte den Puls - er schlug rasch und wogend , aber noch immer kräftig . Ein wildes