Wer bist denn Du , Mensch , und wie hängt das Alles zusammen ? « fragte der Altbürger . - » Mein Seel , « entgegnete der Bauer : » guter Herr und Freund , ich will Euch wohl sagen , daß man mich Paul getauft hat , und daß ich ein eigner Mann des gestrengen Grafen von Katzenelnbogen bin . Wir armen Leute wissen nicht , wie alt wir sind , aber , daß der Johannistag heuer zum ein und zwanzigsten Mal wiederkommt , seitdem ich mich mit meiner Willhild habe einsegnen lassen dürfen zu Wiesbad , - denn wir zu Moorweiler haben keinen Pfaffen für uns , - das weiß ich genau . « - » Willhield ? « wiederholte Diether ; » wäre die Pflegerin meines Söhnleins ... des Herrn Diether ' s - wollte ich sagen , - wäre sie Dein Weib ? « - » Mein Seel , Herr , sie ist ' s , wenn uns anders der Leutpriester recht eingesegnet hat . « - » So rede schnell . Was ist ' s mit dem Kinde , und was soll es bei Frau Margarethen ? « - » I nu , « redete Paul : » mein Weib meint , daß es am Besten da aufgehoben wäre , weil es doch einmal die Tochter von der Frau ist . « - » Wer ? « rief Diether mit gallebewegtem Blute : » Wer ist Margarethens Tochter . « » Ho , die müßt Ihr wohl kennen , wenn Ihr der Freund vom Hause seyd ; « entgegnete der Bauer : » das schöne Weibsbild , das vorige Woche von der Heerstraße gestohlen wurde . « - » Wallrade ? « - » Recht , so heißt sie ; « fuhr Paul fort : » und ihr Töchterlein ist das Kind hier , das sie bei uns zurückgelassen hat . Wir sollten ' s ihr aufheben , bis sie wieder käme . « - » Wallradens Kind ? « sprach Diether bestürzt und entsetzt vor sich hin : » Barmherziger Gott ! in welchen Höllenschlingen finde ich bei jedem Schritte Alle , die ich liebe ! « - » Wie kam denn das Fräulein zu Euch ! « setzte er laut hinzu . » Zu Wagen , lieber Freund ; « antwortete Paul : » Was die Weiber mit einander schwätzten , weiß ich nicht , denn ich hatte die Frohne für meinen gestrengen Herrn , und die Willhild sagt mir auch nicht viel . Genug , da es Sonnabend war vor des Herrn Geburt , sollte ich mit herein und auf Alles Ja sagen , was die Frau , die Mutter nämlich von diesem Kinde , erzählen und vorbringen würde . « - » Vor des Herrn Geburt ? « wiederholte Diether kopfschüttelnd : » Mensch , bist Du irre ; vor Ostern vielleicht ? « - Meinetwegen vor Ostern , wenn das nicht Eins ist , was wir ungelehrte Leute nicht wissen . Es ist einmal noch nicht lange her . Die Frau war sehr aufgebracht und sagte einmal über das Andremal : » Ich will zurückkommen , ich will dem Vater sagen ... doch , das geht Euch nichts an , und ich weiß es auch nicht mehr so recht . « - » O meine Ahnung ! « murmelte Diether durch die Zähne : » Strahlende Gewißheit bist Du geworden . Wallrade hat den wunden Fleck meines Hauses getroffen , Willhild zum Bekenntniß gebracht , den Bastard in meinem Geschlechte entlarvt . Ich müßte ihr danken , hätte sie nicht ähnliche Schande auf mein Haus gehäuft ! « Er sah bei diesen Worten das Kind auf seinen Armen finster an , und drang in Paul , endlich doch fortzufahren , und zu endigen . » Ich bin schon zu Ende : « versicherte der Bauer ! » Die Frau wurde gestohlen , und ich lief heim , ohne zu wissen , wo sie hingekommen . « Einer von den Teufelsburschen hat mich gejagt wie einen Hasen , und Willhild mich noch obendrein ausgescholten . Und da die Frau nicht widerkam in den nächsten Tagen , und keine Kunde von hier aus , so redete meine kluge Willhild zu mir : » Morgen , Paul , nimmst Du das Mägdlein im Korbe mit Dir , und trägst es zu Frau Margarethen , denn die Mutter , fürchte ich , ist dahin , und ich könnte nicht ruhig sterben , wenn das Kind nicht versorgt wäre . Sage der ehrsamen Frau , sie soll mir nicht böse seyn , allein ich mußte reden , um unser beider Seelenheil , und daß der alte Herr nicht ferner betrogen sey . « - » Hörst Du , alter Thor ? « fragte Diether knirschend in sich hinein : - Weiter , Paul ! - » Laß Dich aber nicht vom Herrn erwischen , « sagte das gute Weib ferner , fuhr Paul fort : » Es könnte mit diesem Kinde auch einen Hacken haben , wie mit dem Johannes , und zu viel Verdruß auf einmal muß man dem lieben Herrn nicht machen . « - » Schweig ! « herrschte Diether dem Erzähler zu , welcher erschrocken zusammenfuhr : » Aus Deinem Munde will ich nicht wissen , was noch zurück ist . Laß das Kind hier , und packe Dich , so lieb Dir Dein Leben ist , schnell aus der Stadt in die Heimath . Mit Dir , Du Tölpel , habe ich nichts zu schaffen . Aber Willhild soll kommen ; übermorgen soll sie hier seyn , oder es schwer bereuen . Hinweg ! « - » Na , na , lieber Freund , « sprach Paul begütigend : » ich will ' s wohl ausrichten , und die arme Willhild wird freilich kommen , wenn sie kann . Aber ... hier kratzte er sich wieder hinter den Ohren - es ist ein kitzlich Ding . « - » Wie