! da warfen sie mir dann wohl etwas Geld ins Barett , letztlich nahmen sie es aber alles wieder fort . Apollon , mein rechter Vorsteher , sei gelobt , daß ich von ihnen bin ; in Marbach wäre ich fast mit ihnen gefangen und gehangen ! « » Was ist da geschehen ? « » Die Bauern wollten das Städtlein ohne Mühe einnehmen und plündern ; so kamen sie einzeln mit Jagdspießen vor die Tore und begehrten friedfertig , zur Kirchweih eingelassen zu werden , um ihre Verwandten zu besuchen ; die Hüter hatten kein Arg ; der Aufruhr war noch nicht in die Gegend der Stadt gedrungen , auch mich brachten ihrer zehn mit , und ich mußte lustig vor ihnen her singen . Auf dem Markte kamen sie alle zusammen ; als sie mit einander sich zu beraten anfingen , da sah ich die Zeit ab und ging zum Untervogt und warnte ihn vor ihrer bösen Absicht , die ich erlauert hatte . Er dankte mir und bat , daß ich nun zu ihnen zurückkehre und gelegentlich wiederkäme . Der Untervogt ging darauf zum Obervogt Eitel von Plieningen , der auf dem Rathause einer Sitzung beiwohnte , und fragte ihn , was er tun solle . Da wurde nun lange hin und her geraten , ob man die Bürger bewaffnen oder die Tore schließen solle ; unter der Zeit waren der Bauern schon zu viele eingedrungen ; man mußte ein gut Gesicht zum bösen Spiele machen . Inzwischen war den Bauern der Kamm gewachsen ; sie schickten an den Rat , weil viele unter ihnen keine Freunde in der Stadt hätten , so ließen sie um Wein aus dem herrschaftlichen Keller bitten . Der Vogt schlug es erst ab , es sei gegen seinen Eid ; nachher aber , als sie Rat gepflogen und die Bauern drohende Worte ausgaben , wurden ihnen einige Fässer Wein bewilligt . Während die Bauern dabei lustig wurden , sammelte der Obervogt und der Untervogt den Rat und einige sichere Männer auf dem Rathause ; als jene das aber merkten , drangen sie zum Teil in das Rathaus , teils blieben sie unter demselben stehen und riefen in voller Trunkenheit jenen zu : Stürzet den Rat zum Fenster hinaus ! Die Bauern im Rathause wollten auch die Tür des Ratzimmers sprengen , konnten es aber nicht möglich machen . Dann stiegen sie in den Ofen und wollten durch denselben in das Zimmer einbrechen ; der Ofen war aber mit einem eisernen Gitter umgeben und die Ratsherren stachen mit ihren Degen durch die Risse des zerschlagenen Ofens ; sie mußten zurück . Hierauf , wie es bei Trunkenen geht , wer vom Streit müde , läßt schnell gütliche Verhandlung folgen , beschwichtigte der Obervogt ihren ganzen Unwillen , indem er ihnen mit vernehmlicher Stimme aus dem Fenster des Rathauses zurief , er wolle ihnen noch einigen Wein zukommen lassen . Der Wein wurde mit neuem Jubel empfangen ; ich mußte zum Tanze aufspielen ; die alten Bauerstiefel trampelten auf dem Pflaster wie eine Ramme , bis sich das Übermaß des Weines Luft machte und einer über sein Mädchen , der andere über einen Misthaufen fiel und sich nicht wieder aufrichten konnte . In solchem Taumel überkam uns die Nacht ; ich schlich mich zum Obervogt , da waren schon viel angesehene Bürger bewaffnet zusammen gekommen ; er stellte ihnen ernstlich vor , wie sie es ihrer eigenen Sicherheit und dem Eide schuldig seien , den sie der Obrigkeit geschworen hätten , mit allen Kräften ihm beizustehen , das bittere Bauernvolk aus der Stadt zu schaffen . Alle verschworen sich aufs neue , ihm treulich beizustehn , und er befahl ihnen , sich nach dem Schlosse zu begeben und zwei Feuermörser , eine Feldschlange , einen Doppelhaken und ein paar Büchsen , die in den unteren Zimmern des Rathauses standen , dahin zu schaffen . Ein ärgerlicher Umstand war es , daß der Konstabler Marx Spengler , der das Geschütz zu bedienen verstand , mit den Bauern sich vollgetrunken hatte und nur mit Mühe aufgeweckt werden konnte ; in demselben Taumel war auch der Stadttrommelschläger , so daß beiden ein paar feste Bürger beigesellt werden mußten , die sie in ihrer Pflicht erhalten oder , wenn sie dagegen fehlten , sie niederschießen sollten . Die Weiber der treuen Bürger mußten in der Zeit siedendes Wasser in Bereitschaft halten , um die Feinde , wenn es zum Treffen käme , damit zu verbrühen , daß ihnen die stolzen Federn ausfielen . Bei Tagesanbruch rückten wir aus dem Schlosse die Stücke voran , doch nur mit Pulver geladen , ich zuletzt , weil ich gar nichts dabei zu suchen hatte ; der Trommelschläger , von den beiden Bürgern immerfort in die Rippen gekeilt , schlug das Kalbfell fast zusammen ; die taumelnden Bauern und die mit ihnen einverstandenen Bürger , aus dem ersten Schlaf erwacht , liefen aller Orten gegen einander , und keiner hörte mehr Rat ; da wußten sie auf einmal wieder die Namen aller Heiligen und riefen bald diesen , bald jenen an , dessen Bild sie oftmals mit Füßen getreten , er möchte ihnen sagen , was es gebe . Der Obervogt aber schrie mit grausamer Stimme : Ihr treulosen , aufrührerischen Bösewichter , heut sollt ihr alle eure Strafe empfangen , hier sollt ihr sterben ! Bei diesen Worten mußte der Konstabler die Stücke lösen . Mancher fiel vor Schreck und meinte sich getroffen , oder lag in seinem Unflat und meinte in seinem Blute ; die meisten aber bückten sich , daß sie sich klein wie Mäuse meinten , streckten die alten Beine auseinander , als wollten sie sich zerreißen , und sprangen , wo sie konnten , über die Stadtmauern ; weiß Gott , wo sie aufgehört haben zu laufen . Die aber von den Bürgern eingeschlossen zurückblieben , streckten die Hände aus und baten , sie herauszulassen und ihnen Gnade angedeihen zu lassen . Der Obervogt sprach zum