, pülverte dem Vater seinen Mißmut noch ins Grab nach . Der Vater sollte jetzt an allem schuld sein , er , der Johannes , hatte keinen Fehler . Die Andern , welche außerhalb der Hörweite der sogenannten Erben saßen , ergingen sich in Mutmaßungen , ob wohl etwas Vermögen übrig bleiben werde ; daß das Gut verkauft werden müsse , darüber waren sie einig . Sie hatten aber auch recht , die Umstände waren noch viel schlechter , als man es sich vorgestellt hatte . Auch hier wollen wir die Formen , in welchen eine solche Erbschaft ermittelt , gesichtet , so gleichsam bis zu ihren reinen Bestandteilen abgeklärt wird , nicht näher bezeichnen . Jedermann in aller Herren Ländern wird daran hauptsächlich das begreifen , daß bei einem solchen Läuterungs- oder Aufklärungsprozeß ein großer Abgang sein muß . Ja manchmal ist die Masse so konfus und seltsam , daß wenn man sie aus den chemischen Apothekertiegeln herausnehmen will , man ein Erkleckliches weniger als nichts darin findet . Die Destillation mußte um so genauer vor sich gehen , da über die eine Hälfte der Erbschaft der Konkurs verhängt , jeder Gläubiger ein natürlicher und berechtigter Wächter war . Joggeli hatte keine Art von Verfügung hinterlassen . Im Gewirre der Prozesse hatte man weder daran noch an Joggelis Tod gedacht . Es fiel Manchem auf , daß Johannes sich den Hof nicht um halb nichts vom Vater habe abtreten lassen . Wir wissen nicht , warum es nicht geschah . Wollte Joggeli nicht , weil er mißtrauisch geworden auch gegen den Sohn , oder wollte Johannes nicht , weil er dachte , einstweilen sei der Hof sicherer in des Vaters Händen als in den seinen , und wenn des Schwagers Angelegenheiten beseitigt seien , lasse dies sich besser und sicherer machen als jetzt ? Als die Angelegenheit vom Gericht zu Handen genommen wurde , tat Johannes anfangs wie ein angeschossener Eber . Aber da der Gemeinde in solchen Fällen eine gewisse Verantwortlichkeit aufgelegt ist , da sie zunächst die damit beauftragten Personen erwählt , so hatte sie Männer erwählt , von denen sie sagen konnte : » Die werden das Bürschli schon ebha , da haben wir keinen Kummer . « Es fanden sich so wenige Zinsschriften und Geld vor und so viele Anforderungen häuften sich , daß es sich bald herausstellte , das Gut müsse verkauft werden . Begreiflich wollte Johannes nicht und sagte , er sei der Sohn und tue es nicht . » An eine Steigerung es bringen ist gesetzlich , da kannst du bieten wie ein Anderer . Oder wenn du einen Preis zahlst , mit welchem man kann zufrieden sein , und Geld schaffest , so viel man nötig hat , so kann man beraten , was zu machen , « sagte ihm ein Vorgesetzter . Aber da eben lag der Haken , wo er möglicherweise noch an andern Orten liegen mag : wo Geld nehmen und nicht stehlen ? Johannes hatte also ein Wirtshaus mit bedeutender Landwirtschaft . Je größer das Geschäft ist , welchem Menschen wie Johannes vorstehen , desto rascher geht es dem Kuckuck zu . Es ist bekanntlich wegen Wasserverbrauch ein Unterschied , ob man an eine Feuerspritze ein oder zwei oder ein halb Dutzend Röhren schraubt . Die Landwirtschaft will von allen Wirtschaften den nachhaltendsten Fleiß und eine stetige Behandlung , sonst verzehrt sie nicht bloß mehr , als sie gibt , sondern das Kapital wird alle Tage geringer , das heißt das Land schlechter . Die Gastwirtschaft von Johannes wurde alle Tage schlechter in dem Maße , als der Wirt und die Wirtin die besten Gäste wurden , wenn das nämlich die besten Gäste sind , welche am meisten brauchen und nichts zahlen . Je schlechter ihre Wirtschaft wurde , desto mehr neue Wirtschaften entstanden um sie herum , desto weniger trug die ihre also ein , desto mehr verringerte sie sich in ihrem Werte . Des Johannes Besitzung war also eigentlich eine fressende , nicht eine nährende , keine einträgliche , sondern eine austrägliche . Doch konnte Johannes nicht von ihr lassen ; das Leben eines Wirtes , der alle Tage frisches Brot , Fische und Fleisch von allen Sorten haben kann , war seiner Natur zu zuträglich , um es lassen zu können , auch hätte er für unsittlich gehalten , es zu lassen , denn auf der heutigen Kulturhöhe hält man für die höchste Sittlichkeit ein Leben der Natur gemäß . Er sagte , wenn er sie jetzt verkaufen wollte , so würde er fast die Hälfte daran verlieren . Beide Besitzungen vermochte er nicht zu behalten , besonders da sein Schwiegervater ihm nicht helfen wollte , sondern grobe Worte gab statt Geld , er hatte sie wahrscheinlich auch besser . Den Vater hätte er gemolken , gab derselbe zum Bescheid , jetzt werde er auch den Schwäher melken wollen , aber ohä , das sei ein anderer Knebel . Wenn noch was da sei , wenn er sterbe , so komme es allweg den Kindern kommod , es sei Zeit , daß einmal auch jemand an die denke . Er war einer von denen , dieser Schwäher , welche immer die schönsten Fürwörter haben , mit den Hauptwörtern dagegen desto schlechter bestellt sind . Er war einer von denen , welche gerne viel vorstellen . Er hatte ein großes Haus und das Haus voll hoffärtiger Töchter , von denen jede die Schönere sein und am wenigsten tun wollte . Dies ist freilich auch eine strebsame Richtung , führt aber selten an ein glänzendes Ziel , sondern zumeist an ein lumpichtes . Des Vaters Betragen mußte begreiflich Trinette entgelten , dadurch wurde sie nicht liebenswürdiger . Johannes sagte : Man solle sie nur ansehen , was er mit einem solchen Storch als Bäurin anfangen solle ; für Wirtin , um unter der Türe zu sitzen und die Hände zu reiben , möge sie noch gehen , wenn man es nicht zu genau nehme . Aber