, darauf zu achten , daß das Kind dem Herrn zugeführt werde . Das gewöhnliche Wochengebet verhallte ihnen in der Wichtigkeit des ernsten Augenblicks , der näher und näher kam . Als der Pfarrer hinter dem Taufsteine hervortrat , als Uli Vreneli geholt hatte und Beide ans Bänkchen traten , sanken Beide auf die Knie , der Zeremonie weit vorgreifend , hielten die Hände inbrünstig verschlungen , und von ganzer Seele , ganzem Gemüte und allen Kräften beteten und gelobten sie , was die Worte sie hießen , ja noch viel mehr , was aus treuen Herzen sprudelte . Und als sie aufstunden , fühlten sie sich so recht fest und wohlgemut ; es war einem jeden , als hätte es einen großen Schatz gewonnen fürs ganze Leben , der ihns glücklich machen müsse , den ihm niemand entreißen , niemand abgewinnen könne , mit dem es vereint bleiben müsse in alle Ewigkeit . Draußen bat Uli sein Weibchen , mit ihm zum Pfarrer zu kommen , den Schein zu holen . Verschämt weigerte sich dasselbe dessen unter dem Vorwande , es kenne ihn nicht , es sei ja nicht nötig usw. Indessen ging es doch und nicht mehr verschüchtert wie ein Dieb in der Nacht , sondern wie es einem glücklichen Weib an der Seite eines ehrenhaften Mannes wohl ansteht . Vreneli wußte sich zusammenzunehmen . Freundlich empfing sie der Pfarrer , ein ehrwürdiger , langer , hagerer Herr . Es war nicht bald einer wie er , der Ernst mit holdseligem Wesen zu mischen wußte , daß vor ihm die Herzen aufgingen , als wären sie mit einem Zauberstäbchen berührt . Als er Vreneli betrachtet hatte , fragte er : » Was meinst du , Uli , ist das Gfell oder Gottes Fügung , daß du dieses Weibchen bekommen ? « » Herr Pfarrer , « sagte Uli , » Ihr habt recht , ich halte es für eine Gabe Gottes . « » Und du , Weibchen , welches Sinnes bist du ? « » Ich meine auch nichts anderes , als daß der liebe Gott uns zusammengeführt « , sagte Vreneli . » Ich glaube auch , « sagte der Pfarrer , » Gott hat das gewollt , das vergeßt nie . Warum hat er euch zusammengeführt ? Daß Eins das Andere glücklich mache , aber nicht nur hier , sondern auch dort - das vergeßt mir wieder nicht . Die Ehe ist auf Erden Gottes Heiligtum , in welchem die Menschen sich weihen und reinigen sollen für den Himmel . Ihr seid gute Leute , seid fromm und brav , aber ihr habt Beide Fehler . Dir , Uli , kenne ich zum Beispiel einen , der dir näher und näher kömmt , es ist der Geiz ; du , Vreneli , wirst auch welche haben , aber ich kenne sie nicht . Diese Fehler werden hervortreten nach und nach , und wie an dir , Uli , ein Fehler sichtbar wird , so gewahrt ihn deine Frau zuerst und du kannst ihn an ihren Mienen gewahren , und was an Vreneli hervorkömmt , bemerkst du und es kann es an deinem Gesichte absehen . Eines wird fast zu des Andern Spiegel . In diesem Spiegel , Uli , sollst du deine Fehler erkennen und aus Liebe zu deiner Frau sie abzulegen suchen , weil sie am meisten darunter leidet , und du , Frau , sollst ihm mit aller Sanftmut beistehen , sollst aber auch deine Fehler erkennen und um Ulis willen bezwingen , und er wird dir auch dazu helfen . Wenn der Liebe diese Arbeit zu schwer werden will , so schenkt Gott Kind um Kind , und jedes ist ein Engel , der uns heiligen soll , jedes bringt uns neue Lehren , uns recht darzustellen vor Gott , und neues Begehren , daß es zugerichtet werde zu einem Opfer , das da heilig und Gott wohlgefällig sei . Und je mehr ihr in diesem Sinne zusammen lebt , desto glücklicher werdet ihr im Himmel und auf Erden , denn glaubt es mir doch recht , das rechte weltliche Glück und das himmlische Glück werden akkurat auf dem gleichen Wege gefunden . Glaubt es mir , der liebe Gott hat euch zusammengeführt , daß Eins dem Andern in Himmel helfe , daß Eins dem Andern Stütze und Stab sei auf dem engen , schweren Wege , der ins ewige Leben führt , daß Eins dem Andern diesen Weg durch der Liebe Sanftmut und Geduld ebne und leichter mache - er ist so schwer und dornenvoll . Wenn nun trübe Tage kommen wollen , wenn Fehler an dem Einen , an dem Andern , an Beiden ausbrechen , so denket nicht an Ungefell , daß ihr unglücklich seiet , sondern an den lieben Gott , der alle diese Fehler schon lange gekannt und euch eben deswegen zusammengebracht , damit Eins das Andere heile , ihm von seinen Fehlern helfe , das ist Zweck und Aufgabe eures Zusammenkommens . Und wie Liebe den Heiland gesandt , Liebe ihn ans Kreuz gebracht , so muß auch bei euch die Liebe tätig sein ; sie ist die Kraft , die über alle Kräfte geht , heilet und bessert . Mit Fluchen und Schimpfen , mit Drohen und Schlagen kann Eins das Andere unterdrücken , aber nicht bessern , daß es wohlgefällig vor Gott wird . Gewöhnlich , je wüster Eins wird , desto wüster wird auch das Andere , Eins hilft dem Andern in die Hölle . Darum vergeßt es nie : Gott hat euch zusammengebracht , Eins wird er aus der Hand des Andern fordern . Mann , wird er sagen , wo ist deines Weibes Seele ? Weib , wird er sagen , wo ist deines Mannes Seele ? Macht , daß ihr wie aus Einem Munde antworten könnt : Herr , hier sind wir Beide , hier zu deiner Rechten . Fraueli , vergib mir , daß ich dir an diesem Morgen