fuhr fort : » Dem Vorspiel wird sofort die Handlung folgen ; wir lassen keine Zwischenzeit entstehen . Ihr kennt den Plan und seid zum Schlag bereit . Doch kann ich Euch die Stunde noch nicht sagen . Ihr habt für nächsten Freitag , grad um Mitternacht , hinauf zum Dschebel Adawa zu kommen ; dort fällt das letzte Wort , das Urteil , die Entscheidung . Heut aber bring ich Euch den Scheik ul Islam mit , um Euch durch sein Erscheinen zu beweisen , daß wir in Wirklichkeit verbündet sind und also uns der Sieg nicht fehlen kann . « Er winkte . Da kam der Scheik ul Islam herbei . Sein Gesicht war nicht verhüllt , sondern frei . Er zeigte sich nicht im Geringsten durch die Situation gedrückt oder gar verlegen , sondern tat ganz so , als ob er in seinem Elemente sei , gütig , menschenfreundlich , salbungsvoll . Er sagte Jedem einige verbindliche Worte , reichte dem Henker sogar die Hand und trat dann wieder auf die Seite . Die Vorstellung war beendet , und Ahriman Mirza sprach weiter , doch nur noch wenig : » Für heut sind wir nun also fertig . Zieht Euer Volk so nahebei heran , daß es mit einem Marsche von zwei Tagen das Tal der Dschamikun erreichen kann ; doch muß das völlig unbemerkt geschehen ! Die andern Päderan sind übers Land verteilt und warten nur auf hiesigen Erfolg , um ihrerseits sofort auch loszuschlagen . Jetzt geht ! Ihr seid entlassen ! « Dieser Befehl schien sie zu verwundern . Der Henker fragte : » Heut wir voran ? Du gingst doch stets zuerst ! « Da fuhr der Aemir zornig auf : » Was hast du noch zu fragen , wenn ich befohlen habe ! Ihr geht - - - ich bleibe noch ! Soll ich dich etwa um Erlaubnis bitten ? Du weißt es : Wenn ich bitte , geschieht es nur mit solchen Lippen hier ! « Er zog ein Pistol hervor und zielte ihm nach der Stirn . Da wendete sich der Bedrohte schnell ab und griff nach seiner Kerze , um sich zu entfernen . » Die Lichte laßt Ihr hier ! « gebot der Aemir . » Ich werde sie dann später selbst verlöschen . Ihr geht wie gewöhnlich - - - in den vorgeschriebenen Pausen - - - kein Wort wird gesprochen - - - . Hinaus ! « Der Henker verschwand sofort . Die Andern folgten ihm nach und nach . Erst als der Letzte gegangen war , steckte der Aemir die Pistole zu sich , lachte verächtlich auf und sagte : » Lumpenpack ! Das ist nur zu gebrauchen , wenn ihm die Angst durch alle Knochen zittert ! « » Ich halte es anders , « antwortete der Scheik ul Islam . » Bei mir regiert die Liebe ! « » Aber was für eine ! Ich kenne sie ! Wir beide wollen uns doch gegenseitig nicht etwa Etwas weißmachen ! Meine Unerbittlichkeit ist offen , ist ehrlich ; die Scham verbietet ihr , sich zu verstellen . Eure Liebe aber ist der Eigennutz in allerhöchster Potenz . Sie vernichtet in einem einzigen Jahre mehr Existenzen , als ich in einem ganzen Jahrhundert zerstören könnte ! Du weißt , daß ich dich kenne . Darum hast du auch niemals versucht , mir gegenüber deine heilige Maske festzuhalten ! « Da trat ihm der Scheik ul Islam näher , richtete sich hoch auf und sprach : » Ja , dir gegenüber stehe ich Mann gegen Mann , Geist gegen Geist . Du bist die vernichtende Verneinung ; ich bin die zerstörende Uebertreibung der Bejahung . Ich bejahe nur für mich , für mich ; was aus der Menschheit wird , ist mir vollständig Schnuppe . Darum hassest du mich - - - grimmig - - - zum Zerreißen ! « » Hassen ? « lachte der Aemir . » Noch mehr , noch schlimmer : Ich verachte dich ! Zum Hasse ist nur Eure leutselige Liebe fähig , weiter Niemand . Ich will Edles erreichen , indem ich das Gemeine knechte . Ihr aber wollt das Niedrige erheben , indem Ihr das Hohe bekämpft ! Ich spreche und handle offen und ehrlich mit dir . Du aber hast sogar gegen mich die Falschheit im Nacken und willst mich zertreten , sobald du mich nicht mehr brauchst . Ist es so oder nicht ? « Da senkte der Scheik ul Islam den Kopf und sagte in begütigendem Tone : » Mein Freund , mein lieber , bewunderter Freund , ich versichere dir bei Allah , daß ich nicht - - - « » Laß deinen Allah aus dem Spiele ; er steht dir doch um keinen einzigen Gedanken höher als mir ! « grimmte ihn der Aemir an . » Wir haben uns nicht verbündet , um uns gegenseitig anzulügen . Wir sind Feinde , Todfeinde , und reichen einander für kurze Zeit die Hand , um Dritte zu vernichten , welche so unglücklich sind , uns Beiden im Wege zu stehen . Ist das vorüber , so beginnt der Kampf zwischen uns von Neuem . Ich bin nur mit Ueberwindung auf unser Bündnis eingegangen . Ich habe mit Ueberwindung Ahriman Mirza bewogen , morgen zu dir , zu den Taki zu kommen . Ich bestellte dich nur mit Ueberwindung für heut an die Stelle am Bach , wo ich dich traf , um dich hierherzuführen . Und auf der kurzen Strecke bis hierher hat es mich Ueberwindung gekostet , deine frommen Reden zu hören und bei deinen scheinheiligen Versicherungen nicht zu zerplatzen . Pfui ! Darum brauchst du dich nicht zu wundern , daß ich jetzt in diesem Tone zu dir spreche . Ich bin geladen wie eine aufrichtige Kanone , die ihren Schuß niemals in Schweigen hüllt . Willst du , daß unser Zusammengreifen zum guten Ende führe , so sorge dafür , daß ich