er seine Sache so gut mache , er hätte sie alle gereut , als er fortgekommen . Es freue einen immer , wenn einer zwegkomme . Nit , sie wolle nicht sagen , es gebe auch Leute , die das nicht leiden mögen , aber deren seien doch nicht recht viel . Ob der Pfarrer wohl auf sei , fragte Uli , er sollte vorher noch zu ihm . Er werde wohl , hieß es , bsunderbar an einem Freitag , wo gewöhnlich Leute kämen . Nit , sie wollten sonst nicht sagen , daß er von den Frühsten sei , er möge das Liegen wohl erleiden ; aber er sei afe von den Alten , und da sei es ihm wohl zu gönnen . Aber er hätte einen Winter einen Vikari gehabt , den hätte man vor den achten nie sehen können , und das habe alle Leute geärgert , daß sie so einen faulen Vikari haben müßten . Darauf fragte Uli : Ob es wohl der Brauch sei , daß er ihns gleich mitnehme ? Nein , hieß es , selten warte man im Pfarrhaus . Nachher gingen wohl Viele zusammen hin , den Schein zu holen . Was aber so die Scheuen seien oder die , welche glaubten , der Pfarrer hätte Ursache , ihnen etwas zu sagen , die kämen gleich wieder ins Wirtshaus , und nur die Kerleni gingen hin . Nachdem Vreneli das Mitkommen von der Hand gewiesen und Uli noch befohlen hatte , daß man seinem Meister Bescheid mache , er und seine Frau sollten doch kommen , machte er sich auf . In seiner stattlichen Kleidung und in dem düstern Stübchen erkannte ihn der Pfarrer nicht gleich , hatte dann aber eine rechte Freude . » Ich habe gehört , « sagte derselbe , » du seiest zweg , bekommest ein gutes Lehen , eine gute Frau und habest schön Geld erspart . Das tut mir gar wohl , wenn ich eine Ehe einsegnen kann , von der ich hoffe , daß sie in dem Herren bleibt . Daß du etwas erspart , ist nicht die Hauptsache , aber du hättest es nicht und man hätte dir nicht so viel anvertraut , wenn du nicht brav und fromm wärest , und das ists , was mich eigentlich recht freut . Das Weltliche und das rechte Geistliche sind viel näher bei einander , als die meisten Leute glauben . Sie meinen , um recht wohl zu sein auf der Welt , müsse man das Christentum an den Nagel hängen , und das ist gerade das Gegenteil ; daher das beständige Klagen in der Welt , daher betten sich die meisten Menschen so , daß sie liegen wie in Nesseln . Frage dich nur selbst , ob es dir so wohl wäre , wenn du ein Hudel geblieben , verachtet von allen Leuten . Was meinst du wohl , was für einen Hochzeittag hättest du erlebt ? Denke dir recht , was du für Eine erhalten und was für Aussichten du gehabt und was die Leute gesagt hätten , wenn sie euch hätten zur Kirche gehen sehen , und stelle dagegen , wie es heute ist , dann ermiß den großen Unter , schied . Oder was meinst du , ist das blinde Glück , der Zufall , das sogenannte Gfell schuld daran ? Die Leute sagen immer : Ich habe das Gfell nicht , es ist heutzutage nichts mehr zu machen . Was glaubst du , Uli , ist es bloß das Gfell ? Hättest du dieses Gfell auch gehabt , wenn du ein Hudel geblieben ? Aber eben das ist das Unglück , daß die Leute durch das Gfell glücklich werden wollen und nicht durch ein frommes Leben , bei dem der Segen Gottes ist . Da ists nun ganz recht , daß die , welche nur auf das Gfell warten , vom Gfell betrogen werden , bis sie wieder zur Erkenntnis kommen , daß am Gfell nichts , aber an Gottes Segen alles gelegen sei . « » Ja , Herr Pfarrer , « sagte Uli , » ich kann Euch nicht sagen , wie wohl es mir ist gegen damals , wo ich einer von den Schlechtern gewesen bin , die auf der Gasse herumgelaufen . Aber es kömmt doch auch etwas auf das Gfell an , denn wäre ich nicht zu so einem guten Meister gekommen , so wäre auch nichts aus mir geworden . « » Uli , Uli , « sagte der Pfarrer , » war das Gfell oder Gottes Fügung ? « » Das ist das Gleiche , meine ich « , antwortete Uli . » Ja , « sagte der Pfarrer , » es ist das Gleiche , aber gleichgültig ists nicht , wie man sagt , darin liegt eben der Unterschied . Wer vom Gfell redet , denkt nicht an Gott , dankt ihm nicht , sucht seine Gnade nicht , er sucht das Gfell von und in der Welt . Wer von Gottes Fügung redet , denkt an Gott , danket ihm , sucht sein Wohlgefallen , sieht in allem Gottes Leitung ; er kennt weder Gfell noch Ungfell , sondern alles ist ihm Gottes gütige Leitung , die ihn zur Seligkeit führen will . Die verschiedene Redensart ist der Ausdruck einer verschiedenen Gesinnung , einer verschiedenen Ansicht des Lebens ; darum liegt ein so großer Unterschied in den Worten , und es ist wichtig , welche man braucht . Und meint man es auch gut , so macht es einen , wenn man nur von Gfell redet , leichtsinnig oder mißmutig ; redet man aber von Gottes Fügung , so wecken diese Worte schon Gedanken in uns und richten unsere Augen auf Gott . « » Ja , so , Herr Pfarrer , habt Ihr etwas recht , « sagte Uli , » und ich will es mir lassen gesagt sein . « » Du kommst doch mit deiner Braut nach dem