hin und her überlegte und , das ganze lustige Haus in einem Zuge zu genießen , mir einen Plan erdachte , so war es der , mit einem Schock nackter Mädchen , voll Freude , Witz , Tanz und Sing-Talent , drinne Haschen zu spielen . Auf dem höchsten Punkte des Schlosses steht ein Belvedere , und ein gutes Perspektiv , für die , welche das ganze Buch nicht verstehen , einzelne Stellen erklären wollen , und gerne wüßten , ob auch dieses oder jenes Städtchen mit hier notiert wäre . Dieses Türmchen ist die Spitze des Schlosses , und die Pointe des ganzen epigrammatischen Gebäudes , das wie ein guter freundlicher Einfall hier oben hingeflogen ist , und mir wie das Lied eines Turmdeckers auf dem Münster vorkömmt . Das Schlößchen scheint sich , wie ein fröhliches scherzhaftes Mädchen in den Mantel von Königen , hier in die herrlichen Berge zu verstecken , mit den Worten : Ich bin auch da , liebt mich ; am Ende , wenns Nacht wird und nicht grade der Mond scheint , wenns draußen stürmt , kommt ihr doch zu mir . - Ich sprach von dem Schlosse zuerst , weil es heißer Mittag war , da ich heraufkam , und ich mich in den kühlen Stuben erfreute . Als sich der Abend nahte , ging ich in den Wald , der , auf wenigen Punkten von der Kunst berührt , doch nichts von seiner Schönheit verlor . Seine Grenze um den Berg herum ist die unbeschreibliche Aussicht , die alle Worte übersteigt . Man kann nicht zurück , der dunkle Wald liegt ängstlich hinter einem . Nirgends ward mir meine Geschichte so erbärmlich und so klein . Ich glaubte , hier zu stehen , sei der Zweck und das Ende meines Lebens . - Wie ein kleiner Bach sich durch dunkle Täler , durch Klippen und Felsen stille oder nur brausend hinwindet , weil seine Ufer ihm weichen , oder ihm widerstreben , wie er endlich sich in eine unabsehbare See , sich selbst vernichtend , hinstürzet , so stand ich hier . Alles , alles freudig hingeben , Freude und Lust , Freundschaft und Liebe , alle stolze Leiden der Demut , alle Träume und Pläne freudig hingeben in dieses Wehn der Luftströme , diese Tiefe voll großer Natur , diese freundlich herandringende Ferne , war meine letzte Reflexion , meine Begierde war Schweben , und ich sah mit gefährlichem schwindelnden Neide den wilden Tauben nach , die sich freudig hinabstürzten , wo der Rhein den Fuß der grünen Berge küßte , deren Häupter von seiner rauschenden Umarmung trunken zu drehen schienen , und es war mir , als walle die Seele des kräftigen Stromes herauf durch die Adern des Berges , wie warmes lebendiges Blut , und der Boden lebe unter mir , und alles sei ein einziges Leben , dessen Pulsschlag in meinem Herzen schlage . Hier hat alles sein Ende , und alles ist gelöst , hier ist alles vergessen , und ein neues Leben fängt an . - Der Mensch ist das Höchste nicht im Dasein , sonst wäre keine Mühe in ihm , und keine Stufung der Vollkommenheit : der Mensch ist nicht frei , er könnte sonst nicht wieder zurück ins enge dunkle Haus , er stürzte sich eher hier hinab . - Gefangen sind wir , wie das Weib , das ewig nach den Schmerzen der Geburt sich gerne wieder zum Werke der Lust hinwendet , gefangen sind wir , wie Leichtsinn und Schwermut , zwischen Schmerz und Lust , und die Freiheit besteht in der Wahl zwischen zweien , wo uns das eine schon so ermüdet , daß wir das andere gern ergreifen - und was ist endlich die heiligste stolzeste philosophische Ansicht als die Krankheit der Flamme , die zu verlöschen droht , um sich selbst zu sagen : Ich bin das Licht und entzünde alles . - Man kann höchstens so eine traurige Ansicht haben , wenn man nach Hause geht , und sich mit Hoffart trösten will , oder wenn man kömmt und sich vornimmt , doch etwas Besseres zu sein ; - aber was hilft es endlich , wenn man hier steht , da muß das traurige Zeug , der konsequente eitle Trost doch zurückbleiben , denn wahrlich , er ist das verdienstliche Bemühen der schweren Arbeit , und es wäre für jeden , der hier steht , eine sehr mitleidswürdige moralische Betrachtung , an die Verdienste der Philosophen und Gelehrten zu denken . - Fast möchte ich glauben , daß das ruhige volle Genießen des einfachen unschuldigen Menschen der Gipfel des Lebens ist , und ich will mich bestreben , ein Trinker zu werden , und mir meine Weingärtner zu halten . Der Punkt , wo ich stand , war ein kleiner runder Tempel auf fünf Säulen , die voll von den Namen der Menschen standen , die eine solche Minute in ihrem Leben hatten - und wenn unter den vielen Hunderten nur einem zu Mute war wie mir , so sind zwei Menschen hier ruhig geworden , und besser . - Etwas später ging ich nach einem andern Punkte , einem alten Turme , der auf dem Winkel steht , der den Berg macht und den Punkt bestimmt , auf dem sich der Rhein schnell und heftig wendet . Die Aussicht ist hier nicht so ergossen , sie ist nicht ein ruhiges , willenloses Meer , das wie ein lebendiges unendliches Element ohne Fortschreiten durch die Größe schon fern und nah ist . Sie ist tätiger , drohender gegen den Stolzen , umarmender und erwärmender für den Liebenden . Dort wird man vernichtet , man vergißt sich , und muß trunken ertrinken ; hier drängen sich die Berge heran , die beiden Ufer wollen sich die Arme reichen oder die Stirne bieten , die Brust der Berge will zusammendringen , um den reißenden Fluß zurückzuhalten , der ihnen hier zu entfliehen scheint . Dort ist man hingegeben