als mein Vater und meine Mutter mit einander gelacht und im Spaß gestritten und viel Weltliches geredet . Da sei es nicht lange gegangen , so seien die bösen Geister gekommen , Beide seien früh in der Welt untergegangen , und wir seien arme Kinder geworden , allen Leuten im Weg und zweg zum Verderben , wenn sich nicht Gott ganz apart unserer erbarme . Gottlob , er hat es getan , aber der Großmutter Wort kann ich nicht vergessen , und je näher wir jetzt kommen , desto ernsthafter wird es mir im Herzen . Es ist mir fast und doch nicht ganz wie beim Sterben : da geht man auch so einem Tor entgegen und weiß nicht , was dahinter ist , und dahinter kann die Seligkeit sein oder die Hölle . Und wenn man schon mehr oder minder glaubt , es sei die Hölle oder die Seligkeit , die einem wartet , so weiß man doch nicht , wie die Seligkeit ist und wie die Hölle ist , und beide sind sicher viel anders , als man glaubt , die Seligkeit viel süßer , die Hölle viel bitterer . Da klopft mir das Herz immer mehr , ich muß mich fast schämen , und doch kann ich es nicht verbergen . « » Meine Eltern sind nie zusammen z ' Kilche gegangen , « sagte Vreneli , » und ich habe es entgelten müssen . Während Beide noch gelebt , bin ich doch ein arm , verstoßen Waischen gewesen und alle bösen Geister haben mir aufgelauert , aber Einer hat mich behütet . Wer weiß , ob nicht auch ein frommes Großmütti für mich gebetet oder gar mich behütet und beschützt hat , vom lieben Gott verordnet . Nein , Uli , ich begehre nicht zu spaßen ; ich möchte nicht , daß einmal wieder arme Kinder unsere Sünde entgelten müßten . Und wer weiß , wenn wir recht fromm sind und unsere Kinder dem Herrn zuführen , ob dann nicht Gott um unsertwillen unsern Eltern ihre Sünden vergibt . Nein , Uli , glaub , es ist mir nicht ums Spaßen , es ist mir gar ernst im Gemüt ; aber ich habe gar oft spaßen müssen , um den Leuten nicht zu zeigen , wie es mir im Herzen ist , und mit dem Lachen habe ich das Weinen vertrieben , um nicht ausgelacht zu werden . Und um die Meisterschaft wollen wir nicht streiten , da behüte mich Gott davor . Ich habe mich dir ergeben und will dir auch gehorchen , solange du mich lieb hast , und will tun , daß du mich alle Tage lieb haben kannst , will keine Zyberligränne werden . Nicht daß ich mich nicht auch wehren würde , wenn du mich quälen , zu deinem Hund machen wolltest ; ich glaube , ich würde ein böser Tüfel , ich könnte weiß Gott nicht anders . Aber das tust du nicht , und wo mich jemand lieb hat , da gehe ich für ihn durchs Feuer , Uli , weiß Gott , noch heute , wenn es sein muß . Sieh , ich verspreche es dir schon hier , und der liebe Gott wird es auch hören , ich will immer Gott vor Augen haben und mit dir zu Gott beten , wann du willst . Aber zürnen mußt mir auch nicht , wenn ich zuweilen lache , singe und springe . Glaub mir , ich habe schon manchmal dar , über nachgedacht , wenn eine alte Frau mit mir gekifelt hat , wie ich immer lachen und springen möge und so leichtsinnig sei ; aber ich fand mich sicher nie frömmer , als wenn ich so recht fröhlich im Gemüte war , da ists mir oft , ich möchte über alle Berge aus und dem lieben Gott um den Hals fallen oder möchte für jemand sterben , möchte allen Leuten Gutes tun . « » Bhüetis , « sagte Uli , » das Lachen und Lustigsein habe ich gar gerne ; aber steh , dort ist der Kirchturm schon , und da ist mir die Rede der Großmutter in Sinn gekommen und ich habe gedacht : wie man auch nicht lache und spaße , wenn man das Nachtmahl nehmen will , so solle man auf jedem Gange , den man eigentlich zu Gott tut , an Gott denken und ihn bitten , daß er einem dazu verhelfe , zu halten , was man ihm versprechen wolle . Sieh , da fliegen uns Tauben entgegen , eine ganze Schar , und sieh , die zwei weißen darunter , wo dort zusammen fliegen , das ist eine gute Vorbedeutung für Frieden und Eintracht . Es ist mir fast , wie wenn der liebe Gott unseretwegen ein Zeichen getan , daß es gut kommen werde . Meinst du nicht auch ? « Und Vreneli drückte Uli die Hand , und in stiller Andacht weilten sie , bis der Stallknecht des Pferdes Zügel nahm und sagte : » Es ist gut frisch diesen Morgen . « Es war da eins der guten alten Wirtshäuser , in denen die Leute nicht alle Jahre wechseln , sondern eine Generation die andere ablöst . Diese saßen eben an ihrem Kaffee , als die Brautleute hereinkamen , und erkannten alsobald Uli . Nun eine recht freundliche Begrüßung , und sie mußten , sie mochten wollen oder nicht , zu ihnen sitzen und mithalten . Sie sollten doch nicht Umstände machen , hieß es , das sei ja zweg , und an einem so kalten Morgen tue einem nichts wöhler als ein Kacheli warmer Kaffee . Vreneli tat etwas zimperlich : Es sei uverschant für ihns , da zuechezhocke , als ob es da daheim wär . Die Wirtin aber musterte es , bis es saß , gschauete es dann und begann dem Uli zu rühmen , wie er eine hübsche Frau habe ; lange Zeit sei keine brävere dagewesen . Es freue sie , daß