mich in den Becher , Glühend noch raucht der Berg , Und trink , du schöner Zecher Alles , was ich verberg . ER : Ach all , was birgt dein Auge , Alles , was birgt dein Herz ; Ich würde Himmel saugen Mitten im schönsten Schmerz . BEIDE : Nein dieser Stunde Feuer , Nimmer , o nimmer vergeht , Nein dieser Töne Feier Nimmer , o nimmer verweht . Wir leben ohn Besinnen , Sind wir wohl außer uns ? Die Tropfen Tau schon rinnen , Auf uns und über uns . Wir ruhen auf Silbersaiten Regend die Melodien ; Tanzend die Elfen schreiten Übers erwachende Grün . Nachmittags zeigte sie dem Grafen diesen Doppelgesang , aber ihm gefielen nur einzelne Strophen ; das Austrinken des Vulkans , in den sich die Geliebte gestürzt , das , behauptete er , sei ganz ein nordisches Bild über Maß und Möglichkeit ; sie ließ es sich nicht ausreden . Sonderbar war es , daß in diesen Tagen eine Erderschütterung gespürt wurde , daß schon die Bewohner der Paläste zu den Bewohnern der Hütten flohen , doch hatte sie in der Gegend keine andre Einwirkung gehabt , als bei dem Gartenhause der Herzogin eine warme Quelle zum Vordringen zu bringen . Durch diesen Umstand und durch die Lage des Gartenhauses , welches die Aussicht über das Meer hatte , wurde die Fürstin veranlaßt , es sich zur Wohnung zu erbitten ; gerne gewährten ihr alle diesen Wunsch und sie wußte bald durch herrliche Verzierung des Hauses und des Gartens sich dafür dankbar zu bezeigen . Sie beschäftigte alle Arten von Künstlern dabei und der Graf nahm so eifrigen Anteil an allem dem , daß die Herzogin mit Sorge manche Vernachlässigung ihrer eignen Angelegenheiten bemerkte . Sie konnte ihm darüber nichts sagen , denn was er tat , war guter Wille und Aufopferung von seiner Seite ; aber gewiß hätte er sich einige Zeit von seinem Dekorieren des Landhauses abgemüßigt , wenn er in dem Tagebuche der Herzogin gelesen hätte : » ... Über tausend Bäume sind durch die Vergessenheit des Grafen , der die nötigen Arbeiter nicht herbeigeschafft , vor dem Einpflanzen verdorrt . Lieber Gott , wenn er nur die Hälfte der Sonnenstrahlen auf sich nehmen sollte , die darum ein ganzes Jahr länger auf die armen Wanderer und Pilger fallen , er müßte ja verschmachten ; darum verzeihe es ihm , gnädiger Gott . « - Der Graf wiegte sich in einen schönen Traum steter geistiger Mitteilung , Kunstübung , was ihm alles in dem Umgange der Fürstin werden sollte ; den Schreiber hatte er auch sehr lieb gewonnen , er fand hinter mancher Schulverdrehtheit viel Talent und Bemühung der schönsten Art ; er führte die Fürstin und ihn mit unermüdlichem Eifer in seine reichen Sammlungen von Antiken und Abgüssen , von Musikalien und Naturprodukten , und bemerkte nicht dessen Eifersucht gegen ihn wegen der Neigung der Fürstin , die ihm oft sehr wunderbar mit spielte . So zerschmiß er einmal einen schönen Antinous im Vorzimmer , als der Graf mit der Fürstin lange allein gesessen ; und als sie von dem Falle erschreckt heraustraten , entschuldigte er demütig seine Ungeschicklichkeit , so daß niemand einen Argwohn hatte . Eines Morgens fand die Fürstin den Grafen in ihrem Vorzimmer , der ihr die Gegend mit allen neuen Anlagen abzeichnete ; er hatte ein eigentümliches Talent , alles auf den ersten Blick richtig und treu zu fassen , und änderte daher selten an der ersten Skizze . Die Fürstin zeichnete schöner , aber sie dichtete in die meisten Gegenden eine Menge Verschönerungen hinein . Auch hier nahm sie spielend einen Bleistift , lehnte sich auf ihn und zeichnete am Vordergrunde , auf den Grafen gelehnt , eine Ulme ; trieb den Stamm aus der Erde , und setzte leicht die Umrisse , aber die Äste ließ sie hervorgehen wie kühne Leidenschaften , die das Geblüt zu Laub heraustreiben ; da entstand das Dunkel , wo im Durchschauen des ersten und zweiten Laubes kein Blatt mehr zu erkennen , das Dunkel , wo die Vögel nisten . Sie arbeitete so eifrig , daß ihr der eigne Atem wie der hoffnungsreiche Ostwind vorkam , der die leichten Zweige hebt und fallen läßt , daß die Schatten lustig auf dem Boden spielen , und da war ihr , als harrte sie des Grafen unter dem Baume und er säße in dessen dunkler Krone und lasse ihr neckend allerlei Blätter in den Busen fallen , und sie täte , als ob sie ihn nicht merke . Von dem allen stand nichts da ; der Baum war kaum angelegt und der Graf , der gerade an dieser Stelle arbeiten wollte , wischte ihn eilfertig mit dem elastischen Harze aus , und sie mußte zusehen , wie er zerstört wurde , der alle ihre Zärtlichkeit trug . Der unglücklichen Frau wurde fast ohnmächtig ; der Baum war ihr lieb gewesen wie ein Erstling der Liebe , hundert Bäume konnten an der Stelle wieder gezeichnet werden , aber kein Baum wie dieser , der alle ihre Lust verbarg . » Was weiß ich denn von ihm « , dachte die Fürstin , » wenn er so gar nichts von mir weiß , daß er unbewußt das Liebste mir zerstören kann , bis auf die letzten widerstrebenden tiefsten Züge , die sich noch jammernd an das Papier legten ; es ist mein Geblüt , was noch in dem Stamme treibt . « - In diesem Augenblicke , noch ehe die Lücke wieder vollgezeichnet , rief Dolores den Grafen ; er eilte fort , und die Fürstin setzte sich eifrig an seine Stelle und malte ihren lieben kleinen Baum wieder an die Stelle und viel schöner und reicher an umschlingendem Weinlaube ausgestattet ; dann setzte sie sich an ihren Flügel , phantasierte wild umher und sang endlich mit entschlossener Stimme : Nur was ich liebe , das ist mein , Und kann nur immer meiner werden , Du