wenn auch sichtlich widerstrebend . Sie schienen , wenigstens in Beziehung auf den Kanz el A ' da , auch ihre Absichten und Wünsche zu haben . Wahrscheinlich durchschauten sie den Scheik und hielten es aber für klug , ihm einstweilen alles zu überlassen und erst später dann mit ihren Forderungen hervorzutreten . Sie gingen zu ihren Kamelen , stiegen auf und ritten fort , und zwar nicht auf dem Wege , den ich gekommen war , sondern auf demjenigen , der sie hierhergeführt hatte , denn sie waren einen weiten Bogen um den Bir Hilu geritten und so vorsichtig gewesen , erst hier auf die Linie zu treffen , auf welcher ihrer Ansicht nach die Rückkehr des Persers erfolgen werde . Das war ein für mich sehr günstiger Umstand , da ich nun nicht zu befürchten brauchte , daß sie mit Halef zusammentreffen oder gar ihn vorzeitig sehen und schnell zurückkehren würden , um den Scheik zu warnen . Dieser hatte für mich einstweilen keine Beachtung mehr , womit ich allerdings sehr gern einverstanden war . Jetzt , da seine Leute sich entfernt hatten , war meine Lage so ganz unerwartet hoffnungsvoll geworden . Ich hatte es mit ihm allein zu thun und hielt es für gar nicht unmöglich , mit ihm fertig zu werden , ohne Halefs Hilfe abzuwarten . Die Hauptsache dabei war , ihn nahe an meine Hände zu bekommen . Auf seine Flinte gelehnt , hatte er dagestanden , bis seine Beni Khalid verschwunden waren . Nun wendete er sich dem Ghani zu : » Ich wiederhole es : Es spricht keiner von euch eher , als bis ich es erlaube , sonst ist ihm eine Kugel sicher ! Ich gebe noch einmal mein Wort darauf ! « Er sah sie einzeln , einen nach dem andern finster an und fuhr dann fort : » Ihr seid ganz unbeschreiblich dumme und dabei ebenso unbeschreiblich freche Menschen ! Es ist eine Unverschämtheit sondergleichen , mir zuzumuten , euch für unschuldig zu halten ! Allah weiß es , und ich weiß es auch , daß der Schiit dort in seinem Rechte war . Ich sage euch das in Gegenwart dieses Effendi , den ich dem Perser nicht nachschicken will , ohne ihn vorher zu überzeugen , daß ich euch gar wohl durchschaut habe . Das thue ich , weil ich mich bisher vor ihm zu schämen hatte , denn er mußte ja annehmen , daß ich verbrannte Dattelkörner anstatt des Gehirnes im Kopfe habe ! « » Wir sind - - - ! « wollte der Ghani beginnen . » Schweig ! « wurde er unterbrochen . » Ich werde dir sagen , wenn du zu sprechen hast . « » Aber ich muß - - - ! « Er hielt sofort wieder inne , denn der Scheik richtete den Lauf der Pistole auf ihn . » Du scheinst gern reden zu wollen . Gut , du sollst es dürfen , aber ja nicht mehr , als ein einziges Wort ! « Er trat hart an ihn heran , näherte die Waffe seinem Herzen und fuhr fort : » Wenn du eine Lüge antwortest oder mehr als nur ein einziges Wort , auch wenn du auf den Gedanken kommen solltest , nicht zu antworten , also in jedem von diesen drei Fällen trifft dich meine Kugel augenblicklich und ebenso sicher , wie die deinige dort den Unschuldigen getroffen hat ! Also jetzt ! Habt ihr den Kanz el A ' da gestohlen ? Ja oder nein ! « » Ja , « würgte der Ghani , als ob er am Ersticken sei , hervor . » Daran habe ich natürlich keine Sekunde lang gezweifelt , und darum verdient es die härteste aller Strafen , daß ihr mich für einen Geisteskranken gehalten und von mir gefordert habt , euch nicht nur als Unschuldige gegen die Haddedihn und die Asaker zu verteidigen , sondern , was noch tausendmal schlimmer ist , euch auch wirklich für unschuldig zu halten . Ich kannte dich , Ghani , schon früher , und ihr kamt zu uns an den Brunnen . Ihr waret also meine Gäste , und wir haben mehr als unsere Pflicht gegen euch gethan . Sogar das Leben wagten wir wiederholt , zuletzt im Zweikampfe , den wir um euretwillen forderten . Dann aber war euch genug von uns geschehen . Als wir vom Brunnen reiten mußten , erklärte ich euch , daß wir uns von euch trennen müßten . Ihr weigertet euch , zu gehen ! Ich sagte euch , daß ich euch nicht mehr als Gäste betrachten dürfe . Ihr bliebt dennoch bei uns ! Als wir hierherritten , befahl ich euch , zurückzubleiben . Ihr gehorchtet nicht , sondern kamt uns nachgeritten ! Wir mußten euch dulden , weil ihr sonst zu den Feinden geritten wäret , um zu verraten , daß wir dem Perser auflauern wollen . Ihr seid also nicht als meine Gäste und Freunde mitgeritten , sondern als zudringliches Ungeziefer , dessen man sich entledigt , wenn es zu frech geworden ist . Und das thue ich jetzt . Was den Kanz el A ' da betrifft , so ist diese Angelegenheit durch den Zweikampf vollständig für euch erledigt worden . Er gehörte euch nicht , denn ihr hattet ihn gestohlen , und er wurde dem rechtmäßigen Besitzer zugesprochen . Wolltet ihr ihn wiederhaben , so konntet ihr ihn ja zum zweitenmal stehlen ; dagegen hatte ich nichts , und es war allein eure Sache ; ihr hättet euch also von uns trennen sollen ! Ebenso hatte ich das Recht , ihn mir zu holen , denn euer Recht ist nicht größer als das meinige , nämlich gar keins ! Ich habe das unternommen , und der Fang ist mir gelungen ; nun seid ihr an der Reihe , nichts dagegen zu haben ! Anstatt dessen der sehe und höre ich , daß ihr es wagt , mich um den wohlerworbenen Lohn zu bringen