Widerstandes ungeachtet seinen Willen durchzusetzen gewußt und nach einer Viertelstunde sei von dem Gehülfen aus Würzburg auf dessen Ehre und Gewissen das Gutachten abgestattet worden , daß der Magister Schnotterbaum mit keiner Lüge belastet das Zeitliche gesegnet habe . Nach dem zweiten Berichte war alles mit der Publikation des Testaments vorbei . Die aufgeregten Affekte gingen in ein schallendes Gelächter über ; der Gehülfe trat lachend hervor und konnte vor Lachen kein bestimmtes Wort über die Anerkennung oder Nichtanerkennung der Helden dieses Tages aussprechen . Das Gelächter war so ansteckend , daß der alte drollige Kernbeißer endlich selbst mit einstimmte und rief : » ' s ist der ausbündigste Schwank , der zu erdenken gewesen , beweist aber nichts gegen das Zwischenreich . « - Diese allgemeine Heiterkeit des Ausgangs soll um so anmutiger gewesen sein , als , wie versichert wird , der Beamte auch in diesen Momenten seinen wahren oder angelegten unzerstörlichen Ernst beibehalten hat . Von Untersuchung hinter der spanischen Wand keine Rede . Indessen verfehlte das Testament des Magisters nicht , seine Wirkung nachhaltig zu äußern . Denn wohin ich seitdem kam , überall hatte sich die Volksmeinung gebildet , daß der alte Schnotterbaum das Geschlecht der Koryphäen des Geisterglaubens wirklich entdeckt habe . Dadurch aber hatte in der Tat , wie sich deutlich spüren ließ , die höhere Welt , nämlich die Kernbeißer-Eschenmichelsche , einen Stoß erlitten . Die Erben des Magisters aber traten die Erbschaft nach seinem Testamente ohne Vorbehalt an . Dritter Teil Fünftes Buch Hochzeit und Liebesgeschick Erstes Kapitel Worin der Hofschulze dem einäugigen Spielmann auseinandersetzt , warum er keine seiner neun Jacken einbüßen wolle An einem klaren Augustmorgen brannten im Oberhofe so viele Kochfeuer , als ob die Bevölkerung sämtlicher Ortschaften in der Runde zum Mittagsmahle erwartet werde . Über der Herdflamme , durch große Klötze und Scheiter zu ungewöhnlicher Größe entzündet , schwebte an dem eingezahnten eisernen Haken der mächtigste Kessel , welchen die Wirtschaft bewahrte . Sechs oder sieben eiserne Töpfe umstanden mit ihrem siedenden und brodelnden Inhalte diese Gluten . Auf dem Platze vor dem Hause nach dem Eichenkampe zu prasselten , wenn die Geschichte die Wahrheit sagt , neun Feuer , und ebenso viele , oder höchstens eines weniger auf dem Hofe in der Nähe der Linden . Über allen diesen Kochstätten waren Böcke oder Roste errichtet , auf welchen Bratpfannen standen , oder an welchen Kessel von nicht geringer Größe hingen , obschon keiner derselben sich mit dem Umfange dessen , der über dem Herde seine Pflicht leistete , vergleichen durfte . Die Gluten verbreiteten in dem Hause und um dasselbe eine starke Hitze , rote Funken sprühten allenthalben empor und flogen auch wohl unter das Strohdach , erloschen aber unschädlich inmitten des gefährlich Brennbaren , gleichsam , als wollte das Element dem arglosen Zutrauen , welches die Hofesbewohner in seine Treue setzten , dankbar entsprechen . Die Mägde des Oberhofes gingen mit Schaumlöffeln oder Gabeln zwischen den Kochstätten geschäftig hin und her . Es durfte , sollte die Speise den Gästen munden , nicht gefeiert werden mit Abschäumen und Umwenden , denn in dem großen Kessel über dem Herde gaben acht Hühner die Kraft zur Suppe her , und in den übrigen dreiundzwanzig oder vierundzwanzig Töpfen , Kesseln oder Pfannen sotten oder brieten sechs Schinken , drei Truthähne , fünf Schweinsbraten , nebst der entsprechenden Anzahl von Hühnern . Diesem Geflügel war nämlich das bevorstehende Fest am verhängnisvollsten geworden . Der Hahn , welcher die gelichteten Reihen seiner Teuren über die Nährplätze des Hofes führte , sah sich unterweilen wehmütig um , oder blickte zornig nach den Feuern , die sein Liebstes für fremde Freuden zurichteten , und in einer entfernten Ecke des Hofes bewegte der Morgenwind einen großen Haufen brauner , gelber und weißer Federn , hin und wieder eine derselben bis in die Nähe der Feuer wirbelnd . Während die Mägde in den Bratpfannen nachgossen , die Schinken anstachen , unter den Truthähnen die Glut erfrischten , von den Hühnern und der Suppe den Schaum hinwegnahmen , waren auch die Knechte fleißig an ihrem Werke . Der schwarzäugige Verwegene richtete im Baumgarten mit Böcken , Blöcken und Brettern eine gewaltige lange Tafel zwischen den Blumenbeeten und unter den Fruchtstämmen zu , nachdem ihm ein ähnliches Gerüst bereits im Flure gelungen war . Der dicke Langsame bekleidete die Pforten des Hauses , die Wände des Flures und die Türen der beiden Zimmer , in denen wir den Diakonus und seinen Küster einstmals haben speisen sehen , mit grünen Birkenstämmen . Er seufzte nachdrücklich über diese grüne und lustige Arbeit , auch fiel ihm , wie es schien , die Glut beschwerlich . Dennoch war ihm ein nachgiebigeres Geschäft zugefallen , als seinem Mitknechte , dem zornigen Rothaarigen . Denn er hatte doch nur mit schmiegsamen Maien zu tun , jenem aber lag ob , das Vieh festlich zu zieren . Den Kühen nämlich und Rindern , welche an der einen Seite des Flurs hinter ihren Krippen standen , vergoldete der Rothaarige mit Schaumgold die Hörner , oder band ihnen bunte Schleifen und Quasten um dieselben . In der Tat war dieses eine verdrießliche Arbeit besonders für einen jähzornigen Menschen . Denn manche Kuh und dieses und jenes Rind wollte schlechterdings nichts von dem Feste wissen , schüttelte mit dem Kopfe oder schwang die Hörner seitwärts , sooft ihm der Rothaarige mit dem Leimpinsel und den Schaumgoldblättern nahte . Er bezwang lange seine Natur und gab nur zuweilen ein dumpfes Murren von sich , wenn ihm ein Horn den Pinsel oder die Blätter aus der Hand schlug . Laute , welche die allgemeine Stille , womit alle Beschäftigte ihre Arbeit verrichteten , kaum unterbrachen . Als aber die Zierde des Stalles , eine große Weißgefleckte , mit welcher er sich wohl schon eine Viertelstunde lang umsonst abgemüht hatte , endlich sogar heimtückisch ward und ihm einen gefährlichen Stoß versetzen wollte , da riß dem Rothaarigen die Geduld . Er sprang zur Seite , ergriff jenen