her - - - vergeblich ! Es war ein zu ungleicher Kampf , und da - - - da fiel der Pistolenschuß des Ghani ; ich sah aus der Umschlingung , in der ich mich befand , heraus , daß der Perser mit ausgebreiteten Armen hintenüberstürzte ; da war mein Widerstand dahin ; ich streckte mich aus und ließ mir auch ruhig die Füße wieder zusammenbinden und gestehe , daß ich dabei laut und bitterlich weinte . Ich wollte nicht ; ich wußte nur zu gut , welch eine Schande mir dieser Weinkrampf machte ; aber es war eben ein Krampf , der sich nicht unterdrücken ließ . Es war mir das noch nie passiert , doch da die beispiellose Aufregung , welche sich meiner bemächtigt hatte , nicht auf anderem Wege hatte explodieren können , that sie es eben in diesem Schluchzen , welches bei denen , die es hörten , ein schallendes Gelächter hervorrief . Auf den Hohn , mit dem ich nun beworfen und überschüttet wurde , achtete ich gar nicht . Sie mußten ja von selbst aufhören , und das thaten sie sehr bald , weil der Ghani die Aufmerksamkeit der andern von mir auf sich ablenkte . Er kniete nämlich bei dem Basch Nazyr nieder und begann , dessen Taschen zu durchsuchen . » Halt ! Was fällt dir ein ! « störte ihn der Scheik . » Nichts fällt mir ein , als nur das , was ich darf ! « antwortete der andere . » Soll das , was er bei sich hat , etwa mit ihm begraben werden ? « » Nein ; aber dir gehört es nicht ! « » Dieser Schiit ist mein Eigentum ! Mir ist er nachgeritten ; mich hat er beschuldigt und beleidigt ; von meiner Kugel ist er gefallen . Sein Eigentum , sein ganzes , ganzes Eigentum gehört also nur mir ! « Ich sah da einen Streit kommen , der sich vielleicht in die Länge ziehen und mir dadurch Rettung bringen konnte . Dieser Gedanke wirkte wohlthätig auf mich ; ich wurde innerlich wieder ruhig . » Sollen wir dich vielleicht ebenso auslachen , wie wir jetzt über diesen weinenden Hund gelacht haben ? « fragte Tawil Ben Schahid . » Wer hat den Angriff hier geleitet , wer die Soldaten besiegt , du oder ich ? Wer ist also Besitzer alles dessen , was sich hier befindet ? « Er stand hochaufgerichtet und drohend vor dem Ghani , und seine Beni Khalid näherten sich , ihre Gewehre in den Händen , den Mekkanern in einer Weise , welche zwar diesen nicht , aber mir auffiel . Das sah ja ganz so aus , als ob jetzt etwas geschehen solle , was der Scheik vorher mit seinen Leuten heimlich verabredet hatte ! In dieser Vermutung wurde ich durch die Beobachtung bestärkt , daß sie ihre Augen nur auf ihn gerichtet hielten , als ob sie auf ein mit ihm vereinbartes Zeichen warteten . » Etwa du ? « rief der Liebling des Großscherifs . » Warum hast du den Kanz el A ' da dort neben dein Kamel gelegt ? Willst du mich um ihn betrügen ? Ich habe schon gestern während des ganzen Tages gemerkt , daß du etwas gegen uns im Schilde führst . Ist ' s ein Betrug , eine Verräterei , so denke nicht , daß ich sie dulden werde ! Meine Macht reicht weiter als die deinige ! « Seine Augen funkelten ; der Scheik antwortete um so ruhiger und kälter : » Wie weit deine Macht und dagegen die meinige reicht , wirst du sofort erfahren ! - - - Jetzt ! « Dieses Wort , welches den erwarteten Befehl enthielt , galt seinen Leuten . Wie von nur einer einzigen Hand gehoben , flogen die Kolben ihrer Gewehre empor und krachten auf die Köpfe der Mekkaner nieder , die auf eine solche Ueberrumpelung nicht vorbereitet waren und , vor Schreck sich gar nicht wehrend , durch weitere Hiebe niedergeschlagen wurden . Daß diese That vorher besprochen worden war , bestätigte sich nun gleich auch dadurch , daß die zum Binden der Mekkaner nötigen Stricke sofort bei der Hand waren . Es war für mich ein unendlich häßlicher , widerlicher Vorgang , der mich empören mußte , obwohl die so verräterisch Behandelten meine Feinde waren . Nur für wenige Augenblicke bestürzt oder betäubt gewesen , wandten und krümmten sie sich nun schreiend , fluchend und heulend hin und her . Der Scheik stand eine ganze Weile stumm dabei , um ihre erste Wut vorübergehen zu lassen ; aber als ihm das zu lange dauerte , zog er seine Pistole und gab sein Wort als Schwur , daß er jeden , der nicht sofort ruhig sei , erschießen werde . Das wirkte augenblicklich , denn sie wußten ja , wie stolz er darauf war , daß er sein Wort oder gar seinen Schwur niemals breche . Hatte ich mich vorhin in einer beinahe beispiellosen Aufregung befunden , so fühlte ich mich jetzt von einer fast ebenso großen Spannung ergriffen . Indem die Ereignisse der letzten Tage an mir vorüberflogen , wurde es für mich gewiß , daß der Tod der Mekkaner für den Scheik eine beschlossene Sache sei . Er wollte den Kanz el A ' da haben und mußte sich auch aller Zeugen dessen , was geschehen war , entledigen . Aber seine Leute ! Wie stand es da mit diesen ? Durften sie alles wissen ? Es zeigte sich , daß dies eine Frage war , die er schon vorher im stillen beantwortet hatte : Er gab ihnen den Befehl : » Jetzt könnt auch ihr nun fort ; ich komme nach ! Ich habe diesen früheren Freunden und jetzigen Feinden einige gute Lehren zu erteilen , ehe ich sie wieder freigebe . Nach dem Bir Hilu dürfen sie auf keinen Fall wieder . Der Effendi bekommt von mir selbst eine Kugel . « Sie gehorchten ,