. Kann ich dir einen Dienst erweisen ? « » Ich bin zu Euch gekommen « , entgegnete Witiko , » weil mich der Dank an Euch bindet , welchen ich damals nur kurz erweisen konnte , als ich von Wladislaw ging , da er den Herzogstuhl bestiegen hatte , und ich bin zu Euch gekommen , weil mich die Liebe an Euch bindet ; denn Ihr habt in jener Versammlung auf dem Wysehrad , heiliger Vater , die besten Worte geredet . « » Nenne mich nicht einen heiligen Vater « , antwortete Silvester , » es wäre wie Hohn und Spott ; ich bin in meinen Werken ein gebrechlicher Mensch , ich konnte die Worte nicht finden , jene Versammlung zu bewegen , und kann meine Klosterbrüder nicht leiten , sie lieben mich , und folgen mir nicht . Die Gemüse gedeihen leidlich , wenn ich sie begieße , und ihnen die gehörige Erde gebe . Ich bin nicht einmal ein rechter Gärtner für den folgsamen Kohl und die gelben Blumen . « » Ihr habt aber doch alle Vorkommnisse erkannt « , sagte Witiko . » Ich habe nur erkannt , was gut ist « , antwortete Silvester , » und das hat mir mein Heiland gesagt , und mit dem Guten ist alles andere verbunden , wenn es auch die Augen nicht sehen . « » Wenn mir undeutlich ist , was ich tun soll « , sagte Witiko , » so erlaubet , daß ich in Euern Garten komme , und Euch um das Gute frage , an welchem das andere dann hängt , ich werde Euch kurz fragen , daß ich Euch die Zeit nicht entziehe , und ich werde doch einer sein , der Euch folgt . « » Komme , so oft du willst « , antwortete Silvester , » und so oft dein Herz dich mahnt ; jeder Mensch muß dem andern helfen , wenn Hilfe not tut , und er muß auch helfen , wenn Hilfe nicht not tut , wenn er aber doch darum gebeten wird , und der Priester muß noch mehr helfen , weil er der Priester ist , und der oberste priesterliche Vater des Landes muß am meisten helfen , weil er der oberste priesterliche Vater des Landes ist , und ich wäre es gewesen , wenn mir Gott nicht durch ein Geschehnis gezeigt hätte , daß ich dieses Land nicht zu dem heiligen Geiste versammeln kann . Ich habe es einem andern überlassen . Zu dem Guten aber , Witiko , tut Hilfe nicht not ; denn das weiß ein jeder Mensch . « » Und warum tut er es denn nicht ? « fragte Witiko . » Weil er gegen das Wissen handelt , wenn ihn die Lust oder die Schlauheit treibt « , sagte Silvester . » Im Nützlichen kann man dem Menschen raten , wenn man es kennt . « » Und dann befolgt er den Rat nicht « , sagte Witiko . » Weil er es selber besser zu wissen meint « , entgegnete Silvester , » und so kommen die Erfahrungen . Es sind sehr viele Dinge , mit denen die Menschen sich beschäftigen . Wir haben in unserem Klosterbesitze Wälder , die uns vor dem Froste des Winters schützen , von denen wir bauen , die uns die Speisen bereiten helfen , und die uns noch Tiere und Gewächse liefern . Wir pflegen sie . Wir haben Felder und Wiesen , auf denen Dienliches sprosset . Wir warten ihrer sorgsam . Wir haben Untertanen , Grundhörige , Gewerkleute und Volk , die Brüder suchen sie zu lenken . In diesem Garten ist Obst , Gemüse , Blumenwerk , wir hegen es , und teilen den Menschen gerne mit , die um uns sind , und unterrichten sie . « » Ich bin mit Leuten aus dem Walde , welche in den Krieg gingen « , sagte Witiko , » und welche sich dann meiner Führung anvertrauten , zu dem jetzigen Herzoge Wladislaw gezogen . « » Wladislaw , der Sohn unseres verstorbenen Herzoges Sobeslaw « , sagte Silvester , » hat nicht geantwortet , als sein Vater auf dem Sterbebette zu ihm gesagt hatte , er solle sich Wladislaw , der jetzt Herzog ist , unterwerfen . Dann hat er sich dem Herzoge von Znaim , Konrad , gegen Versprechungen hingegeben . Den jetzigen Herzog Wladislaw haben viele Herren der Länder Böhmen und Mähren gewählt , und sie haben sich die Macht zur Wahl selber gegeben . Und so ist jetzt überall kein Recht . Seit dem Aufhören der Alterserblichkeit sind die Herzoge durch die Gewalt Herzoge gewesen , und wir haben ihnen gehorcht . Der Herzog Wladislaw ist auch durch die Gewalt Herzog , und die Guten sind zu ihm gegangen . Was Bolemil getan hat , was Lubomir getan hat , und was der rechtschaffene Diwis getan hat , das hast du auch getan , mein Sohn . « » Ich meine , Wladislaw handelt wie ein guter Herzog « , sagte Witiko . » Er hat bisher so gehandelt « , antwortete Silvester , » und ich glaube , daß er auch im Künftigen so handeln wird . Er ist großmütig , wie sein Vater großmütig gewesen ist . Er ist ein besserer Mann als Wladislaw , der Sohn Sobeslaws . In diesem Gedanken hat der ehrwürdige Bischof Zdik gehandelt . Das Gute , das geworden wäre , wenn die Männer auf dem Wysehrad an dem Rechte gehalten hätten , und das Gott auch mit dem minderen Manne Wladislaw eingeleitet hätte , kann nun nicht mehr werden . Der Herzog Wladislaw wird ein anderes Gute bringen , und er wird das Schlechte , das aus dem Unrechte auf dem Wysehrad folgen muß , zu vermindern streben , wie er es jetzt schon getan hat . Aber er wird nicht alles vermeiden können , wie er es jetzt nicht vermocht hat . Heiligtümer sind dahin , Menschenleben