Trost , dann beiderseits sich sammeln um des Hauses Tisch , alles in der Ordnung ist , alles zufrieden ist , die Einen auftragen , was sie daheim bereitet , die Andern mitteilen und zerlegen , was sie in der Predigt gesammelt ; da faßt man es , was Paulus damit meint , Essen und Trinken zu Gottes Ehre , und in solchem Essen und Trinken ist dann auch Gottes Segen . Es wolle hüten diesen Nachmittag , sagte Änneli , es werde öppe Keins von ihnen daheimbleiben wollen ; an einem solchen Tage solle man nichts versäumen , man wisse nicht , wenn man wieder dazu komme . Und wenn der Pfarrer diesen Nachmittag wieder anwende wie am Vormittag , so könne jedes sein Teilchen nehmen , und es wäre schade , wenn eines es nicht hörte . » Es söll mir aber doch öpper Reis heimbringen , es halb Dutzend Pfund oder was . « Sie hatten brichtet , wie dr rot Schade so grusam regier und so bös syg , bi ds Styni Glause seien vier King krank und dMuetter selber auch , Keis chönn am Andere mehr Rat tun und hätten von allem nichts . » Das ist ein schrecklich Dabeisein , und die Leute können mich erbarmen , ich kann es nicht sagen . Wenn ihr heim seid , so will ich noch hin und sehen , wie da zu helfen ist , so kann man die Sache nicht gehen lassen , denk man doch auch , wie es eim selber wär , sövli krank u niemere , das eim hilft , und nüt im Hus und vielleicht kein Mensch , der ihnen zum Doktor geht . « » Muetter « , sagte Christeli , » schicket öppere , es geht Euch scho eis vo dene Meitlene , oder wartet bis morgen . Das ist noch e Plätz bis zu dene Leute , und Ihr seid schon in der Kirche gewesen . « » Von denen Meitlene kann ich keins schicken « , sagte die Mutter , » die sehen nicht , was fehlt , und die Leute wissen es vielleicht selbst nicht oder können es nicht sagen oder dürfen es nicht , und dann weißt wohl , Christeli , wie hässig es einem macht , wenn man krank ist und nicht reden mag und man da immer gefragt wird und Bscheid und Antwort gä söll . Da muß man es einem an den Augen absehen ohne langs Gfrägel . Und wenn die Meitleni scho dr guet Wille hätte , so fehlte ihnen die Erfahrung ; man muß bei solchen Sachen gewesen sein , wenn man wissen will , was nötig ist . « » So wartet bis morgen « , sagte er . » Aber Christeli , was denkest auch , was meinst , wenns dir fehlte und zMittag sagte man es mir und ich antwortete : He nu so de , mr wey öppe luege , wenn es mir sih de schickt , su will ih ihm de morn einist neuis arichte . « » Ja , Mutter « , sagte Christeli , » das zählt sich nicht zusammen , ich bin dein Kind . « » Öppe zählt sich das nicht zusammen , denk doch auch , vier Kinder und nicht nur ein Kind liegen an der wüsten Krankheit , und kann keins dem andern anders helfen als helfe pläre u gruchse . Und dann eine ganze Nacht so , denk , wie lang , wie schrecklich ! « » Aber Ihr könnet da doch kaum helfen « , sagte Christeli . » Das weißt du nicht und ich nicht , aber ich glaube , wohl . Schon das tut ihnen wohl , wenn sie sehen , daß jemand sich ihrer annimmt , daß sie doch auch nicht so ganz verlassen sind . Denk doch , es könnte ja vielleicht eins sterben über Nacht , und niemand wäre da und nähmte es von den Lebendigen weg und legte es beiseite . « » Aber Mutter , du wirst doch nicht über Nacht dort bleiben wollen ? « antwortete der Sohn . » Das weiß ich nicht « , sagte Änneli , » es kömmt darauf an , wie es öppe ist ; aber wenn ich zu rechter Zeit nicht heim sein sollte , so habt nicht Kummer , denket , ich sei dort . Und möglich wärs , daß wenn ich jemand fände , ich nach etwas schicke , was etwa mangeln sollte , gebt es ihm dann . « » Aber Muetter , gang mir nicht , es heißt , dr rot Schade syg ansteckend , schicket es Meitli « , rückte Christeli endlich mit seiner eigentlichen Meinung heraus . » Aber Christeli , Christeli , was sinnest auch , schäm dih ! Welle di guete Lüt sy und öpperem öppis schicke , wo mir nüt gspüre , wo grad ist wie nüt , u drmit es Meitli schicke , wo nüt het as dGsundheit , u die sött es ga opfere , u mir hätte dr Ruehm , un ihm danketi nume niemere , nei Christeli , das ist nie üse Bruch gsi u mit selligem chumm mr nümme . « In den Hütten der Armen ist wohl keine Krankheit , die Cholera etwa ausgenommen , fürchterlicher und ekelhafter als die rote Ruhr , der rote Schaden . Wo vielleicht nur ein rechtes Bett ist und noch dazu ein schlechtes , die Übrigen mit einzelnen Bettstücken sich behelfen müssen , selbst mit Hudeln , bald in leeren Bettstätten , bald auf dem Ofen , vielleicht auch auf den Tischen ; wo kein Glied der Familie mehr als zwei Hemder hat , eins am Leib , eins am Zaun zum Trocknen , kein Vorrat irgend einer Art ist , selbst das Holz für den täglichen Gebrauch zusammengelesen werden muß ; wo man einem , der zu Mittag essen wollte , nichts gekocht fand und klagte , es sei längst zwölf vorbei