« A5 » Ist ' s um diese Zeit ? wahrlich du hast recht ! wenn er erwacht und sieht alles so ohne Ordnung ! es wäre nicht gut und könnte beim Vater Verdruß geben . Ich sehe aus wie ein Drache . Gehe , bringe mir mein schwarzes Wams , mein rotes Mieder und einen frischen Schurz . « A6 » Aber Mutter , Ihr werdet Euch doch nicht hier ankleiden wollen ? wenn der Junker gerade jetzt erwachte ! gehet hinauf , kleidet Euch oben an ; ich bleibe bei ihm . « A7 » Du hast nicht unrecht . « A8 » Seid Ihr wieder ganz bei Euch ? Ach Herr Jesus ! wer hätte das gedacht ! Ihr schauet doch auch wieder vernünftig aus den Augen , und nicht so verwirre , daß man Bange bekam ! « A9 » Wie schwatzet Ihr doch ! Ein paar Stunden ? heute nacht wird es neun Tage , daß man Euch gebracht hat . « A10 » Ihr müßt nicht weinen ! Euer Gnaden sind ja jetzt wieder gesund und können jetzt wieder weiterreiten . « A11 » Gefangen ? nein gefangen seid Ihr nicht , zwar es hätte ein paarmal sein können , wie die vom Schwäbischen Bund vorbeigezogen sind doch wir haben Euch immer gut versteckt , der Vater hat gesagt , wir sollen den Junker keinen Menschen sehen lassen . « A12 » Er hört es nicht gerne ; freilich ist er seinem Gewerbe nach ein Spielmann , aber er hört es am gernsten wenn man Hans zu ihm sagt . « A13 » Schon seit zwei Tagen sollte er hier sein , wenn ihm nur nichts geschehen ist ; die Leut sagen , die bündischen Reiter passen ihm auf . « A14 » Es ist ein Herr wie ein Prinz , welch ein Wams er anhat , die Herren in Stuttgart können es Nicht schöner haben , was tut er nur mit dem Fleckchen , das er in der Hand hat ? er sieht es ja beinahe auseinander . Vielleicht kam ein wenig Blut dorthin , und er ist darüber erzürnt . « A15 » Nein , das ist es Nicht ! aber wißt Ihr was ich denke ? er macht so feurige Augen darauf hin , es ist gewiß etwas von seinem Mädchen . « A16 » Was weißt du von einem Schatz ; ein Kind wie du soll nichts dergleichen denken . Gehe jetzt weg vom Fenster , reiche mir das Töpfchen dort . Der Herr wird vornehm zu essen gewohnt sein , ich muß ihm ein wenig viel Schmalz in den Brei tun . « A17 » Seid Ihr denn fröhlich ? ich meinte doch es sei vorhin etwas aus Euren Augen gerollt , was jene Binde genetzt hat . Das habt Ihr gewiß von Eurem Liebchen , und jetzt tut es Euch weh , daß Ihr nicht bei ihr seid ? « A18 » Ach ich mag es dem gnädigen Fräulein wohl gönnen , daß sie einmal wieder eine Freude hat . Man sagte mir , sie habe gejammert , wie Ihr so krank gewesen . « A19 » Der Vater hat kein Wörtchen zu mir gesagt , und ich wüßte auch nicht , daß es ein Fräulein von Lichtenstein gibt , wenn nicht meine Muhme ihre Amme wäre . Ihr müßt es mir nicht übelnehmen , daß ich ein wenig horchte ; sehet die Sache ging so : « A20 » Allein könnt Ihr den Weg nicht finden . Ihr seid kein Württemberger , man merkt es an der Sprache , Ihr könnet leicht verirren , doch ich , laufe meinem Vater entgegen und bewirke , daß er schneller kommt . « A21 » Und wäre es so Nacht , daß man den Weg mit den Händen greifen müßte , ich laufe bis Lichtenstein , ich wollte es gerne tun . Ihr kommet dann bälder zu - « A22 » Es wird ja schon in einer Stunde Nacht ! « A23 » Ich wohl , aber Euch ist es gewiß nicht gesund , da Ihr kaum genesen seid , in einer kühlen Nacht den Weg von sechs Stunden zu machen . « A24 » Lasset es doch ! es schickt sich nicht , daß wir zusammen in der Nacht fortgehen ; die Leute in Hardt sind wunderlich , man könnt mir manches nachsagen , wenn ich - « A25 » Hier muß ich Scheiden ; so gerne ich noch weiter mitginge . Die Mutter will es so . Dort in dem Dorf am Berge habe ich eine Muhme . Bei ihr bleibe ich heute nacht . Behüt Euch Gott . Grüßt mir den Vater und jenes Fräulein , das Ihr liebt ! «