und Mund sattsam den Mann von Eisen . Und als die Todesgeister er noch nicht lachen sah Rief er : » O wär ' ein Schild - o wär ' ein Freund mir nah ! Zufall , nicht Tapferkeit hat dir den Sieg bereitet , Noch hast zu meinem Schild das Schwert du nicht erbeutet . « » Bald komm ' ich ! « sprach Walthari , und flog den Weg herab , Dem furchtlos Hauenden schlug er die Rechte ab ; Schon sollt ' ein zweiter Streich der Seele öffnen das Tor Zum ew ' gen Abschied . Sieh , da sprang Herr Tannast vor . Der hatte gleich dem König die Waffen aufgenommen Und war den Freund zu schirmen mit seinem Schild gekommen . Unwillig wandte sich Walthari gegen ihn , Mit tief durchhauner Schulter sank Herr Tannast dahin Und mit durchstochner Seite : » Ich grüß ' dich tausendmal ! « Noch leise murmelt er ' s , dann war er tot und fahl . Verzweifelnd stieß nun Trogus viel bittre Schmähung aus . » So stirb denn « , rief Walthari , » und meld ' im Höllenhaus , Wie du den Freunden warst ein Rächer und Vergelter ! - « Rief ' s - und mit güldner Kette erdrosselt er den Schelter . So lagen die Genossen erschlagen allzumal , Da seufzte laut der König und floh hinab ins Tal , Auf des bewehrten Rosses Rücken schwang er sich Und ritt zu Hagen hin und weinte bitterlich . Er strebt ' ihn zu erweichen mit Bitten mannigfalt Und ihn zur Schlacht zu stacheln . Doch jener sagte kalt : » Zu kämpfen hindert mich der Ahnen schnöd Geschlecht , Mir lähmt ja kühles Blut den Arm zu dem Gefecht . Bleich war ja schon mein Vater , wenn er die Lanzen schaute , Und schwatzte feig , derweil ihm vor der Feldschlacht graute - O König , wie du also geprahlt vor den Genossen : Für immer in die Scheide hast du mein Schwert gestoßen ! « Von neuem ging der König den Grimmen flehend an : » Laß ab von deinem Grolle - laß ab und sei ein Mann ! Und schuf dir auch mein Schelten viel Zorn und Ungeduld , Ich will mit reicher Gabe wettschlagen meine Schuld . Zu viel des edeln Blutes ward heute schon vergossen , Magst du das alles schauen so müßig und verdrossen ? Fürwahr den Schimpf wird nimmer das Frankenland verwinden , Schon hör ' ich unsre Feinde zischend die Mär verkünden : Es kam ein fremder Mann , man wußte nicht woher , Der tilgte ungestraft der Franken ganzes Heer . « Noch wollte Hagen zaudern . Er saß und übersann , Wie ihm Walthari einst in Treuen zugetan . Doch als sein Herr und König mit aufgehobnen Armen Kniefällig zu ihm bat , - da faßt ' ihn ein Erbarmen , Da brach das Eis im Herzen , sein Antlitz färbt ' sich rot - So er noch länger säumte , die Ehre litte Not . » Wohin du auch mich rufest - o Fürst , ich werde gehn , Was nimmer sonst geschah , die Treue heißt ' s geschehn ! Doch wer war je so töricht , daß er ins offne Grab , So wie es hier aufgähnet , freiwillig sprang hinab ? Solang ' Walthari dort die Felsburg innehält , Zieht auch ein Heer vergebens wider ihn zu Feld . Und wenn die Franken all ' , Fußvolk und Reiterei , An jenem Platze stünden , es käm ' ihm keiner bei . Doch weil Beschämung dich und Schmerz darnieder drücken , Ersinn ' ich einen Weg , auf dem wird ' s besser glücken . Fürwahr , ich ginge nimmer , beschworene Treu ' zu brechen , Selbst nicht , - ich sag ' es frank - des Neffen Tod zu rächen , Für dich nur , Herr und Fürst , will der Gefahr ich stehn , Drum auf und laß uns erst von dieser Walstatt gehn . Es mögen unsre Rosse dort auf der Warte weiden , Dann wähnt er uns gegangen - und wird von dannen reiten . So er die enge Burg verlassen , dann wohlan , Wir folgen ihm und greifen im offnen Feld ihn an . Dann magst nach Herzenslust und mehr selbst , als dich freut , Du mit Walthari fechten ; nicht schenkt er uns den Streit . « Dem Könige gefiel des Hagen schlaues Wort , Er sänftigte ihn vollends mit einem Kuß sofort , Dann wichen beide und spähten sich sichern Hinterhalt , Die Rosse ließen sie frei grasen in dem Wald . Gesunken war die Sonne . Einbrach die dunkle Nacht . Der müde Held Walthari stand prüfend und bedacht ' : Ob er in sichrer Felsburg schweigsam verweilen möge , Ob er durch öde Wildnis versuche neue Wege . Er scheute bloß den Hagen und ahnte böse List , Daß ihn der König dort umarmet und geküßt . Des fürchte ich , so dacht ' er , daß sie zur Stadt entreiten Und morgen früh den Kampf erneun mit frischen Leuten , Wofern sie nicht schon itzt im Hinterhalte lauern . - Auch schuf der wilde Wald ihm ein gelindes Schauern , Als dräut ' es drin ringsum von Dorn und wilden Tieren , Daß er dort hilflos irrend , die Jungfrau möcht ' verlieren . Dies alles wohlgeprüft und wohlerwogen sprach er : » Wie es auch gehen mag , hier sei bis mor ' n mein Lager , Daß nicht der König prahle , ich sei dem Diebe gleich Entflohn bei Nacht und Nebel aus dem Frankenreich . « Er sprach ' s , und Dorn und Strauchwerk hieb er sich rings vom Hag Und schloß den engen Pfad mit stachligem Verhack . Mit bitterm Seufzen wandt ' er sich zu den Leichen dann . Jedwedem Rumpfe fügte sein Haupt er wieder an ; Gen Sonnenaufgang warf er