, das da lebendig , heilig und Gott wohlgefällig sei , welches sei euer vernünftiger Gottesdienst . Und wollt ihr also dem Herrn dienen , so bekennt es offen vor den Menschen und steht in all euerm Tun zu euerm Glauben und gebt dessen Zeugnis ; darf doch auch so mancher öde Wicht zu seinen toten Götzen stehen , warum dann nicht ihr zu euerm lebendigen Gott ? « So ungefähr redete der Pfarrer , aber ausführlicher , und namentlich den letzten Spruch erklärte er , wie man sich heilig darzustellen hätte als ein Gott wohlgefälliges Opfer und sein Haus zu machen habe zu einem heiligen Tempel . Und es war große Stille und Andacht in der Kirche , und wohl nicht manches Herz war darin , das dem Pfarrer nicht recht gab , und nicht manche Seele , die nicht an das eigene Haus dachte , und manches Auge ward naß , wenn es erkannte , wie es im Hause aussah , und weil ihm jetzt die Verständnis kam , warum ihm so übel darin war . Und manch Anderer durchlief seines Hauses Geschichte , und klar ward es ihm , warum der Friede desselben gestört war und sich herstellte , warum die Freudigkeit verdunkelt war und hell wieder strahlte . Alles das in dem Maße , als auf des Tempels Altare dunkel oder hell brannte das heilige Feuer . Und manches arme Weib wischte im Stillen eine Träne ab , denkend , welchem Dienste der Mann fröhne , und nahm sich vor , eine desto treuere Priesterin des Herrn zu sein , und mancher Mann freute sich seines Weibes , dem das Haus alles war , und mancher hatte es umgekehrt . Und manches Kind begriff besser der Eltern Zucht und gelobte willigere Treue . Auch Änneli fühlte sich eigends bewegt , es säuselte in ihm wie himmlisches Wesen , es ward ihm so wehmütig und doch so unaussprechlich wohl . Vor ihm stand ihr Haus in freundlichem Glanze , es durfte desselben sich freuen vor Gott und Menschen ; es fühlte so recht innige Wonne , daß dort sein Eingang , sein Ausgang sei und Christen so einig mit ihm , so freudig des gleichen Dienstes wartend , und die Kinder so treu , anhänglich , nichts Zwieträchtiges zwischen ihnen und kein Zweifel , daß auch sie das Haus im gleichen Glanze erhalten würden , und nicht vor den Menschen nur , sondern auch vor Gott . Es fühlte so recht innig das Glück , wenn Eltern mit Zuversicht sagen können : Jetzt laß deinen Diener im Frieden fahren , und das können sie nur dann , wenn sie sicher wissen , daß ihre Kinder in Gott gewurzelt , ihre Namen im Himmel eingeurbet sind . Änneli war nicht stolz , es betete nicht : » Ich danke dir , Gott , daß unser Haus besser ist als andere Häuser « , aber es freute sich herzinniglich , daß wenn Gott es abrufe , es nicht zu erschrecken brauche , es nicht umsonst auf der Welt gewesen , es das Pfund , welches der Herr ihm gegeben , nicht vergraben , sondern ihm mit Wucher zurückgeben könne : ein Haus , im Herrn erbaut , drei Kinder , im Herrn erzogen , der Welt mächtig , aber ihrer nicht die Welt , und kann eine Hausmutter Höheres , Köstlicheres bringen vor Gott und erwartet er anderes von ihr als ein frommes Haus und fromme Kinder ? Wohl fiel ein Schatten in die Freude , es war der düstere Resli , der nicht klagte , aber wenig lachte , viel schaffte , aber gerne alleine war und dann so trübe war , wie die Mutter im Stillen oft bemerkt hatte ; es war das Bangen , daß er alleine bleiben möchte , der stumme Wunsch , die noch zu sehen , welche einst an ihrer Stelle stehen sollte als fromme Priesterin an des Hauses heiligem Altare . Und dieser Schatten wars , der der guten Mutter Auge trübte ; aber bald glänzte durch die Wolke hell und klar des Vertrauens goldener Stern ; der Herr , der bis hieher geholfen , der alles so wohl gemacht , sollte der nicht ferner helfen , wars nicht getrost ihm zu überlassen , nicht mit ergebenem Herzen zu sagen : Wie du willst , und nicht wie ich will ! Und so faßte Änneli es auch , aufgerichtet und freudig ging es heim ; es war ihm , als ziehe jemand an ihm , so leicht und wohl war es seit Jahren nicht gegangen . Diese Predigt war nicht ohne Eindruck an den Leuten vorübergegangen , hatte Beifall gefunden wie selten eine . Da hätte der Herr recht , sagten sie , ds Hus sei dWürze vo allem , u wenns da fehl , su chönns Korn u Heu gä , so viel es well , es bschüß alles nüt . » Ja « , sagte ein fürwitziger Schneider , » und was mir am besten gefallen hat , ist , daß dr Herr afe selber säge mueß , dSchuel trag nüt ab u dKing lehre nüt drin , emel nüt Guets . Wenn ih myni King nit daheime lehrti , i dr Schuel lehrte si i Gotts Name nüt . Un wenns dr Herr afe selber seit , su mueß es sy . Aber ih hätt nit glaubt , daß er sövli witzig wurd , und o nit , daß ers seyti , wenn ers scho gsäch . Deretwege mueß ih Respekt vor ihm ha , so zu eim cha me dr Glaube ha , daß er seyt , was wahr ist ; aber es sy nit di Halbe e so . « Was das für ein freundliches Heimkommen ist , wenn in allen der Friede Gottes ist , wenn man nichts Störendes daheim hat , die Einen in der Stille des Hauses Geschäfte besorgt , die Andern im Hause des Herrn neue Kraft gefunden , neues Licht , neuen