heiligen Ehestand , zündete ihnen mit hochgehaltenem Lichte der Pfarrer selbst hin , aus und gab ihnen einen guten Abend mit für die Base und für den Vetter auch . Draußen hatte der Schneesturm aufgehört , zerrissene Wolken jagten durch den Himmel , einzelne Sterne flimmerten in den lichten Zwischenräumen , in ein weißes Schneegewand war die Erde gehüllt . Stillschweigend wanderten sie durch das Dorf , wo die Bewohner hinter ihren kleinen runden Scheiben um düstere Lampen saßen , die Spinnräder lustig schnurrten , lang ausgestreckt das Bein von manchem Hans Joggi um den Ofen blampete . Hie und da bellte ein Ringgi sie an , sonst nahm sie niemand wahr , überflüssig war ihre Vorsicht , schweigend und leise durchs Dorf zu eilen . Zum Schweigen trugen auch ihre vollen Herzen bei , in denen gar manches ernst und heiter sich wälzte , während rasche Wolken vorübertrieben , zwischen denen heiterere Sterne funkelten in immer größerer Menge , bis die letzte Wolke entschwunden war , in heiterem Blau Stern an Stern sich reihte , in heiterer Pracht ein funkelnder Himmel sie überstrahlte , die düstern Lämplein zurückblieben unter des Dorfes düstern Dächern . Da umfaßte schweigend Vreneli seinen Uli , blickte hell und strahlend ihm ins Auge , strahlende Augen hoben sich auf zum strahlenden Himmel . Die verschwiegenen Sternlein hörten heilige Gelübde , horchten lautlos den heiligen Gedanken , welche leise und wonnereich die Herzen der seligen Brautleute füllten , die still und leise ihren Heimweg gingen , den ihnen Gottes eigene Hand mit des Himmels Blüten , mit reinem , unbeflecktem Schnee bestreut hatte . Näher und näher rückte der verhängnisvolle Hochzeittag . Schon waren des Vetters ins Stöckli gezügelt ; die Base ließ das Haus von oben bis unten fegen und ribeln , wie sehr auch Vreneli wehrte , daß in dieser kühlen Jahreszeit solche Arbeit nicht viel abtrage , aber ungesund sei . Sie wolle das Haus nicht übergeben wie einen Schweinstall , sagte sie , und die Leute sollten ihr nicht nach ihrem Tode nachreden , wie sie ihr Haus übergeben . Aber man sinne nicht , daß wenn so viel draußen zu tun sei und man so viel Land habe , man im Hause nicht machen könne , was man wolle , und nicht alle Freitage fegen wie die Herrenfrauen . Der Tischmacher hatte seine Arbeit gebracht , Schneider , Näherin waren endlich unter Schweiß und Angst zu Ende getrieben worden , aber der Schuhmacher wollte nicht rücken , der kam nicht und kam immer nicht , der hatte seine Freude daran , warten zu lassen , sein Wahlspruch war : Ihr wartet wohl , bis ich komme . Vreneli verredete sich , der habe ihm die letzten Schuhe gemacht , und sollte es fürder barfuß laufen , und es hielt sein Gelübde . Wie an einem Samstag vor einem heiligen Sonntag , der fast unwiderstehlich feierliche Gefühle den Herzen aufdringt , fast wie am Vorabend seiner Admission war es ihm am Tage vor der Hochzeit zumute . Sinnig und ernst waltete es im Hause , vielleicht hatte es noch nie so wenig geredet als an diesem Tage . Es war ihm manchmal , als ob es weinen sollte , und doch hatte es ein freundlich Lächeln für alle , die ihm begegneten . Es versank zuweilen in ein Sinnen , wo es sich , Ort und Zeit , alles , alles vergaß ; es wußte nichts von sich selbst , wußte nichts von seinem Sinnen . Wenn dann jemand es anredete , so fuhr es auf wie aus tiefem Schlafe , es war ihm , als ob es erst jetzt wieder Ohren und Augen bekäme , als ob es aus einer andern Welt wieder auf Erden fiele . Als sie am Nachtessen saßen , knallte es unerwartet auf dem Hügel neben dem Hause , daß alle hoch auffuhren . Es waren die Knechte und einige Tagelöhner , die die Ehre der neuen Meisterleute der Welt verkünden wollten . Es liegt in diesem Schießen und Knallen bei Hochzeiten ein tiefer Sinn , schade nur , daß so manches Menschenleben dabei gefährdet wird ; Kein widriges Horngeheul klang dazwischen , keine gräßliche Trosselfuhr , wie Neid oder Feindschaft sie Brautleuten bringen , störte den friedlichen Abend . Die Base gab allerlei Ermahnungen , hatte mitunter auch allerlei Späße , brachte Finkenschuhe , Handschuhe und was sie auftreiben konnte , um am frostigen Morgen vor Kälte sie zu schützen . Früh wollten sie fort . Uli wollte in seiner Heimat Hochzeit halten , wo Vetter Johannes wohnte . Er sagte , es koste dort weniger . Aber inwendig in ihm war etwas anderes , das ihn heimtrieb . Seine schöne Braut , das stattliche Fuhrwerk zeigte er gerne daheim . Man sollte daheim doch auch wissen , daß er aus einem Hudelbub ein Mann geworden , und er wollte es gerne erzählen zu Nutz und Frommen von Vielen , wer ihn dazu gemacht und wie . Unerwartet rief Joggeli ihn noch ins Stübchen und sagte ihm : Rühmen und Flattieren sei nicht seine Art , so lange er dagewesen , habe er ihm nicht viel gesagt ; aber daß er zufrieden sei mit ihm , das hätte er sehen und daraus abnehmen können , daß er ihm das Gut so gegeben , ein Fremder hätte es nicht so erhalten . Der Tochtermann habe ihm noch gestern geschrieben , er solle , statt so viel in die Schatzung zu geben , eine Steigerung darüber halten ; er löse ein großes Kapital , das er ihm zu fünf oder sechs verzinsen wolle . Aber er wolle seine Sachen nicht versteigern , und was er geschrieben habe , das habe er geschrieben . Zum Zeichen der Zufriedenheit wolle er ihm aber noch etwas tun . Er solle das Päckchen nehmen , es sei etwas an die Kosten des morndrigen Tages . Er wisse , Uli sei huslich und halte jetzt besonders sein Geld zusammen , aber morgen