Nachts vor das Schloß kam und nur sagte : Der Mann ist da ! so wurde er eingelassen . « Wo aber wohnte er den Tag über ? wo hielt sich der Vertriebene auf ? Die Frage lag sehr nahe . Jetzt ist in die Ruinen des alten Schlosses ein Jägerhaus erbaut , das noch immer den Namen des » Lichtensteiner Schlößleins « trägt , und am fröhlichen Pfingstfest einer lebensfrohen Menge zum Tummelplatz dient . 32 Er schickte einen tapfern Ritter , Marx Stumpf von Schweinsberg an sie mit einem beweglichen Schreiben , das Schloß nicht zu übergeben sondern , wo sie solches auch tun wollten , ihm wieder Gelegenheit zu machen , in dasselbe zu kommen ; weil er in selbigem zu sterben bereit sei , wenn es Gott über ihn verhänge . Sattler , Gesch . der Herz . v. Würtemb . II. 15. 33 Diesen merkwürdigen Hund beschreibt Tethinger als einen Liebling Ulerichs ausführlich . A. a. O. S. 1 , 58. 34 » Hie gut Württemberg alleweg . « Findet sich oft als Wahlspruch dieser Partei . Vergl . Pfaffs Geschichte Württembergs I. S. 306 , in d. Anmerkung . 35 Drei Hirschgeweihe , wovon die zwei obersten vier , das untere aber drei Eulen hat , sind das alte Wappen von Württemberg . 36 » Der Tüfell gsegen in allen « , sind die Worte des Chronisten Stumphardt , die ihm unwillkürlich entschlüpfen , indem er die Unterhandlung der Ritter » beim kielen Wein « beschreibt . 37 Herzog Ulerich beklagt sich wiederholt , namentlich in diesem Zeitpunkt , daß seine Gegner so viele Lügen gegen ihn ausstreuen . Er verteidigt sich darüber , besonders in seinen Briefen an die schweizerische Eidgenossenschaft . So streuten seine Feinde im Jahr 1519 aus , er habe einen Edelknaben , Wilhelm von Janowiz entzweigehauen . Doch Janowiz lebte noch im Jahr 1562 , und war Anno 1550 Kommandant der Feste Asperg . Aber jene Lüge machte damals großes Aufsehen , daher kam es , daß ein Schweizer , dem man diesen Mann zeigte und sagte , was die Feinde des Herzogs von ihm ausgestreut haben , antwortete : » Er muß nochten ein guter Barbier gsyn syn , der den Knaben so suber gehailt hat . « ( Sattler II. § . 24. ) 38 Sattler erzählt dies folgendermaßen : Der Schwäbische Bund hatte einen großen Teil seiner Kriegsknechte abgedankt , diese wurden darüber schwürig , sie rottierten sich zusammen , richteten zwölf Fähnlein auf , erwählten ihre Hauptleute und machten unter sich nach damaligem Gebrauch eine Regimentsordnung , es ist sehr wahrscheinlich , daß der Herzog diese Leute an sich gezogen . Geschichte der Herzoge v. Würt . II. S. 16. Landsknechte schreiben wir , nicht Lanzknechte wie man in neuerer Zeit getan , und berufen uns auf die » Historia der Herren von Frondsberg « etc. 39 Dieses Lied führte auch Lessing in der Sammlung auf , die den Namen trägt : » Altdeutscher Witz und Verstand . « 40 Der Schwaben- und Frankenbund hielt in diesem Sommer einen Bundestag in Nördlingen . Auch die Herzogin Sabina und der Herzog von Bayern fanden sich dort ein , um hauptsächlich über Württemberg zu entscheiden . Sattler II. § . 15. 41 Die Regentschaft mußte zu jener Zeit viel seltsamer , leichtfertiger und böser Reden hören . Der Keller in Göppingen berichtete einmal , man habe auf der Straße zwischen Grunbach und Heppach einen Kieselstein gefunden , auf dessen einer Seite ein Hirschgeweih mit der Unterschrift : » Hie gut Württemberg alleweg « , auf der andern Seite ein Jagdhorn mit den Worten : » Vive Dux Ulrice « zu sehen waren . Vergleiche Pfaffs Gesch . v. W. I. 306 . 42 Über dieses neutrale Verhalten des Adels ist zu vergleichen Sattler II. § . 19. 43 » Der Herzog zog sich mit ungefähr 6000 Landvolk nach Stuttgart , und die angeworbenen Knechte legte er nach Cannstatt . « Sattler II. § 21. » Der Herzog , als er erfuhr , daß der Feind so nahe sei , rief die Seinigen schnell aus Städten und Dörfern herbei , die auch sogleich erschienen . « Tethingeri Commentarius etc. lib . III. 44 Wir benützen zur Beschreibung dieser Schlacht hauptsächlich : Joh . Betzii hist . Ulrici Ducis Würt . und Tethinger , der besonders bei dem Angriff der Reiterei auf den mit Geschütz besetzten Hügel sehr ins einzelne geht . 45 Graf Georg von Württemberg und Mömpelgard , der Bruder Ulerichs , ist der Stammvater des jetzigen Regentenhauses von Württemberg . Sein Sohn war Friedrich , VI. reg . Herzog , der das Herzogtum erhielt , weil Ludwig , Christophs Sohn , ohne männliche Deszendenz starb . A1 Wir setzen für Leser , welche dieses Idiom nicht verstehen , hier eine getreue Übersetzung bei : » Was fällt dir aber um Gottes willen ein , daß du am Werktag den neuen roten Roch zum Spinnen anziehst ? Auch das neue Mieder hat sie an und eine silberne Kette . Und einen frischen Schurz und frische Strümpfe ungefragt aus dem Kasten reißen ! wer wird solchen Hochmut treiben ? Dummes Kind , weißt du nicht daß wir arme Leute sind , daß du die Tochter eines unglücklichen Mannes bist ? « A2 » Lasset Euch doch berichten ! was schadet es denn diesem Rock , wenn ich ihn einmal an einem christlichen Werktag anhabe ; an der silbernen Kette wird auch nichts verdorben , und den Schurz kann man wieder waschen ! « A3 » So ? als hätte man nicht genug zu waschen ? Sag mir nur , was ist denn in dich gefahren , daß du dich so aufputzt und schön machst ? « A4 » Ach ! wißt Ihr denn nicht , daß heute der achte Tag ist ? hat nicht der Vater gesagt , der Junker werde am heutigen Morgen erwachen , wenn sein Trank gute Wirkung hat , da dachte ich nun -