losem Schlaf Mißt mich mit großen Augen , Muß in die Händchen hauchen , Um klar zu sehn , was mich betraf . Dann springt sie von der Rasenbank Gar leicht auf meinen Rücken , Ich will mich boshaft bücken , Doch sie mir nicht vom Rücken sank . Sie singt mit hellem , hellem Ton : » So wandern wir nun alle Im hellen Morgenschalle Zu unsres Papstes goldnem Thron . Ich küsse sein Pantöffelein , Er bittet mich um Küsse , Damit er sicher wisse , Ob ich auch eine Christin rein . Wohlauf , wohlan mein Pegasus , Ich will dich schön umfassen , Sollst mich nicht fallen lassen , Nach Rom ich heut noch reiten muß . Es flieget neben uns die Welt , Die Wälder untertauchen , Von Flammen bunt sie rauchen , Als wär es heut für uns bestellt . « Sie singet wie das Morgenblau Aus allen tausend Orten , Sie weiß von keinen Worten , Doch spricht zu ihr die bunte Au . Uns hebt aus Süd ein süßer Duft Verspielt in ihren Haaren , Und aller Träume Scharen , Sie kommen mit der neuen Luft . Der Wald ist frei , der Abend mein , Leg dich ins Gras ganz schnelle Ein Brünnlein rieselt helle , Der Mond sieht sich so froh darein . Sie legt das Köpfchen in die Hand , Den bunten Beutel unter , Das Tamburin gar munter Ist Helm dem Schelm mit Schellenrand . Hoch aus der Schellen hellem Blitz Sich drängt der Locken Fülle , Der Blumen heil ' ge Stille Bewacht sie auf dem sel ' gen Sitz . Da ist , da ist Italia , Ich fühl im Marmorbilde , Die Wangen weich und milde , Mein Liebchen ist Italia . Eilftes Kapitel Abreise der Fürstin nach Italien . Der Primaner wird ihr Schreiber Die kleine Tänzerin , die das Gedicht so artig mit schöner Bewegung und Stellung begleitete , hatte auch dessen Wirkung bestimmt ; vielleicht wäre es sonst wie alle übrigen vorgelesen und vergessen worden . Der Minister bemerkte die allgemeine Heiterkeit , die es verbreitet hatte , und sagte dem Kammerjunker einen sehr wohlbestimmten Dank . Seine artige Erfindung wurde zur Veranlassung , daß die beiden reisenden Fürstinnen ihr Herz über Italien ausschütteten ; sie kannten es , und hatten es in mehreren seiner Hauptorte und Gegenden , so weit es Frauen vergönnt , genossen ; sie beschrieben die Luft so ungemein hell , die Jahreszeiten so sanft verschmolzen in einander , die Peterskirche so glänzend , den Vesuv so sprühend ; sie ermunterten die Fürstin so beredt zur Reise , der Minister fügte so wohl gedachte Gründe hinzu , erzählte von seinen beiden Töchtern in der schönsten Gegend Siziliens , die es sich zur Pflicht machen würden , die Fürstin zu erheitern , daß der ganze Reiseplan noch denselben Abend entworfen und genehmigt wurde . Den Regierenden ist es so leicht , über die gewöhnlichen Beschwerlichkeiten solcher Unternehmungen hinwegzukommen , daß sie in solchen Plänen gewöhnlich viel bestimmter auf die Ausführung rechnen können : so wurde Tag und Stunde der Rückkehr ausgerechnet und die ganze Gesellschaft dazu eingeladen . Mancherlei Hoffnungen und Kabalen der Hofleute , wer die Fürstin begleiten sollte , zerschnitt sie , indem sie niemand zu ihrer Gesellschaft , nur wenige zur Bedienung mit sich zu nehmen beschloß , um sich ganz in die fremde Welt einlassen zu müssen . Den fischköpfigen Primaner nahm sie auf Empfehlung des Ministers als Schreiber in ihre Dienste , dem Kammerjunker und der Mamsell schenkte sie Ringe für ihre Bemühung , beide schienen nicht sehr zufrieden . Einige Stunden der Nacht reichten hin dem Minister die nötigen Vollmachten , Anordnungen und Pläne einzuhändigen ; die Schreiber hatten eine angestrengte Nacht . Als die Bürger ihre Laden öffneten , rollte die Fürstin in einem leichten Reisewagen durch die Gassen , ihre Kammerfrau neben ihr , ein Jäger und der Schreiber auf einem hinten angebrachten bequemen Sitze , der zugleich den Koffer sicherte ; sie selbst hatte ein paar Muskedonner zu ihrer Verteidigung im Wagen anbringen lassen . Viele verdrießliche Gesichter sahen dem Wagen aus dem Schlosse nach , die armen Leute , die eben zur Arbeit gingen , beneideten das Glück jener , ruhig vor der Tür stehen zu können ; wer ist mit seinem Verhältnisse ganz zufrieden ? Niemand als ein Narr , denn einen Weisen , der das sagen könnte , hat noch niemand gefunden . Wir wünschten , die Fürstin hätte vor dem Antritte ihrer Reise eine Unterredung gehört , die ich einmal zwischen einem Ausreisenden und einem Heimkehrenden belauscht habe . Reisefluch Der Heimkehrende Ach was treibt der Erde Söhne Sich zu suchen ferne Leiden ? Grüßen uns die schönsten Töne , Klagen sie ihr schnelles Scheiden , Und es schließet eine Stille Unsrer Hoffnung reiche Fülle . Der Ausreisende In der Fremde stehen Tische , Jungfrauen schwingen Rosenketten , Lieblich wehet da die Frische , Und wer möcht sich da nicht betten , Und wer bliebe wohl zu Hause Von dem festlich hohen Schmause ? Der Heimkehrende All ihr Wandrer , bleibt zu Hause , Denn ihr sucht , was nicht zu finden , Denn die Rose welkt beim Schmause Und die Dornen euch umwinden , Und zerreißt ihr nicht die andern , Müßt ihr selbst zerrissen wandern . Der Ausreisende Dennoch treibt ' s mich zu den Bergen , Aus der gleichen breiten Fläche , Mich der Sonne zu verbergen Und zu sehn den Quell der Bäche , Und den Demant aufzufinden , Der so selten in den Gründen . Der Heimkehrende Dort erstarrt der Liebe Atem , Demant wird die flüssige Quelle , Meinst du dann , du hast ' s erraten , Wo des Demanthauses Schwelle , Kommst vom Berge mit dem Eise , Es zerschmilzt in Tränen leise . Möge der Leser mit diesem Gefühle die Sinnbilder beschauen , welche beide Titel dieses Buches bezeichnen . Die Reiseansichten der Fürstin würden vielleicht mehr