Art ; es nimmt mich wunder , was du zu dieser sagen wirst . « An dem , was du für deine Kleidung angesetzt hast , will ich nicht viel ändern . Es ist möglich , daß du , wenn du dich ordentlich instand stellen und namentlich Hemder haben willst , um den Wascherlohn zu ersparen , und überhaupt da , herkommen Sonntag und Werktag , wie es einem braven Burschen wohl ansteht , in der ersten Zeit noch mehr brauchst . Für Tubak hingegen hast du zwei Kronen angesetzt , das ist zu viel . Ein Knecht , der in den Stall und auf die Bühne muß , soll den ganzen Tag nicht rauchen , niemals nach dem Feierabend . Um den Hunger zu vertreiben , brauchst du bei mir nicht zu rauchen , und wenn du es dir ganz abgewöhnen könntest , so würde es dir als Knecht viel nutzen . Wenn einer nicht tubaket , so macht er allenthalben mehr Lohn . Die andern zehn Kronen , welche du für Lustbarkeiten aller Art rechnest , die tue ich dir ganz durch , vom ersten Kreuzer bis zum letzten . Ja , tue nur das Maul auf und sieh mich an wie dStorche ein neues Dach . Willst du dich kurieren und etwas werden , so mußt du dir einmal auf etwas Rechtes vornehmen , vornehmen , von deinem Lohn keinen Kreuzer zu verhudeln , auf keine Weise . Nimmst du dir vor , nur etwas weniger als früher zu laufen , etwas weniger zu vertun als sonst , so ist das nur den Mäusen gepfiffen . Bist du einmal im Wirtshaus , so bist du deiner nicht mehr Meister , die alte Kameradschaft , die alte Gewohnheit reißt dich hin , und du vertust wieder zwei bis drei Wochenlöhne . Dann kömmt der Nachdurst , und du mußt andere Abende nachbessern und verlierst immer mehr allen Glauben , daß du dir je auf , helfen könnest , wirst alle Tage liederlicher und verzweifelst immer mehr an dir selbst . Das ist übrigens nicht so schrecklich , als du ein Gesicht machst . Sieh doch , wie Viele jahraus jahrein nie einen Schoppen trinken und in kein Wirtshaus gehen . Es sind nicht nur arme Tagelöhner , welche genug zu tun haben , der Gemeinde sich zu erwehren , sondern es sind darunter auch vermögliche , ja reiche Leute , welchen es zur Gewohnheit geworden ist , nichts unnütz zu vertun , und sie sind nicht nur wohl dabei , sondern die können noch viel weniger begreifen , wie einem vernünftigen Menschen wohl beim Hudeln sein könne , als du mich jetzt begreifen willst , daß ein Mensch , ohne zu hudeln , leben könne . Ich bin einmal mit einem Mannli vom Langentalermärit zeitlich heimgegangen . Es verwunderte sich , mich schon auf dem Heimweg zu finden , es müsse sonst gewöhnlich alleine heim , sagte dasselbe . Ich antwortete ihm , ich hätte apartig nichts mehr zu tun gehabt , und im Wirtshaus sitzen bis am Abend sei mir auch zuwider gewesen . Das Geld gehe drauf , die Zeit damit , und am Ende wisse man nicht , wann und wie man heimkomme . Ja , sagte er , ihm sei es auch so . Er hätte mit nichts angefangen und gar kaum tun müssen . Lange hätte er Vater und Mutter alleine erhalten , aber doch jetzt ein zahltes Heimat und jahraus und jahrein zwei Kühe , von denen keine minder als sechs Zentner mache . Aber er habe auch von Anfang an keinen Kreuzer zUnnutz vertan . Ein einziges Mal erinnere er sich , daß er in Burgdorf ein halbbatziges Mütschi gekauft habe , das er hätte können sein lassen . Er hätte es auch erleiden mögen bis heim und dort wohlfeileres Essen gefunden . Ja , sagte ich , so viel könne ich nicht sagen , es sei mir mancher Batzen entronnen ; aber man könne es auch zu weit treiben , der Mensch müsse doch auch gelebt haben . » Ja freilich , « sagte er . Ich lebe auch und bin froh dabei . Ein Kreuzer , den ich erspare , tut mir wöhler als ein Neutaler einem , der ihn verhudelt . Wenn ich es nicht so angefangen hätte , so wäre ich wohl zu nichts gekommen . Ein armes Bürschli hat nicht den Verstand , wenn er einmal angefangen hat , aufzuhören zu rechter Zeit ; hat er einen Batzen verschlengget , so zieht der zehn andere nach . Du mußt aber nicht etwa glauben , daß ich dabei ein wüster Gythung sei . Es ist schon Mancher z ' leerem von großen Baurenhäusern weggegangen und hat bei mir erhalten , was er nötig hatte . Ich habe nadisch dann nicht vergessen , wer mir den Segen zu meiner Arbeit gegeben hat und wem ich bald Rechnung ablegen muß . Auf diese Rede hin habe ich das Mannli von oben bis unten angesehen mit großem Respekt ; es hätte ihm kein Mensch angesehen , was hinter ihm stecke . Ehe wir voneinander gingen , wollte ich ihm noch eine Halbe zahlen für seine gute Lehre . Allein er wollte nicht und sagte , er hätte gar nichts nötig , und ob er mein Geld oder seines zUnnutz vertäte , das käme ja einst bei der Rechnung auf das Gleiche heraus . Seither habe ich das Mannli nicht mehr gesehen ; es hat wahrscheinlich seine Rechnung schon abgelegt , und wenn niemand eine schwerere hätte als der , so käme es Vielen wohl . Siehe , so meine ich , sei jeder Kreuzer , den du von deinem Lohn für solche unnütze Sachen brauchst , durchaus ein schlecht gebrauchter . Bleibe zu Hause , und damit ersparst du nicht nur zehn Kronen , sondern noch gar viel dazu . Es klagen alle Knechtlein , wie viel Schuhe , wie viel Kleider sie brauchen , wie sie in Wald und