: daß ich den höchsten sinnlichen Genuß nur in ihren Armen gefunden habe . Alles um mich her war verwandelt ! - es war eine andere Sonne , die mir jetzt leuchtete ! - es war eine andere Luft , die meine Brust belebte ! - so hatten die Blumen niemals geduftet ! - so hatten die Vögel niemals gesungen ! - ach ! und die Nacht ! - sie war zu kurz - aber wie beseligend war sie ! - Doch bald hatte ich keinen Sinn mehr für das , was mich umgab . Nur durch Amalia dacht ich , empfand ich - nur in ihr , nur mit ihr wollt ich leben - alles Andre war todt für mich . Meine Anhänglichkeit war Leidenschaft , meine Leidenschaft war ein schnell um sich greifendes verzehrendes Feuer geworden . Auch sie fühlte es in ihrem Busen - eine Trennung von wenigen Augenblicken , und wir wollten beyde verzweifeln . - Ach ! wir glaubten ewig nur ein Wesen ausmachen zu müssen . - - Neuntes Kapitel Weckte sie Leichtsinn , oder Vernunft ? - genug sie erwachte zuerst aus dem schönsten der Träume , und wollte auch mich daraus wecken . Die Grausame ! fühlte sie nicht daß es mein Leben galt ? - fühlte sie nicht , daß die erbärmliche Wirklichkeit die sie mir anprieß , mich elend machte ! - jetzt da ich sie mit der namenlosen Womne , die mein ganzes Wesen durchströmte , und die sie Täuschung nannte , vergleichen konnte ! - Ach die Kalte ! Treulose ! ich suchte sie wieder an meinem brennenden Herzen zu erwärmen - aber das göttliche Feuer drang nicht bis zu dem ihrigen ! - sie war und blieb todt in meinen Armen . Da schäumte ich vor Wuth - da lief ich hinaus in Sturm und Regen und wußte nicht wo ich war , und kannte mich selbst nicht mehr . Das Herz wollt ' ich mit eignen Händen mir zerfleischen , in die Fluth wollt ' ich mich stürzen , um den verzehrenden Brand in meinem Innern zu löschen . Ach Gott ! da zog es mich wieder gewaltsam zu ihr hin - da fühlte ich , daß ich noch lebte , und nur lebend sie noch sehen , sie noch umarmen konnte . - Da gingen die wonnevollen Stunden noch einmal wehmüthig lächelnd vor mir vorüber . - » Flieht nicht ! flieht nicht auf ewig « ! - rief ich ; und breitete meine Arme weit aus , als wollte ich meine ganze scheidende Glückseligkeit noch einmal umfangen . Aber es war nur die Luft die ich umarmte - und das Wesen was in diesen Armen sonst vor Wonne erbebte - das Wesen war fern - vergaß mich vielleicht - dieser Gedanke öffnete eine Hölle ! - ich stürzte zurück , und fand mich an ihrer Thüre , ohne zu wissen , wie ich dahin gekommen war . Zehntes Kapitel Ich hörte ihre Stimme ! - es waren schmeichelnde Worte die sie sprach - meine Hand zitterte an der Thüre - sie sprang auf . - Da lag das verhaßte Thier an ihrer Seite , und sein Kopf ruhte auf ihrem Schooße . Sie gab ihm die zärtlichsten Namen ; mehr als ein Mal beugte sie sich zu ihm nieder ; und kaum athmete ich vor Angst : ihre Lippen würden es berühren . Hölle und Tod ! jetzt wirklich ! - » Den Hund weg ! « - schrie ich - » habe ich Ihnen das nicht hundertmal verboten ! - Verboten ! - sagte sie ; spöttisch lächelnd - so was verbietet sich auch ! - Den Hund weg ! - schrie ich noch einmal ; und sah sie vor meiner Stimme erblassen : aber das Thier blieb auf seiner Stelle . Zum dritten Male wollte ich ihr zurufen , aber die Wuth verschloß mir den Mund . Noch war ich in meiner Jagdkleidung ; ein Griff an das Messer , und der Hund lag blutend zu meinen Füssen . Jetzt erst fühlte ich mein Unrecht ; und hoffte noch er sey nicht tödtlich verwundet : aber als ich das Messer aus seiner Seite zog ; starb er unter meinen Händen . Schon so manches Thier hatte ich erlegt ; aber das hatte ich nie dabey empfunden . In der That , es war das Vorgefühl von der Angst eines Mörders . Ich stand da wie ein Verurtheilter und hatte nicht den Muth die Augen zu ihr aufzuschlagen . Aber als ich es endlich wagte - o Gott ! da lag sie blaß , entstellt und ohne Bewußtseyn auf der Lehne des Sopha ' s. Um Hülfe konnt ' ich , durft ' ich nicht rufen . - Alles triefte von Blut . - Mit unaussprechlicher Bangigkeit schloß ich sie in meine Arme , bedeckte ihren Mund mit tausend brennenden Küssen , beschwor sie zu erwachen , mich nicht so fürchterlich zu bestrafen . Endlich schlug sie die Augen auf ; und ich athmete wieder . Eilftes Kapitel Aber wie schlug sie sie auf ! - ich dachte sie würde mit dem ersten Blicke mich tödten . - Jetzt sah sie auf den Hund ; und stieß ein durchdringendes Geschrey aus . Milly stürzte erschrocken herein ; und blieb wie versteinert als sie ihre Gebieterin mich laut als einen Mörder anklagen hörte . » Ein Mörder ! « - rief sie - o Gott ! wen hat er denn ermordet ? - Statt aller Antwort zeigte Amalia auf den Hund ; und warf sich wimmernd neben ihn hin . Ich wollte sie aufrichten , aber wüthend stieß sie mich von sich . » Aus meinen Augen ! « - schrie sie - » und daß ich dich niemahls wieder erblicke ! « Ich bat , ich flehte , - vergebens ! - auch Milly sah jetzt mit Abscheu auf mich . » Milly « - rief ich - » bey Gott ! ich