dessen , der des Feuers wartet . » Torrecht aber auch ist das Klagen über Regenten , denn aus eurer Mitte , aus euern Hausvätern sind sie nicht nur hervorgewachsen , sondern von euch selbst auserkoren ; haben die Hausväter den rechten Sinn , so werden sie auch die Rechten sehen , die da wüßten , worauf es ankommt , wenn es das Heil eures Volkes giltet . Dürftet ihr euch bekennen zu dem , der bekennt sein will , wenn auch er euch bekennen und erkennen soll , so hättet ihr weder über Regenten noch über Regierung zu klagen . Die Gründe eurer Klagen wachsen also aus den Häusern heraus , und ihr wißt es nicht ; ihr sehnt euch nach bessern Zeiten , nach freundlichem Morgen , und schafft doch Finsternis , webet selbst das Böse in die Zeit hinein . » Darum lege ich auch euch die Frage vor wie Josua , der auch seinen guten Grund gehabt , doch keinen bessern als ich heute : Wem wollt ihr dienen , irgend einem Götzen oder dem Herrn , dem ich und mein Haus dienen wollen ? Ihr werdet meinen , das sei eine müßige Frage , aber das ist sie eben nicht ; ihr werdet sagen , das verstehe sich von selbst , daß ihr Christen seiet und mit euerm Hause dem Herrn dienet , aber das versteht sich eben nicht von selbst . » Ein Haus will man machen , ein Haus will man bauen , ein Haus möchte man besitzen , aber alles das in Beziehung auf die Welt , auf den äußern Schein ; man will ein braver Mann sein , eine berühmte Frau , aber an das recht christliche Haus , ans christliche Priestertum denkt man nicht ; bedenkliche Verlegenheit würde über so manchem Gesichte sich lagern , wenn man manchen Hausbesitzer , manche sogenannte Hausfrau nach ihrem christlichen Priestertum fragen würde ; man heißt sich Christ und dient der Welt , man hat ein Haus , darin zieht die Welt ein und aus , aber dem Herrn ist es nicht geweiht , man meint es nicht bös , aber was man eigentlich will und ist , weiß man nicht , man hat eben nicht daran gedacht . Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen , so sprach Josua , und wir , was wollen wir ? » Es ist , ihr mögt wollen oder nicht , das Haus der Spiegel euerer selbst , eueres Inwendigen ; ist euer Herz zerrissen oder hoffärtig oder zuchtlos , so wird alles dieses auch euer Haus sein , wird als Zeuge und Spiegel täglich euch vor Augen stehn . Seht , darum ists auch , warum so oft Menschen nicht daheim sein mögen , warum es dem Manne wird im eigenen Hause , als ob er im Gefängnis wäre , der Frau wie einem Vogel , der in eine Stube sich verirrt , daß ihnen wind und bange wird innerhalb der eigenen Schwelle ; was sie im Spiegel sehen , vor dem grauet ihnen , des Hauses Predigt , die ohne Worte , aber wie ein zweischneidend Schwert durch ihre Seele fährt , möchten sie nicht hören , aber wo wollen sie hinfliehen ? Das Herz , so öde und ohne Trost , aber voll Stürme Wind und Graus , das folgt ihnen überall , dem entrinnen sie nicht , das sitzt ihnen nicht bloß auf der Ferse , das sitzt mitten in ihnen . Und das Haus sollte doch eben sein der süße friedselige Zufluchtsort des Pilgerims nach vollbrachtem Tagewerk , der freundliche Hafen , den der Schiffer sehnsuchtsvoll sucht , wenn hart des Lebens Wellen ihn geschaukelt ; im Hause findet er den Frieden , der aus der Liebe wächst , die süßeste Frucht eines Gott ergebenen Herzens . Und laßt euch nicht irren durch ödes Geschwätz unseliger Toren , es ist nicht der Staat , nicht die Schule , nicht irgend etwas anderes des Lebens Fundament , sondern das Haus ist es . Nicht die Regenten regieren das Land , nicht die Lehrer bilden das Leben , sondern Hausväter und Hausmütter tun es ; nicht das öffentliche Leben in einem Lande ist die Hauptsache , sondern das häusliche Leben ist die Wurzel von allem , und je nachdem die Wurzel ist , gestaltet sich das Andere . Täuschet euch nicht , es mag zuweilen die Krone des Baumes noch grün scheinen , während schon die Wurzel welket ; aber lange bleibt die Krone nicht grün , dürre wird es bald in ihren Ästen , und wenn ein Sturm übers Land kömmt , so wird sie einen großen Fall tun , die Wurzel hielt den Baum nicht mehr : so wird es dem Vaterland ergehen , wenn man es bauen will auf öden Wüsten statt auf gottseligen Häusern . » Darum , so kehret , wenn ihr klaget , die Augen in euere Häuser , betrachtet sie : sind sie Tempel Gottes , brennt darin als ewig Feuer die Liebe und die Treue , wartet ihr als treue Priester eueres Gottes heiligen Dienst Tag und Nacht ? Seid ihr euch bewußt , daß was ihr auch seid unter den Menschen , euer höchst Amt und Beruf eben das Priesteramt , eben das Warten von Gottes heiligem Dienste ist im Tempel , den ihr euer nennt , im Tempel , in dem ihr mit euerer Familie wohnt , im Tempel , wo ihr selbst die heiligen Opfer sein sollt ? Und wenn ihr und euer Haus dem Herrn fürder dienen wollt , so meine ich eben diesen heiligen Dienst und nicht ein kühles Halten irgend eines Gebotes hie und da , wenn es die Leute sehen oder es sonst eben nicht unbequem ist oder nicht schwer fällt . Ich meine eben den Dienst , den auch Paulus meint , wenn er sagt : So ermahne ich euch nun , lieben Brüder , durch das Erbarmen Gottes , daß ihr euere Leiber darstellet zum Opfer