die meinigen , was bei einem Leblosen doch nicht notwendig ist . Auch saßen fünf Beni Khalid bei ihm , wahrscheinlich um ihn zu beaufsichtigen . Auch das ließ darauf schließen , daß er noch am Leben war . Hinter ihnen lagen Kamele , vielleicht ein Dutzend , welche den Beni Khalid gehörten . Wo aber waren die andern Menschen und Tiere ? Die von uns untersuchte Fährte hatte doch auf wenigstens dreißig schließen lassen ! Später wurde es mir klar , daß der Scheik sie fortgeschickt hatte , um möglichst wenig Zeugen für das zu haben , was hier an dieser Stelle geschehen sollte . Auch wollte er den Kanz el A ' da nur für sich allein oder , falls dies nicht zu erreichen war , mit möglichst wenigen Personen zu teilen haben . Warum aber hatte er da die Mekkaner , welche doch den ersten Anspruch darauf erhoben , mit hierhergenommen ? Jedenfalls war die ganze Abteilung der Beni Khalid hier beisammengewesen , um dem Perser aufzulauern . Oben hatten wahrscheinlich Posten gestanden , um seine Ankunft zu melden . Sie waren mit einer Salve von über dreißig Schüssen empfangen worden , und wer dann noch lebte , war , den Basch Nazyr ausgenommen , durch weitere , schnelle Schüsse abgethan worden . Der seinen Soldaten voranreitende Perser hatte ebensowenig wie ich an den Sandrutsch gedacht ; er war , wenn auch in weniger gefährlicher Weise , herabgestürzt und den Beni Khalid in die Hände gefallen und sogleich von ihnen in Fesseln gelegt worden . Man kann sich meine Stimmung denken ! Nicht etwa , daß ich mich verloren gab ; o nein ! Selbst wenn ich nicht meine Haddedihn hinter mir gewußt hätte , wäre es mir nicht eingefallen , der Hoffnung auf Rettung zu entsagen . Aber der Anblick der zwanzig hingemordeten Asaker erfüllte mich mit Grauen . An diesem Scheik der Beni Khalid schien nur das eine Gute zu sein , daß er sein Wort heilig hielt . Weiter aber nichts ! Als er bemerkte , daß ich die Augen geöffnet hatte und mich bewegte , ging ein höhnisch grausames Lächeln über sein von Halefs Peitsche gekennzeichnetes Gesicht . Er deutete mit der Hand auf mich und sagte zu El Ghani : » Schau ! Er lebt ; er hat also den Hals nicht gebrochen ! Allah hat mir ihn für meine Kugel aufgehoben . Jetzt muß er sagen , warum er hierhergekommen ist . Wenn er es nicht gesteht , werden wir ihn schon zu zwingen wissen , die Wahrheit zu sagen ! Du hast meine Worte gehört . Nun sprich , Hund ! « Diese Aufforderung galt mir . Ich antwortete , ohne auf den Hund ! zu achten : » Ich habe keinen Grund , zu schweigen . Es fiel mir ein , daß ihr auf den Gedanken gekommen sein könntet , den Basch Nazyr zu überfallen und ihm den Kanz el A ' da wieder abzunehmen ; da bin ich ihm auf seinem Hedschihn , welches er mir geschenkt hat , nachgeritten , um ihn zu warnen . « » Allein ? « » Ja . « » Wo sind die Haddedihn ? « » Auf dem Wege , welcher von hier nach der Ain Bahrid führt . « » Sie werden dich nicht wiedersehen , aber uns , denn wir holen sie ein , um sie zu vernichten . Also , das Hedschihn , das kostbare , hat er dir geschenkt ? Wohl weil du ihm das Leben und den Schatz gerettet haben willst ? « » Ja . « » So ist es liebreich von dir , daß du es mitgebracht hast . Ich werde es behalten , und eure Pferde , von denen ich gestehe , daß sie ihresgleichen suchen , kommen auch in den Besitz meines Stammes ; ihr aber lauft alle in die Krallen des Teufels . Daß dies geschieht , dafür werde ich jetzt sorgen ! « Während er sprach , waren seine Augen und auch die Blicke der Mekkaner in einer Weise auf mich gerichtet , daß ich einsehen mußte , bei ihnen keine Spur von Erbarmen zu finden . Der Münedschi horchte aufmerksam auf jedes Wort . Jetzt , als der Scheik schwieg , wendete er sich mit der Frage an ihn : » Das ist der Effendi aus dem Wadi Draha , der hier gefangen vor uns liegt ? « » Ja , « antwortete Tawil . » Was werdet ihr mit ihm thun ? « » Er wird erschossen , und zwar gleich hier ! Hast du etwas dagegen einzuwenden ? « » Nein , gar nichts . Ich stimme vollständig bei . Ich hätte ihm noch einige Bemerkungen zu machen , unterlasse es aber , weil so ein Mensch nicht wert ist , daß ich mit ihm spreche . Ich habe ihm in das Gesicht gespuckt ; das ist für ihn genug , um zu wissen , was ich von ihm denke und wie unendlich ich ihn verachte . Während er vorgiebt , ein frommes , unschuldiges Lamm zu sein , ist er ein Raubtier , und zwar ein so gefährliches , daß man sich mit seiner Tötung Allahs Lohn verdient . Ihn zu schonen , würde die größte Sünde sein , die ihr auf euch laden könnt . Er gehe also dahin , wohin er gehört : in die Hölle ! « Da ließ sich auch El Ghani hören : » Das ist ganz so , als ob ich es gesagt hätte ! Ich gebe also auch meine Zustimmung und fordere von dir , oh Scheik , daß er erschossen wird ! « » So ? Ihr stimmt also bei ! « fragte der Scheik in einem so ironisch wegwerfenden Tone , daß ich vermutete , das Verhältnis zwischen ihm und seinen Gastfreunden sei nicht mehr das frühere . » Es ist prahlerisch und lächerlich , mir eure Einwilligung anzubieten . Ich thue hier , was mir beliebt