, nach diesem steht mein Sinne . « Zu Rosse drang er vor , doch seinen Pfad versperrten Die Leichen der Erschlagenen . Da sprang er zu der Erden . Des lobt Walthari ihn . Doch Hadwart rief und schalt : » Du liegst wie eine Natter im Kreis zusammengeballt Und denkst , o schlaue Schlange , Pfeil und Geschoß zu meiden - Des sollt von meiner Rechten du herbe Schläge leiden . Den schönbemalten Schild leg ' ab jetzt unverweilt , Als Kampfpreis ist er mir vom König zugeteilt , Er soll nicht Schaden nehmen , gar wohl gefällt er mir . Und wollt ' sich ' s anders wenden , und unterläg ' ich dir : Dort stehen die Genossen . Du fristest nicht dein Leben , Und wollt ' st du auch als Vogel befiedert uns umschweben . « Furchtlos sprach da Walthari : » Den Schild , den lass ' ich nicht ! Dem bin ich als ein Schuldner zu großem Dank verpflicht ' t. Der schirmte mich vorm Feinde gar oft in heißen Tagen , Die Wunden , die mir galten , ließ er sich willig schlagen ; Du sollt noch heut erkennen , wie nützlich dieser mir , So ich den Schild nicht hätte , ich stünde nimmer hier . « Drauf Hadwart : » Unfreiwillig sollt du ihn balde missen Und Roß und Gold und Jungfrau in unsern Handen wissen . Noch einmal rat ' ich dir : leg ' ab , leg ' ab die Last , Die du so weiten Weges bis heut getragen hast . « Sprach ' s und vom Leder zog er . Das war ein Fechten schwer , Er kämpfte mit dem Schwerte , Walthari mit dem Speer , Im Wasichenwalde nimmer solche Blitze sprühten , Staunend sahn die Franken auf den Nimmermüden . Das hat von Helm und Schilden geklungen und gegellt , Wie wenn mit scharfem Beile ein Mann die Eiche fällt . Aufsprang der Wormser Kämpe und schwang des Schwertes Schneide , Auf daß mit einem Hieb der Zweikampf sich entscheide . Walthari fing den Streich und zwang ihm aus der Faust Die Klinge , daß sie weit seitab ins Buschwerk saust . Dahin floh Hadawart . Doch Alphers Sohn , der schnelle , Ihm nach : » Wo fleuchst du hin ? da , nimm den Schild , Geselle ! « Sprach ' s und mit beiden Händen hob er den Speer und stach , Da ging der Kampf zu Ende . Der sank mit dumpfem Krach , Ihm setzte auf den Nacken den Fuß Walthari und dann Spießt ' an den Boden er zusamt dem Schilde den Mann . Als sechster in den Kampf ging jetzo Patafrid , Des Hagen Schwestersohn . Wie den sein Oheim sieht , Gedachte er mit Bitten zu wenden ihm den Sinn : » Schau , wie der Tod dich anlacht ! laß ab , wo eilst du hin ? Laß ab , laß ab , o Neffe , dich täuscht dein Jugendmut , Zu zwingen den Walthari , braucht ' s andere Kraft und Glut . Des Zuspruchs ungerührt , der Jüngling ging von hinnen , Sein einzig Trachten war , sich Ehre zu gewinnen . Bekümmert saß drum Hagen und seufzte tief und grollte : O nimmersatte Habgier , o schnöder Durst nach Golde , O schlänge doch die Hölle das güldne Erz in Rachen , Und gäb ' es statt den Menschen zur Hut den alten Drachen ! Niemand hat mehr genug . Sie schaffen und sie scharren Sich täglich mehr zusammen und sind doch arme Narren ! Wie reitest in den Tod auch du mein Neffe so blind , Was soll ich deiner Mutter für Kunde bringen vom Kind ? Und was dem jungen Weibe , das traurig deiner harrt , Dem noch zu schwachem Troste der erste Sproß nicht ward ? « Sprach ' s , und die Träne rollt ' ihm langsam in Schoß hinab : » Fahr ' wohl auf lange ! « seufzt ' er , » fahr ' wohl , du schöner Knab ' ! « Aus weiter Fern ' Walthari des Freundes Klage vernahm , Gerührt sprach er zum Kämpen , der itzt gestürmet kam : » Steh ' ab , mein tapfrer Junge , ich mag dir ' s redlich raten , Aufspare deine Kraft zu anderweiten Taten , Schau ' auf ! hier liegt erschlagen manch ein gewalt ' ger Held , Ich müßte Leides tragen , wenn du dich beigesellt . « » Was kümmert dich mein Sterben ? « rief jener , » steh ' und ficht ! Zum Streit bin ich gekommen , zu losem Schwatzen nicht . « Und mit dem Worte flog auch die knorrige Lanze einher , Zur Seite schlug Walthari sie mit dem eignen Speer ; Von Wurfs Gewalt getragen und von des Windes Kraft Flog bis zur Felsenhöhle zu Hiltgunds Füßen der Schaft . Aufschrie vor Furcht die Jungfrau ; dann aus der Felsenspalte Lugt ' sie fürsichtig , ob Walthari sich noch halte . Noch einmal warnte dieser den ungestümen Mann , Doch er , bedachtlos wütend , stürmt mit dem Schwerte an . Da schirmte sich Walthari und schwieg , doch mocht sein Schweigen Dem Zähneknirschen des gehetzten Keulers gleichen . Zu mächtigem Schwertstreich holte Patavrid itzt aus , Da duckte sich Walthari ins Knie und bog ihm aus , Daß ihn des leeren Streiches Wucht zu Boden riß . Auf sprang der Held mit Macht . Da war der Sieg gewiß . Zwar wollt ' zu neuem Fechten auch Patavrid sich heben , Umsonst . In Bauch getroffen ließ er das süße Leben , Die Seele flog von dannen , es ward sein junger Leib Dem wilden Waldgetiere ein Fraß und Zeitvertreib . Des Toten Fall zu rächen kam Gerwig itzt gesprengt , Er sprengte über die Leichen , die dort den Steg geengt ! Derweil des Toten Haupt vom Rumpf Walthari fällt ,