anerkennen ! « » Sie sind ein gutes Kind , Marquis , ich weiß es wohl . Nun sehen Sie , Sie sollen Recht behalten ! Ich gehe und rede die Marschallin an . « Damit schritt sie auf die indeß von mehreren Bekannten umgebene Marschallin zu ; und da bei ihrer Annäherung gleich Alles Platz machte , konnte sie , wenn sie es beabsichtigte , mit Jedem reden , wie in ihrem Privat-Kabinette . » Marschallin , « sagte sie - » ich muß so einen kleinen Wink geben . Die hohen Herrschaften sind voll Gnade für Ihr Haus , wie dies eine so bedeutende Familie auch erwarten darf . Es sind Auszeichnungen beabsichtigt , die wir allerdings zu schätzen und zu würdigen wissen werden ; - aber die Jugend , meine Liebe , man weiß wohl , wie das jetzt geht - die Jugend hat nicht das alte Mark der Ehrfurcht in den Gliedern , - da müssen wir nachhelfen , bis sie es lernt . Krankheiten sind immer kein Grund , gegen die Befehle der hohen Herrschaften zu handeln . - Nun , wem sage ich das ? Sie , meine Liebe , sind ja die vollkommenste Dame des Hofes ! Sie werden mich verstehen und darnach Ihre Maaßregeln nehmen ! « » O , meine theure Herzogin , « rief die Marschallin mit dem süßesten Lächeln - » wer kann Sie in Ihren anmuthigen Belehrungen übertreffen ! Sie haben eine Gabe , anzudeuten - den Weg zu bezeichnen - die einzig in ihrer Art ist ! Glauben Sie mir , ich habe Sie verstanden - um so mehr , da mein eigenes Gefühl Ihnen längst auf diesem Wege entgegen kam . « » Ich weiß - ich weiß ! « sagte die geschmeichelte Herzogin - » Sie sind vollkommen zu Hause in der guten alten Welt des Hofes , in der wir wenigstens noch einige Male vereint mit solchen Mitteln die Brücken abbrechen werden , die die Populace nach uns hinauf zu bauen trachtet ; - doch still , still , Marschallin , wir wollen das nicht einmal in den Mund nehmen , - es zieht schon herab , dafür Gedanken haben zu müssen . « - - Leonin war an der Seite des Marschalls von Crecy in Paris eingetroffen . Die Marschallin empfing sie mit einer so mittheilenden Zärtlichkeit , daß Beide vollständig in ihre Hände fielen . Sie lud den Marschall zur Tafel , da die Stunde dazu heran gekommen war , und er willigte ein , erweicht durch die Nähe seiner Kinder und die guten Manieren seiner Gemahlin ; - ward aber fast gerührt über dieselben , als in dem Augenblicke , wie er den ersten Becher Wein forderte , im Vorzimmer sein lärmendes Musikchor , was die Marschallin sonst nie in ihrer Nähe duldete , zu verabscheuen vorgab , und welches jetzt , von ihr selbst dazu beordert , das Vorzimmer eingenommen hatte - einen seiner wilden Lieblingsmärsche zu spielen begann . » Sie sind im Ernste sehr höflich , meine Liebe ! « sagte er mit der uns bekannten Grimasse , die Rührung andeutete - » Sie lieben diese fröhlichen Stücke nicht - und ich muß Ihnen meinen Dank sagen . « » Nun , Marschall , « erwiederte seine Gemahlin - » wir haben , denke ich , auch nicht oft die Ehre , den Helden der Fronde an unserer Tafel zu sehen . Es ist billig , unsere Neigung nicht zu befragen , wenn wir es ihn nicht bereuen lassen wollen . « Dagegen schickte der ungemein erheiterte alte Herr nach diesem ersten lärmenden Versuche die ganze Bande in ihr Quartier und ließ sich eine Goldbörse von seinem Kammerdiener bringen , um für die Dienerschaft seiner Gemahlin auf jeden Teller , den man ihm wegnahm , in jeden Becher , den er leerte und zum Füllen reichte , ein Paar Lonisd ' or zu werfen . So hatte die Marschallin ihre Absicht erreicht , Leonin bei seiner Rückkunft augenblicklich aus sich herauszureißen und den Umständen , wie sie hier herrschten und wie bestimmt waren , ihn zu beherrschen , unter zu ordnen . Die eisernen Formen , die ihn sogleich einschlossen , mußten ihn überzeugen , daß er hier nur nachgeben könne . Dieses anscheinend herzlicher hervor tretende Familienfest sollte dabei seinen idyllischen Träumen - wie die Marschallin sich ausdrückte - schmeicheln , ihn hier einen Reiz mehr erkennen lassen , um den Werth des zurück gewiesenen Glückes zu entkräften . Gegen Ende der Tafel ward dem Marschalle gemeldet , daß sich , wie gewöhnlich bei seinem Diner , bei der Nachricht seiner Rückkehr mehrere Personen in seinem Vorzimmer gesammelt hätten . » O hierher , Marschall , hierher ! « rief seine Gemahlin - » Alles , wie Sie es gewohnt sind ! « - Fort flogen die Diener , und bald erschienen einige der vornehmsten Personen des Hofes , da der sonst gewöhnliche militärische Hofstaat des Marschalls bereits der Armee gefolgt war . Doch berührte es Leonin wie ein elektrischer Schlag , unter ihnen den Herzog von Lesdiguères zu bemerken , der mit aller verwandtschaftlichen Bevorrechtung den Marschall und Leonin umarmte , und zwischen dem sanft gestimmten Ehepaar in einen herbei getragenen Fauteuil sank . » Nun , Marschall , wie ich Eure rothen Vorreiter sah , konnte ich dem Vergnügen nicht wiederstehen , selbst von Euch zu hören . Und sagt , wie steht es dort mit dem neuen Cavalier der Königin ? « fuhr er neckend fort , Leonin anblinzelnd ; - » mir deucht , die Reise dauerte nicht lange ! Das war Diensteifer , Vicomte ! Nicht wahr , bloß Diensteifer ! « - Ein schallendes Gelächter des Marschalls und des witzigen Herrn Herzogs folgte dieser Rede , und Leonin , der plötzlich den Wahnsinn der Rettungslosigkeit fühlte , griff nach der Maske , die zu dem erwarteten Fastnachtsspiele paßte , und als er das erste Lächeln erzwang , hätte der Schmerz seines