laste ein schweres Unglück auf ihm . Zweimal , sagte Carl , sei der Graf in einem Wagen bei ihm gewesen . Er durchlief das leere Haus , sah sich wild und unstät darin um , und jagte dann mit einem gemietheten Bauernpferde bis zur nächsten Station , von wo er das Pferd zurückschickte . Der Bote , der es gebracht , erzählte , der gnädige Herr habe sich durch denselben Postillon weiter fahren lassen , der die Spukdame gefahren habe . Dort im Städtchen spreche man wunderliches Zeug darüber . Die alte Marthe , der man längst wieder die Freiheit gab , saß gerade auf einem Steine vor dem Posthause , als der Graf so eilig drängte , fortzukommen . Sie lachte , und schüttelte den Kopf . Nachher hat sie gemeint : sie kenne die Dame wohl , der er nachziehe , sie seien einander auf ihren Nachtwanderungen begegnet , aber sie dürfe sie gegen Niemand nennen , auch wisse sie nicht , ob sie lebendig sei ? Urtheilen Sie , liebster Freund ! in welchen Zustand dies wüste Geschwätz , zusammengenommen mit dem , was wirklich ist , die unglückliche Elise versetzt . Einen kurzen Augenblick schien sie mir beherrscht von dem Gewicht ihres Geschicks . Ich fürchtete aufs Neue für ihre Gesundheit . Jetzt drückt sie Zweifel und Sorge hinunter . Sie will nichts fürchten oder doch nicht das Ansehen davon haben . Mir dünkt das so unnatürlich , daß es mich , mehr als laute Verzweiflung , peinigt . Die Sache ist ruchtbar geworden , Curd schreibt in diesem Augenblick an mich . Der Brief hat einen sehr ernsten , gespannten Ton . Ich weiß nicht recht , wie ich ihn verstehen soll ? Kommen Sie heute noch zu uns , Sie sollen mir Ihre Meinung darüber sagen . Ach kommen Sie ja ! Wir bedürfen Ihres Beistandes alle Beide . Agathe an die Gräfin Ulmenstein Ich bin die glücklichste Person von der Welt , liebste Mama ! Denken Sie doch , eben schickt mir Rosalie durch einen Lakaien von Marienthal , wo der Hof jetzt ist , zwei , in aller Eile mit Bleistift geschriebene Zeilen , in denen sie mir sagt : der Fürst habe ihr bei der Tafel aufgetragen , mich zu avertiren , daß die Cabinets-Ordre so eben ausgefertigt sei , durch welche Curd vom Militär ins Civil versetzt , und als Jägermeister mit angemessener Gehaltserhöhung angestellt sei . Ich dachte , ich solle närrisch vor Freude werden . Gesprungen , gejauchzt habe ich ! Stellen Sie sich doch nur die enorme Auszeichnung vor ! Das wird wieder lange Gesichter anderwärts geben ! Schade nur , daß Curd gerade auf den Einfall kam , einen Abstecher zu seiner Mutter zu machen , und nun nicht hier ist , dem Fürsten seine Danksagung zu Füßen zu legen . Er setzt mich dadurch in ganz ungeheure Verlegenheit . Was soll ich nun Rosalie antworten , da sie mir doch auf höchsten Befehl die erwiesene Gnade mitgetheilt , und ich folglich gegen sie nicht erwähnen darf , daß Curd ohne Urlaub verreiste ? Noch ein großes Glück , daß ich wenigstens den Vorschlag , Curd zu begleiten , ablehnte . Im Vertrauen , die brave Landdame soll unglaublich langweilig , und Ort und Haus sehr einfach sein , deshalb wollte ich meine Visite lieber zur gelegenern Zeit verschieben , wenn man einmal eine Parthie mit recht vielen lustigen , jungen Leuten aufs Land machen , und sich um jeden Preis amusiren möchte . Diese kluge Ueberlegung bringt mir den Vortheil , die Nachricht weit früher erfahren zu haben , um Ihnen , beste Mama ! die Stafette , da es noch Zeit ist , Ihren Rath zu benutzen , nach Ulmenstein schicken zu können . Sagen Sie mir nun , bitte , recht genau , wie ich nach Marienthal schreiben soll ? Machen Sie mir lieber den Brief . Der Fürst verlangt sicher , ihn zu sehen . Er interessirt sich sehr für mich , und ich hätte den Tod davon , wenn ich irgend einen Fehler machte , und er bemerkte es . Ich küsse Ihnen die Hand schon im Voraus , beste Mama ! Ihre glückliche Agathe . Antwort Ich erwartete die endliche Erfüllung meiner wiederholten Bitten seit mehreren Tagen , mein Kind ! Es ist mir sehr lieb , daß man nicht länger damit säumte . Ich lief Gefahr , compromittirt zu werden . Curd hatte viele Mitbewerber . Es brauchte aller meiner Tenacität , um mich nicht irre machen zu lassen . Ich bin nicht müde geworden , immer dasselbe zu wiederholen , und habe Andere so müde gemacht , daß sie aus Verdruß Ja sagten . So ist Dein Mann Jägermeister geworden , mein Herzchen ! Aber das muß ich Dir gestehen , eine deplacirtere Aufwallung von kindlicher Zärtlichkeit habe ich auch in meinem Leben nicht gesehen , als die , in einem moment de crise eine Wallfahrt zu dem älterlichen Heerde zu machen . Der gute Curd wußte ja ganz genau , wovon es sich handelte , und daß die Entscheidung vor der Thür war . Was fiel ihm denn ein ? Es embarassirt mich wirklich erstaunt , daß er abwesend ist . Dummes Ding ! Schreiben darfst Du gar nicht . Das wäre sehr ungeschickt . Setze Dich nur gleich in den Wagen und fahre hinaus nach Marienthal , schütze eine Krankheit Deines Mannes vor , und bitte um die Erlaubniß , statt seiner , Deinen Dank an den Tag legen zu dürfen . Du hast sehr recht , ohne mich , würdet Ihr Euch nie zu helfen wissen . Guten Abend , liebe Agathe ! Sei ja vorsichtig in Deiner Freude . Die Zunge geht so oft mit Dir durch , und nichts ist nöthiger , als diese zu rechter Zeit zügeln zu können . Wann kommt denn Curd zurück ? Weißt Du ? Leontin war diesen Morgen bei mir . Er hat mir recht sehr