der Felder , so herrlich zeigt . Dann steigen sie herauf zum Lichte , und die Erde will ihnen noch schöner bedünken als zuvor ; ihr Weg führt immer aufwärts zu den Höhen von Lichtenstein , und wenn dort die Männer im Kreise schöner Frauen , die Becher in der Hand , auf die weiten Fluren hinabschauen , wie sie bestrahlt von einer milden Sonne im lieblichsten Schmelz der Farben sich ausbreiten , dann preisen sie diese lichten Höhen , dann preisen sie ihr gesegnetes Vaterland . Dann kehrt , wie in den alten Tagen , Gesang und Jubel , und der fröhliche Klang der Pokale auf den Lichtenstein zurück , und weckt das Echo seiner Felsen , und weckt mit ihm die Geister dieser Burg , daß sie die fröhlichen Gäste umschweben , und mit ihnen hinabschauen auf das alte Württemberg . Ob auch das holde Fräulein vom Lichtenstein , ob Georg und der alte Ritter mit ihnen heraufschwebt , ob jener treue Spielmann in den Tagen des Frühlings seinem Grab entsteigt , und wie er im Leben zu tun pflegte , hinaufzieht nach der Burg , das Fest mit Gesang und Spiel zu schmücken - ? Wir wissen es nicht ; doch wenn wir im Abendscheine auf den Felsen gelagert , die Landschaft überschauten , wenn wir von den alten guten Zeiten und ihren Sagen sprachen , wenn sich die Sonne allmählich senkte , und nur das Schlößchen noch selig und freundlich in seiner Einsamkeit , von den letzten Strahlen mit einem rötlichen Schein umgossen , auf seinem Felsen ruhte - da glaubten wir im Wehen der Nachtluft , im Rauschen der Bäume , im Säuseln der Blätter bekannte Stimmen zu vernehmen , es war uns , als flüstern sie uns ihre Grüße zu , als erzählen sie uns alte Sagen von ihrem Leben und Treiben . Manches haben wir an solchen Abenden erfahren , manches Bild stieg in uns auf , und schien sich vor unseren Blicken zu verwirklichen , und die es uns woben und malten , die uns ihre romantischen Sagen zuflüsterten , wir glauben es waren - die » Geister von Lichtenstein . « Fußnoten 1 Ulrich von Württemberg , geb . 1487 , wurde 1498 in seinem eilften Jahre als Herzog belehnt mit einer Mitregentschaft , welche in seinem sechszehnten Jahr aufgehoben wurde und Ulerich von 1503 an allein regierte . Er starb im Jahr 1550 . 2 Es ist hier Eberhard im Bart gemeint , der , geb . 1445 , gest . 1496 , sehr weise regierte . Er war der erste Herzog von Württemberg . Christoph , geb . 1515 , gest . 1568 , ein Fürst , dessen Andenken nicht nur in Württemberg , sondern in ganz Teutschland gesegnet wird . Er ist der Stifter der württembergischen Konstitution . 3 Christ . Tubingii Chron . Blabur ad annum 1516 : Maximilianus Caesar ex suggestione Ducis Bavariae et sororis uxoris Udalrici aliorumque non multum Udalrico deinceps favere cepit . 4 Das Nähere über diese Einnahme ist in der trefflichen Geschichte Württembergs von C. Pfaff I. 291 , und Sattler , Geschichte der Herzoge von Württemberg . II 5 , hauptsächlich aber bei Pedius Tethinger in comment . de reb . Würtemb . sub Ulrico Lib . I. in fine und ap . Schradii script . rerum germ . Tom . II. pag . 885 zu lesen . 5 Der Herzog hatte mit Landgraf Philipp von Hessen ein Bündnis errichtet auf zweihundert Reiter und sechshundert zu Fuß , ebenso mit Markgraf Ernst von Baden , aber sie entschuldigen sich beide , daß sie selbst mit einem Einfall bedroht seien . 6 Georg von Frondsberg , geb . 1475 , gest . 1528 , einer der berühmtesten Feldherren seiner Zeit , der in Teutschland , Frankreich , Italien , den Niederlanden sich mit Ruhm bedeckte . Er ist derselbe , der 1521 zu Luther , der auf den Reichstag zu Worms geladen war , jene denkwürdigen Worte sagte : » Munchlein , Munchlein , du gehst jetzt einen gefährlichen Gang usw. « 7 So nennt ihn Sattler , Geschichte der Herzoge II. 8. 8 Ulerich von Hutten , geb . 1488 , starb 1523 in Ufnau am Zürchersee . Er ist berühmt durch eine große Anzahl Schriften und als kühner Beförderer der Reformation . Er griff Ulerich von Württemberg in Gedichten , Briefen und Reden an , die der gelehrte Nicolaus Barbatus zu Marburg in sehr geläufigem Latein mit triftigen Gründen widerlegt . Vergl . Schradius II. 385 . Bekannt ist sein Wahlspruch : » Jacta alea esto . « 9 Franz von Sickingen , ein berühmter Zeitgenosse des letzteren ; er wird in diesem Krieg von Sattler als österreichischer Rat aufgeführt . 10 Götz von Berlichingen erzählt in seinem Leben ( Ausgabe von Franck von Steigerwald , Nürnberg 1731 ) weitläuftig wie es sich zugetragen , daß er zum Herzog Ulerich gehalten habe . Seite 142 fährt er fort : » Da zog der Herzog vor Reutlingen und gewann es auch , darum sich auch Ihre fürstliche Gnaden und mein Unglück anheben tat , daß Ihre fürstliche Gnaden verjagt worden , und ich darob zu scheitern ging . « Denn der Schwäbische Bund nahm nicht Rücksicht darauf , daß Götz kurz vorher dem Herzog seine Dienste aufgesagt hatte , sondern belagerte ihn in Möckmühl und nahm ihn gefangen . 11 Die Herren von Spät waren der Herzogin auf ihrer Flucht aus dem Lande behülflich gewesen . Der Herzog hatte bittere Rache an ihren Gütern genommen . 12 Siehe C. Pfaffs Geschichte . I. 278 . 13 Es sind dies Frondsbergs eigene Worte , die er zu Götz von Berlichingen sprach , und die dieser in seiner Geschichte , Seite 83 , anführt . 14 Die Eidgenossen verboten zuerst nur die Werbungen des Herzogs in ihren Landen , wie aus Sattler , Beilage Nr. 8 zum zweiten Teil der Herzoge erhellt . Nachher riefen sie ihre Leute ganz zurück , und zwar