nach außen zu verbreiten , und von außen zu empfangen , was sie bedürfen . Mit unumschränkter Vollmacht gebot ich in diesem Lande . Manches Gute war zu tun , aber doch immer nur ein beschränktes ; dem Bessern waren überall Riegel vorgeschoben , und das Wünschenswerteste schien in einer andern Welt zu liegen . Ich hatte keine andere Verpflichtung , als gut hauszuhalten . Was ist leichter als das ! Ebenso leicht ist es , Mißbräuche zu beseitigen , menschlicher Fähigkeiten sich zu bedienen , den Bestrebsamen nachzuhelfen . Dies alles ließ sich mit Verstand und Gewalt recht bequem leisten , dies alles tat sich gewissermaßen von selbst . Aber wohin besonders meine Aufmerksamkeit , meine Sorge sich richtete , dies waren die Nachbarn , die nicht mit gleichen Gesinnungen , am wenigsten mit gleicher Überzeugung ihre Landesteile regierten und regieren ließen . Beinahe hätte ich mich resigniert und mich innerhalb meiner Lage am besten gehalten und das Herkömmliche , so gut als es sich tun ließ , benutzt , aber ich bemerkte auf einmal , das Jahrhundert komme mir zu Hülfe . Jüngere Beamte wurden in der Nachbarschaft angestellt , sie hegten gleiche Gesinnungen , aber freilich nur im allgemeinen wohlwollend , und pflichteten nach und nach meinen Planen zu allseitiger Verbindung um so eher bei , als mich das Los traf , die größeren Aufopferungen zuzugestehen , ohne daß gerade jemand merkte , auch der größere Vorteil neige sich auf meine Seite . So sind nun unser drei über ansehnliche Landesstrecken zu gebieten befugt , unsre Fürsten und Minister sind von der Redlichkeit und Nützlichkeit unsrer Vorschläge überzeugt ; denn es gehört freilich mehr dazu , seinen Vorteil im Großen als im Kleinen zu übersehen . Hier zeigt uns immer die Notwendigkeit , was wir zu tun und zu lassen haben , und da ist denn schon genug , wenn wir diesen Maßstab ans Gegenwärtige legen ; dort aber sollen wir eine Zukunft erschaffen , und wenn auch ein durchdringender Geist den Plan dazu fände , wie kann er hoffen , andere darin einstimmen zu sehen ? Noch würde dies dem einzelnen nicht gelingen ; die Zeit , welche die Geister frei macht , öffnet zugleich ihren Blick ins Weitere , und im Weiteren läßt sich das Größere leicht erkennen , und eins der stärksten Hindernisse menschlicher Handlungen wird leichter zu entfernen . Dieses besteht nämlich darin , daß die Menschen wohl über die Zwecke einig werden , viel seltener aber über die Mittel , dahin zu gelangen . Denn das wahre Große hebt uns über uns selbst hinaus und leuchtet uns vor wie ein Stern ; die Wahl der Mittel aber ruft uns in uns selbst zurück , und da wird der einzelne gerade , wie er war , und fühlt sich ebenso isoliert , als hätt ' er vorher nicht ins Ganze gestimmt . Hier also haben wir zu wiederholen : Das Jahrhundert muß uns zu Hülfe kommen , die Zeit an die Stelle der Vernunft treten und in einem erweiterten Herzen der höhere Vorteil den niedern verdrängen . Hiermit sei es genug , und wär ' es zu viel für den Augenblick , in der Folge werd ' ich einen jeden Teilnehmer daran erinnern . Genaue Vermessungen sind geschehen , die Straßen bezeichnet , die Punkte bestimmt , wo man die Gasthöfe und in der Folge vielleicht die Dörfer heranrückt . Zu aller Art von Baulichkeiten ist Gelegenheit , ja Notwendigkeit vorhanden . Treffliche Baumeister und Techniker bereiten alles vor ; Risse und Anschläge sind gefertigt ; die Absicht ist , größere und kleinere Akkorde abzuschließen und so mit genauer Kontrolle die bereitliegenden Geldsummen , zur Verwunderung des Mutterlandes , zu verwenden : da wir denn der schönsten Hoffnung leben , es werde sich eine vereinte Tätigkeit nach allen Seiten von nun an entwickeln . Worauf ich nun aber die sämtlichen Teilnehmer aufmerksam zu machen habe , weil es vielleicht auf ihre Entschließung Einfluß haben könnte , ist die Einrichtung , die Gestalt , in welche wir alle Mitwirkenden vereinigen und ihnen eine würdige Stellung unter sich und gegen die übrige bürgerliche Welt zu schaffen gedenken . Sobald wir jenen bezeichneten Boden betreten , werden die Handwerke sogleich für Künste erklärt und durch die Bezeichnung strenge Künste von den freien entschieden getrennt und abgesondert . Diesmal kann hier nur von solchen Beschäftigungen die Rede sein , welche den Aufbau sich zur Angelegenheit machen ; die sämtlichen hier anwesenden Männer , jung und alt , bekennen sich zu dieser Klasse . Zählen wir sie her in der Folge , wie sie den Bau in die Höhe richten und nach und nach zur Wohnbarkeit befördern . Die Steinmetzen nenn ' ich voraus , welche den Grund- und Eckstein vollkommen bearbeiten , den sie mit Beihülfe der Maurer am rechten Ort in der genauesten Bezeichnung niedersenken . Die Maurer folgen hierauf , die auf den streng untersuchten Grund das Gegenwärtige und Zukünftige wohl befestigen . Früher oder später bringt der Zimmermann seine vorbereiteten Kontignationen herbei , und so steigt nach und nach das Beabsichtigte in die Höhe . Den Dachdecker rufen wir eiligst herbei ; im Innern bedürfen wir des Tischers , Glasers , Schlossers , und wenn ich den Tüncher zuletzt nenne , so geschieht es , weil er mit seiner Arbeit zur verschiedensten Zeit eintreten kann , um zuletzt dem Ganzen in- und auswendig einen gefälligen Schein zu geben . Mancher Hülfsarbeiten gedenk ' ich nicht , nur die Hauptsache verfolgend . Die Stufen von Lehrling , Gesell und Meister müssen aufs strengste beobachtet werden ; auch können in diesen viele Abstufungen gelten , aber Prüfungen können nicht sorgfältig genug sein . Wer herantritt , weiß , daß er sich einer strengen Kunst ergibt , und er darf keine läßlichen Forderungen von ihr erwarten ; ein einziges Glied , das in einer großen Kette bricht , vernichtet das Ganze . Bei großen Unternehmungen wie bei großen Gefahren muß der Leichtsinn verbannt sein . Gerade hier