wundervoll ! « » Wundervoll ? Das klingt ja , als freutest du dich darüber ? « » Natürlich freue ich mich ! Mir ist nur bange , ob man diesen Iblis auch wirklich bringen wird . Von Schiras bis hierher ist ein weiter Weg ! « » Schiras ? Ah , ich vergesse , daß du ja noch nicht weißt , was ich von Tifl erfahren habe . Ahriman Mirza und die Khanum Gul sind jetzt nämlich in Chorremabad , als Gäste des Scheik ul Islam . « » Das würde für uns erstaunlich sein , wenn uns ihre Zwecke unbekannt wären . Aber er und sie mögen stecken , wo sie wollen ; das ist mir in diesem Augenblicke unendlich gleichgültig . Ich frage nur nach dem Teufel ! « » Der ist auch in Chorremabad . Die Gul reist stets mit Hofstaat und trennt sich nie von ihrem Lieblingspferde . « » So kommt der Iblis also sicher ? « » Ganz gewiß ! Er soll uns unser ganzes Vollblut abgewinnen , uns vollständig zuschanden machen ! « » So bin ich zufriedengestellt . Ich reite also den Syrr ! Aber kein Mensch darf es vorher ahnen , ausgenommen du und Schakara ! « » Effendi ! « rief er aus , indem er einige Schritte von mir zurückwich . » Ja , ich reite ihn ! « versicherte ich . » Das war bis jetzt noch ungewiß ; nun aber ist es fest bestimmt . « » Duldet er dich denn ? « » Mit Vergnügen ! « » Aber du kennst doch seine Schule nicht und kein einziges seiner Geheimnisse ! « » Er hat weder das Eine noch das Andere . Er hat nie zu Diensten einer Schule oder Wissenschaft gestanden , welche zwar alte Mähren reitet und mißratenes Voll- und Halbblut dressiert , aber niemals ein wirklich edles Pferd gehorsam machen wird , weil sie beharrlich seine Seele leugnet . Und Geheimnis ? Ich behandle Syrr nach dem großen und liebevollen Geheimnisse der Natur . Er hat sich gleich beim ersten Versuche einverstanden gezeigt . Ich habe mich nur mit ihm zusammenzuleben . Das Fest beginnt Sonntag . Der Montag ist für die Vorrennen bestimmt . Der Hauptwettlauf folgt Dienstag . Das sind noch neun Tage , also genug Zeit , mich körperlich vollends zu erholen und Syrr ganz für mich zu gewinnen . Ich kenne den Teufel dieser Khanum Gul noch nicht . Wer weiß , auf welche Kniffe und Finessen er läuft . Aber wenn ich dir sage , daß ich ihn selbst mit Assil nicht fürchten würde , viel weniger mit Syrr , so kannst du ruhig sein ! « Da lächelte er mir fröhlich ins Gesicht , gab mir die Hand und antwortete : » Da steht für uns ja Alles , Alles gut , sogar vortrefflich ! Ich reite meine Sahm und du den Syrr - - - « » Vielleicht auch noch den Assil ! « fiel ich ein . » Kara soll ihn bekommen . Aber wenn ich es für nötig halte , setze ich mich selbst auf . « » Dann iß nur , iß , und pflege dich mein Freund ! Denn ich merke , du wirst es sein , der den Ausschlag zu geben hat . « » Nicht essen , sondern üben ist die Hauptsache . Ich werde damit gleich heute noch beginnen . « » Dafür ist es zu spät ! « » Nein , denn ich übe nur des Nachts . Es soll Niemand den Syrr eher sehen , als bis zum letzten Augenblick . Man wird uns den Teufel nur erst zum letzten , Alles entscheidenden Rennen stellen und meinen , uns damit perplex zu machen . Dann bringe ich meinen Glanzrappen , nicht eher ! Bist du deiner Stute sicher ? « » Ein halber Tag im Sattel , so ist sie wieder mein ! « » Schön ! Was aber hat es für eine Bewandtnis mit dem sogenannten Kiss-y-Darr , von welchem Pekala gesprochen hat ? « » Das ist eine Gemeinheit , eine Infamie sondergleichen gegen mich von Seiten des Scheik ul Islam . Dieses Pferd ist eigentlich mein , ja , ohne allen Zweifel mein ; man hat mich darum betrogen , und nun es vollständig niedergeritten worden ist , will man mich mit ihm beschimpfen und blamieren . Laß dir erzählen , Effendi ! « Sein bisher heiteres Gesicht beschattete sich , als er begann : » Der Name lautet eigentlich nur Kiss , bekanntlich das arabische Wort für Roman . Warum ich das Pferd , als es geboren wurde , grad so und nicht anders genannt habe , brauche ich nicht dir zu erklären , der du auch Bücher schreibst . Das y-Darr , den Schund , hat man erst jetzt hinzugefügt ! Kiss stammte von edeln Eltern . Er war ein Hellbrauner von besten Eigenschaften und versprach , diesen Eltern und auch mir Ehre zu machen . Eben , als er sich zu einem reitbaren Pferde entwickelt hatte , traf ich mit einem Scheik der Kutubikurden zusammen , der mich bat , ihm dieses Pferd zu seiner Auszucht gegen eine zu vereinbarende Gebühr zu leihen . Er wolle gern seine Rasse veredeln und sei überzeugt , daß Kiss sich am Besten hierzu eigne . Dieser Mann sprach so rechtschaffen , so ehrlich , so bieder , daß ich ihm mein Vertrauen schenkte . Ich lieh ihm Kiss ; er ging auf alle meine Bedingungen ein , gab mir Handschlag und Wort und zahlte auch die erste Rate der Leihgebühr . Die übrigen Gratifikationen aber blieben aus . Das war vor zwanzig Jahren . Seit dieser Zeit habe ich trotz aller Fragen und Mahnungen weder eine Gebühr erhalten noch mein Pferd zurückbekommen können . Der Mann ist gestorben . Seine Erben haben Kiss verkauft . Sie und der Käufer behaupten , das Pferd gehöre nicht mir , obwohl sie wissen , daß man