und kam gesprungen . Mit zerstreuter Freundlichkeit tätschelte ihm Graf Egge den Kopf ; dabei wurde das Tier ruhig und zog den Schweif ein . In Franzl erwachte die Sorge , ob der Hund auch völlig geheilt wäre ; Hirschmann ersparte dem Jäger die nähere Untersuchung ; als Graf Egge sich in Gang setzte , übersprang der Hund eine Planke und sauste wie verrückt auf den Wiesen herum ; dabei schüttelte er immer wieder das Fell , drehte sich im Kreis und schnappte mit den Zähnen nach seinen Flanken . » Der is freilich gsund ! Ja ! « meinte Franzl . » Aber d ' Haut muß ihn spannen . Vom Verband hängt ihm noch ' s ganze Fell voller Pech . « Während die beiden das Dorf durchschritten , drehte sich ihr Gespräch nur um den Hund , der bald vor , bald hinter ihnen seine vergnügten Sprünge machte . Die Leute , die ihnen begegneten , grüßten scheu und mit großen Augen . Immer huschte , wenn Franzl sich für einen Gruß bedankte , eine dunkle Röte über sein schmal gewordenes Gesicht . So erreichten sie den Ländeplatz . Der Seewirt , der auf der Veranda mit einem Touristen plauderte , kam gelaufen und zog die Mütze . » Seewirt ! « Graf Egge hatte die Hand auf Franzls Schulter gelegt . » Ich habe leider hören müssen , daß im Dorf ganz unqualifizierbar Redereien über den Hornegger umhergetragen werden . Das ist böswilliger Quatsch . Hornegger hat sich im Dienst nicht das geringste zuschulden kommen lassen . Wenn ich in grundlosem Zorn eine Übereilung begangen habe , so liegt die Schuld an mir ! Ich sage Ihnen das , damit Sie es unter die Leute bringen . Verstanden ? Und jetzt mein Schiff ! « Während der Seewirt davoneilte , wechselten Röte und Blässe auf dem Gesicht des Jägers . » Aber Herr Graf ! Was machen S ' denn für Gschichten ! Dös is doch z ' viel , Herr Graf ! « » Halt ' den Schnabel , du dummer Kerl , du guter ! Ich hab ' dir einen Treff ins Blut gegeben , jetzt will ich dir auch das rechte Pflaster auflegen . Was ich dem Seewirt gesagt habe , wird umlaufen im Dorf wie ein Windspiel . Und die Leute , die uns heut miteinander gesehen haben , werden ihren Metzen Korn auf deine Mühle schütten . Schau nur , da drüben steht schon wieder einer und reißt das Maul auf ! « Als der Bauer , der inmitten der Straße stand , die Aufmerksamkeit der beiden Jäger auf sich gerichtet sah , wandte er sich ab und ging seiner Wege . Es war der Bruckner . Bevor er um die Ecke bog , warf er noch einen scheuen Blick zu den Bergen hinauf , als wäre dort oben für ihn ein Gegenstand der Sorge . Franzl war merkwürdig still geworden . Während der ganzen Fahrt über den See sprach er keine Silbe und guckte so schwermütig vor sich hin , als hätten die Ereignisse der vergangenen Stunde seinen Kummer um kein Härchen erleichtert . Neben dem Wetterbach stiegen sie aus . Franzl , den das eigene Schweigen zu drücken begann , versuchte zu plaudern ; doch er schwieg wieder , als er merkte , daß sein Herr nicht hörte . Erregung wühlte in Graf Egges Zügen . Während sie an der Klause vorübergingen , hielt er das Gesicht abgewandt ; als sie den Wildbach überschritten hatten und über einen steilen Hang emporgestiegen waren , blieb er stehen und sah mit funkelnden Augen zurück . Über die welkenden Kronen der Ahornbäume ragte das Dächlein der Klause hervor . » Wenn sie alle gegen mich stehen ? Kann es mich wundern ? Sie sind die Kinder dieser Mutter ! « murrte Graf Egge , ohne sich um die Gegenwart des Jägers zu kümmern . In der Sonne leuchtete die Marmortafel mit der Inschrift : » Hier wohnt das Glück ! « Graf Egge faßte mit zornigem Griff die Büchse . Der Schuß krachte , und von der Kugel getroffen , stürzten die Trümmer der zersplitterten Marmortafel mit dumpfen Klatsch zu Boden . » Herr Graf ! « stotterte Franzl . » Um Gotts willen , was treiben S ' denn ? « Ohne zu antworten , warf Graf Egge die Büchse über den Rücken und stieg bergan . Nach dreistündiger Wanderung erreichten sie die Almen . Die weiten , gelblichen Grasgehänge dehnten sich still und öde - während der letzten Tage hatten die Sennerinnen mit ihren Herden die im Seetal liegenden Niederalmen bezogen . Die Schatten des Abends wurden lang , als der Weg der beiden Jäger zu Ende ging und hinter dem Latschenwald das silbergraue Schindeldach der Dippelhütte hervortauchte . Bei der letzten Biegung des Pfades blieb Graf Egge plötzlich stehen , und in aufbrausendem Zorn klang seine Stimme : » Was will das Weibsbild in meiner Hütte ? Das sieht ihm gleich , dem gottverlassenen Kerl , daß er auch noch karessiert in meinem Bett ! Und heute ! « Franzl , den die Gedanken an die bevorstehende Begegnung mit Schipper beschäftigt hatten , , blickte auf . » Was is denn , Herr Graf ? « » Hast du das Weibsbild nicht gesehen , das aus der Hütte kam ? « Der Jäger schüttelte den Kopf . » Die Person muß ein schlechtes Gewissen haben . Ich hab ' es deutlich gesehen , daß sie vor uns erschrocken ist . Warum nimmt sie Reißaus ? Warum macht sie den Umweg durch die Latschen , über den Steig da droben ? Lauf zurück und schneid ihr den Weg ab ! Ich will wissen , wer es war , und was sie in meiner Hütte zu suchen hatte . « Die Büchse in der Hand , lief Franzl über den Pfad zurück . Eine weiße Schürze schimmerte zwischen den Latschen . Er machte noch ein paar lautlose Sprünge . Und nun