und kam mit Witiko zurück . » Witiko , tritt vor « , sagte der Herzog . Witiko ging von der Tür des Saales auf den Platz vor der Versammlung . Er hatte das Ledergewand an , welches er auf dem Ritte bei Chynow getragen hatte , und in welchem er vor der Wahlversammlung in dem großen Saale des Wysehrad gestanden war . Der Herzog sprach : » Ihr kennet diesen Mann , und habt ihn schon einmal vor euch gesehen . « » Wir kennen ihn « , sprach Bolemil . » Wir kennen ihn « , sprach Lubomir . » Wir kennen ihn « , sprach Otto . » Wir kennen ihn « , sprach Zdik . » Wir kennen ihn « , sprachen viele . » Odolen , der du die Tat des Mannes gesehen hast , derentwillen er hier steht , erzähle in Getreuem , was sich alles zugetragen hat « , sagte der Herzog . Odolen erhob sich von seinem Sitze , der in einer hinteren Reihe stand , und sprach : » Hoher Herr ! Wir ritten zwischen Pilsen und dem Dorfe Holaubkau . Da kam eine Schar von Reitern der Feinde . Es waren die Fürsten Wratislaw von Brünn , Otto von Olmütz , und Wladislaw , der Sohn des Herzogs Sobeslaw , unter ihnen . Es wurde ein Kampf . Wir waren ihnen an Zahl um vieles überlegen . Wir standen so , daß sie mit dem Rücken gegen das Lager der Unsrigen gekehrt waren , wir gegen das Lager der Ihrigen . Der Sieg zeigte sich für uns . Witiko befehligte eine größere Zahl Reiter als ich . Da die Feinde zur Flucht drängten , hieß Witiko seine Reiter nach der Seite wenden , daß ich glaubte , er wolle die Feinde umgehen , und in ihrem Rücken ihre Flucht hemmen . Es wurde aber eine Lücke gegen Prag , sie wendeten ihre Pferde , und flohen durch die Lücke in der Richtung gegen Prag hin . Meine und Witikos Reiter riefen Verrat , kamen in Unordnung , und als die Ordnung wieder hergestellt war , hatten die Feinde eine große Strecke vor uns . Witiko übergab seinen Befehl an mich , ich ordnete die Verfolgung an . Witiko ritt als Streiter mit uns . Auf dem Wege fanden wir die hölzernen Häuser des Dorfes Holaubkau brennen . Wir konnten durch den Brand nicht hindurch , und ehe wir einen Umweg entdeckten , war so viele Zeit vergangen , daß die Erreichung der Feinde vereitelt war . Wir kehrten um , Witiko mit uns , und in dem Lager ging er zu dem erlauchten Herzoge Wladislaw . So ist die Sache . « Nach diesen Worten setzte sich Odolen wieder nieder . » Witiko , sprich « , sagte der Herzog . Witiko neigte sich vor dem Herzoge , und sprach : » Ich habe den Kriegsfehler nicht gemacht , daß ich die Flucht der Feinde gegen das Lager der Unsrigen zu hemmen gesucht hätte . Ich wollte sie zu den Ihrigen entfliehen lassen , und es ist gelungen . Weil drei Fürsten selber so weit gegen unser Lager vorgeritten waren , habe ich gedacht , sie müssen etwas Bedeutungsvolles im Sinne haben . Weil sie aber zeigten , daß es nicht auf die Unterwerfung an den erlauchten Herzog Wladislaw abgesehen sei , so konnte es nur sein , daß sie nicht durch Späher und Gerüchte Entmutigung in das Heer Konrads von Znaim kommen lassen wollten , sondern selber vorritten , um nach der Rückkehr Mut und Anspornung zu den Ihrigen zu bringen . Aber unsere Sache war so , daß sie selber gegen ihren Willen die Fruchtlosigkeit weitern Kampfes zu Konrad zurückbringen mußten , und so habe ich sie , daß keine Verzögerung würde , entkommen lassen . Verrat beging ich nicht ; denn sonst wäre ich bei den Feinden , ich habe gegen das Kriegsgesetz gefehlt und gegen den hohen Herzog gefehlt , und erwarte die Strafe . « » Wir kennen , was sich begeben hat « , sagte der Herzog . » Nun sprecht , Männer , ist Witiko strafbar ? « » Witiko ist strafbar , und hat für seine Jugend weise gehandelt « , sagte Zdik , der Bischof von Olmütz . » Und was spricht mein Bruder Diepold ? « fragte der Herzog . » Ich spreche nicht « , sagte Diepold , » Fürsten aus Premysls Stamme stehen gegen uns , man soll nicht sagen , daß mich irgend eine Scheelsucht leite . « » Und Heinrich ? « sprach der Herzog . » Ich rede wie Diepold « , sagte Heinrich . » Und Bolemil ? « fragte der Herzog . Bolemil sprach : » Wir haben gesagt , daß die Hilfe des Fremden in unserem Streite ein Unglück ist , und daß die Sache sehr schnell entschieden werden sollte . Sie ist entschieden , der Fremde ist fort , und es hat keines Schwertes bedurft . Wie es Gott so gefügt , wer kann entscheiden ? Witiko aber hat in dieser Art gehandelt , strafe ihn so hart du darfst , weil er deine Rechte geübt hat . « » Und was sagt Lubomir ? « fragte der Herzog . Lubomir sprach : » Witiko ist gut wie ein Kind , ich habe ihn wie mein Kind angesehen , da er bei mir gewesen ist , und werde ihn so ansehen , weil er keinen Vater hat . « » Und Wsebor ? « sagte der Herzog . » Strafe ihn nach Ermessen « , sagte Wsebor . » Und du , Diwis ? « sagte der Herzog . » Strafe ihn , wie du es verstehst « , sagte Diwis . » Nach deiner Weisheit « , sagte Chotimir . » Und Daniel ? « fragte der Herzog . » Weil du mich rufst , hoher Herr « , antwortete der Priester Daniel , » so sage ich : ich