, » das Aufheben dessen , was eigentlich diese Harmonie ausmachte , müsse auch notwendig diese Verbindung aufheben . « Das wird mir nicht geschehen . Du sagst , » das Geräusch der Welt , das Getreib der Geschäfte , die Gewohnheit , nur die Oberfläche zu berühren , die lassen dieses tiefste und feinste Seelenorgan nicht zur Ausbildung kommen . « - Was spricht mich denn an in dem Geliebten ? - Fühl ich denn nicht das Große und Gewaltige , was viel höher ist als ich selber ? - Ja , was mir höher oft vorkommt als der Geliebte selbst ; und ist es nicht dies , dem ich nachgeh ? - Und erscheint dieses Gewaltige mir nicht auch ganz allein außer ihm ? - Und ist das nicht die Erinnerung an ihn und zugleich auch noch jene höhere Erscheinung , von der Du sagst , daß sie sich durch die Harmonie mit ihr offenbare ? - und kann ich ihm untreu sein in dieser , wenn ich mich der hingebe ? - Und ist es nicht immer dasselbe , was Begeistrung zu erregen vermag ? - Ach nein ! Man kann in der Liebe nicht untreu sein , nur außer ihr . - Ich fühl ' s an der Heiterkeit , die mich beflügelt , daß in der Begeistrung keine Untreue ist . - Ich weiß von keiner Untreue und glaube oft , ich versündige mich an was ich liebe , wenn ich nicht alles liebe . Es sind Dinge ( Naturen , Geister ) , die muß ich lieben , weil sie mich nähren , wie die Pflanze vom Licht , vom Wasser , von Erde und Luft sich nährt . Alles , was mich begeistert , ist mir der Sonne Strahl . Wenn die Sonne eine Blume durchglüht , da fühlt man wohl , daß sie die herablassende ist , und daß die Blume von ihr mit heißer Leidenschaft zehrt . Wer wollte das nicht Liebe nennen , und ob die Sonne Gegenliebe genießt , wer weiß das ? - Ja , wer weiß , ob die Blume ihr wieder gibt ? - Du weißt wohl , wenn die Sonne recht heiß brennt , dann duftet keine Blume , aber abends , wenn sie scheidet , dann duften ihr alle Blumen nach , und morgens , wenn sie kommt , dann duften ihr alle entgegen . - Ob das bis zu ihr hinaufsteige ? - Das frag ich mich , danach sehn ich mich . Und Du sagst , wonach der Wunsch uns hinziehe , das wird möglich , und das glaub ich Dir ; gewiß steigt der Blume Duft zur Sonne , sind ihre Strahlen nicht Gefühlfäden ? - Kann mich was Lebendes berühren , ohne daß ich ' s wieder berühre ? - Sind ihre Strahlen nicht Saugrüssel , mit denen sie aus den Blütenkelchen den Duft saugt ? - Und der Dichter , der sich durch seiner Begeistrung Strahlen die Blumen erschließt , saugt der nicht ihren Duft ? - Ist ' s Begeistrung nicht , wenn vor der Geistessonne die Wolken sich teilen und sie strahlt die Knospe der Seele an ? - Ei , darum duften eben die Blumen nicht , grade wenn die Sonne auf ihnen liegt , weil sie dann mit ihren Strahlenlippen alles selbst trinkt . Nach einem Gewitter , da duftet alles . - Dann kommt sie eilig und wirft sich über sie her , und bald trinkt sie alle Kelche aus , wo denn der Duft nur in ihren Strahl übergeht ; - und wenn sie scheidet , dann duftet ihr alles noch nach , und der Duft zieht nach über die Berge ; denn wenn man bei Sonnenuntergang auf einem Berg steht , da fühlt man den Balsam aus den Tälern heraufsteigen , der Sonne nach ; - das ist am Mittag in der heißen Zeit nicht , weil da die Sonne bis hinuntersteigt und alles allein trinkt ; so ist es zwischen beiden wie zwischen Liebenden , - so können wir auch nicht an ihrer Seligkeit zweifeln . - Nun ist noch die Erde und das Wasser , die nähren noch die Pflanze , diese hält sie in ihrem Schoß , und jenes kommt zu den Wurzeln gedrungen und fällt vom Himmel herab auf sie ; sie verwandeln ihre feinsten Nahrungskräfte , das Heilige ihrer Natur in eine sprechende Erscheinung . - Sind vielleicht Blüten und Kräuter Worte ? - Sprache , in der die Gefühle , der Geist der Erde , des Wassers sich deutlich machen ? - Ist der Duft der Blumen , ihr Schmelz , wohl das Sehnen der Erde - die Begeistrung des Wassers , die in den offnen Kelchen Freiheit hat , aufzusteigen zur Sonne , zu dem was sie lieben ? - Die dunkle Erde stößt aus dem Innersten ihre duftenden Seufzer auf aus den Kelchen ihrer Pflanzen , die aus ihrem Busen aufblühen , hinauf in die fessellose Freiheit ? - Das Wasser , das von seinen kräuselnden Wellen sich immer weiter treiben läßt , hier in der Blume Stengel , im Saft des Baumes gemischt mit allen Kräften der Natur , steigt , nimmt Gestalt an , wird zum Geist , zum Wort , das die Andacht seiner Triebe aushaucht . - Was ist denn aber die Luft ? - Ist die nicht Vermittler zwischen allen ? Der Genius der Welt , der leitet , Leben gibt , ewig den Geist durchatmet ? - Was ist aber Geistesatem ? - Ist der nicht Erkenntnis , Streben , emporzusteigen , sich abzulösen vom Mutterschoß und aufzusteigen zum Geist ? Ist Atmen im sinnlichen Leben nicht dasselbe ? - Drängen sich die Gefühle nicht in Seufzer auf ? - Ohne dies ewige Einsaugen des himmlischen Elements kann der Leib nicht leben , und der Geist stirbt jeden Augenblick ohne jenen leitenden Genius , der sein eigentlicher Lebensatem ist . Die Luft ist der Genius des Lebens ,